Kolumne

Das Museum Georg Schäfer – Ein Streifzug durch die Kunstgeschichte

Von: Sebastian Herbst

Das Museum Georg Schäfer – hier finden sich Werke vom Rokoko bis zum Impressionismus, vom Klassizismus bis zur Romantik. Umfangreich also und vor allem natürlich: mehrere hundert Jahre alt. Dabei macht das Museumsgebäude einen recht frischen Eindruck, wirkt wie ein moderner Betonklotz, nicht unattraktiv, aber eben auch nicht erhaben, zwar die Stadt Schweinfurt bereichernd, doch im Bürokomplex-Stil. Kann diese gefährliche Kombination gut gehen?

Modern: das Museum Georg Schäfer – Foto: Underscan, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode

Sie kann, und tut dies bereits seit über zehn Jahren. Für den Bau erhielt der Architekt Volker Staab sogar mehrere Architekturpreise. Verdientermaßen, denn dank der „Oberlichtsäle, in denen die Sammlung zum Strahlen gebracht wird“ wird den „Schätzen des 19. Jahrhunderts (ein würdiger) Rahmen“ gegeben, so Oliver Herwig in „Die Neuen Architekturführer Nr. 67“.

Die Sammlung des Museums Georg Schäfer wird diesem Rahmen auf jeden Fall gerecht: Schon allein die Teilsammlung von Carl Spitzweg überzeugt mit insgesamt 160 Gemälden und 110 Zeichnungen. Hinzu kommen weitere Werke von ebenfalls herausragenden Künstlern wie Caspar David Friedrich, Adolph Menzel, Wilhelm Leibl oder Max Liebermann, um nur eine kleine Auswahl der vertretenen Künstler zu nennen.

Eines von vielen Werken im Museum: "Der abgefangene Liebesbrief" von Carl Spitzweg

Die Sammlung ist natürlich weitaus älter, als das recht junge Museum, die es beherbergt: Der Namensgeber der Stiftung, die es unterhält, Dr. Georg Schäfer, begann bereits 1920 mit dem Sammeln von Kunstwerken und vererbte sie weiter, wobei sie immer weiter gelichtet wurde: 1993 erstmals wegen einer Pfändung aufgrund der kritischen Lage des familiengeführten Betriebes FAG Kugelfischer, in den 2000ern dann erneut, als Werke im Wert von zwölf Millionen Euro an die Bayerische Regierung und anderweitig verkauft wurden. Dass die Sammlung heute dennoch so groß ist, kann nur eine vage Vorstellung von dem liefern, auf was Georg Schäfer einmal stolz gewesen sein muss – und was wir heute noch bewundern können.

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