Kolumne

Das oberpfälzer Freilandmuseum in Neusath-Perschen

Von: Anja Bergler

foto-anja-21Zurück in die Vergangenheit – Wer immer schon einmal einen genauen Einblick in das Leben auf dem Land in früherer Zeit haben wollte, der sollte unbedingt das Freilandmuseum in Neusath-Perschen besuchen. Als Zeugnisse der Kulturgeschichte wurden inzwischen über 40 Gebäude, die an ihren einstigen Standorten keine Verwendung mehr fanden, nach Neusath-Perschen übergesiedelt. In mühevoller Kleinarbeit werden sie authentisch und nach Vorlagen aufgebaut, eingerichtet und in den Ursprungszustand versetzt. Diese Gebäude wurden seinerzeit von Jägern, Adeligen, Webern, Bauern oder Söldnern bewohnt und zeigen auf beeindruckende Weise das primitive Leben und Arbeiten in den vergangenen 300 Jahren.

Altes Handwerk wird hier eindrucksvoll nähergebracht - Foto: © Michael Baudy / PIXELIO

Altes Handwerk wird hier eindrucksvoll nähergebracht – Foto: © Michael Baudy / PIXELIO

Ausgangspunkt für den Rundgang des beeindruckenden Freilandmuseums, ist der „Edelmannshof“ direkt im Örtchen Perschen. Im Jahr 1605 erbaut, dient er seit 1964 als Ursprung des oberpfälzischen Bauernmuseums. Es zählt nicht ohne Stolz, zu einem der schönsten Bauernmuseen in Bayern. Daher übernahm der Regierungsbezirk Oberpfalz vor über 30 Jahren auch die Trägerschaft dafür. Man wird bei seinem Rundgang feststellen, dass das gesamte Gelände des Museums auf traditionelle Art und Weise bewirtschaftet wird. Neben dem Anbau von Getreide- und Pflanzensorten auf den von Muskelkraft bestellten Feldern, ohne technische Hilfsmittel, wird auch eine Viehhaltung mit Kühen, Ochsen und Pferden betrieben. Darunter sind seltene Rassen wie süddeutsche Kaltblüter, vogtländer Rotvieh sowie allerlei Kleingetier, angefangen bei Ziegen, Schafen, Schweinen, Hühnern und Gänsen. Wunderschöne Bauerngärten wurden an allen Themenhäusern und Vierseithöfen liebevoll angelegt. Eine Kapelle und ein Wirtshaus runden das Dorfgeschehen ab.

In regelmäßigen Abständen werden im Freilandmuseum Aktionstage veranstaltet. Hier kann man Vorführungen traditioneller Arbeits- und Handwerkstechniken verfolgen, Vorträge und Sonderausstellungen besuchen. Man darf bei der Eröffnung nach der Winterpause im März gespannt sein, welche baulichen Veränderungen und Erneuerungen auf die Besucher warten.

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