Kolumne

Das Kloster Seligenthal in Landshut – Geschichte erleben

Von: Marlene Soff

Wer einmal in Landshut zu Besuch war oder gar dort wohnt, hat mit sehr großer Wahrscheinlichkeit schon einmal vom Kloster Seligenthal gehört. Heute hauptsächlich aufgrund der Schulen und Kindertagesstätten bekannt, bietet das Kloster Seligenthal aber noch einen sehr viel wertvolleren Nutzen für die Stadt, als man auf den ersten Blick meinen möchte. Die Abtei der Zisterzienserinnen hat in den letzten 800 Jahren eine bewegende Geschichte hinter sich gebracht und kann dabei auf einige sehr interessante Momente zurückblicken.

Kloster, Denkmal und Sehenswürdigkeit zugleich

Das Kloster Seligenthal in einem Farbstich. Verlegt bei Johann Lucas Straub, München 1701-26.

Die Gründung des Klosters fand im Jahr 1232 statt und erfolgte durch die Witwe von Ludwig I., welcher auch als Stadtgründer von Landshut bekannt ist. Aus diesem Grund diente die Abtei auch als Grabmal für die bayrischen Wittelsbacher. Auf die Heilige Jungfrau Maria geweiht, wurde das Kloster Seligenthal schon sehr bald zu einer sehr großen Abtei und stellt in der heutigen Zeit europaweit eines der größten Klöster für Zisterzienserinnen dar. Die ursprünglich spätromanische Kirche, welche im Jahr 1259 geweiht wurde, fand in den Jahren zwischen 1732 und 1734 eine Neuerfindung, die durch einen Umbau in den Rokoko-Stil erfolgte. Durch diese Umgestaltung finden sich heute in der wirklich sehenswerten Kirche Deckengemälde, Stuck und ein Hochaltargemälde des berühmten deutschen Malers Johann Baptist Zimmermann. Es lohnt sich als in jedem Fall, einen Besuch in dieser Kirche einzuplanen!

Der Hochaltar in der Abteikirche – Foto: Allie_Caulfield

Im weiteren Verlauf der Geschichte, blieb auch dem Kloster Seligenthal die Säkularisation nicht erspart, und so kam es, dass sich die Abtei im Jahre 1803 auflöste. Durch die unaufhaltsamen Bestrebungen des aus München stammenden Weihbischofs Franz Ignaz von Streber stimmte König Ludwig I. schließlich einer erneuten Errichtung des Klosters zu und so nahm die Abtei ihren Betrieb im Jahr 1935 wieder auf. Sieht man sich die heutige Entwicklung des Klosters Seligenthal einmal an, so finden sich momentan in etwa 50 Schwestern dort, welche sich zum Teil in der Schule engagieren und zum Teil auch in den Kindertagesstätten wirken.

Eine Landshuterin empfiehlt

Ein Besuch in Landshut ist immer ein besonderes Erlebnis, da die Stadt an sich schon eine Sehenswürdigkeit darstellt. Für die Gäste ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten für Ausflüge, welche sich sicherlich ins Gedächtnis einprägen werden. Um nur ein paar wenige zu nennen, sollte man sich zum Beispiel den Aufstieg zur Burg Trausnitz auf keinen Fall entgehen lassen, und selbstverständlich auch die Martinskirche nicht außer Acht lassen. Ebenso sollte die Besichtigung der wunderschönen und facettenreichen Altstadt auf keinem Besichtigungsprogramm fehlen. Ein Punkt jedoch gehört zu Landshut, wie zu Bayern das Bier, nämlich das Kloster Seligenthal. Ob man sich nun für die Abtei generell interessiert, oder sich einfach nur die geschichtsträchtige Kirche ansehen möchte, bei einem Besuch im Kloster Seligenthal kann man sprichwörtlich in den Spuren der Geschichte wandeln und sich fast schon in eine andere Zeit versetzen lassen. Die Abtei heißt alle Gäste herzlich willkommen!

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