Kolumne

Das Klezmer-Festival in Fürth

Von: Holger Schossig

foto-holger-22Wie jedes Jahr steht ab heute das mittelfränkische Fürth wieder ganz im Zeichen der jiddischen Musik. Bis zum 14. März erklingen jüdische Folklore, Swing, Rock und viele Balladen. Bereits zum 12. Mal ist die Kleeblattstadt Ausrichter des internationalen Klezmer-Festivals. Es kommt nicht von ungefähr, dass gerade Fürth für das Klezmer-Festival zur Heimat wurde. Schon immer waren in Fürth viele Juden ansässig, früher wurde es auch Klein-Jerusalem genannt. Und noch heute gibt es hier jüdische Synagogen und einen jüdischen Friedhof.

Zum 12. Mal zu Gast in Fürth: das Internationale Klezmer-Festival - Foto: Hans-Joachim Winckler

Zum 12. Mal zu Gast in Fürth: das Internationale Klezmer-Festival – Foto: Hans-Joachim Winckler

Das Wort Klezmer ist in Fürth mittlerweile ein gängiger Begriff, in weiten Teilen Bayerns kennt man Klezmer aber vielleicht noch gar nicht. Zugegeben, die jüdische Musik ist gewöhnungsbedürftig und sicherlich nicht jedermanns Geschmack – wie bei allen anderen Musikrichtungen eben auch. Der Ursprung liegt in der jüdischen Volksmusik. Es wird sich dabei nach religiösen Traditionen gerichtet, wobei es mittlerweile nicht mehr ganz so streng zugeht. Die Gegenwart macht auch vor der jüdischen Musik nicht halt und fliest hier mit ein. Die Mischung macht´s eben: Rock ist dabei ebenso zu finden wie der Jiddpop. Aber auch Punk und die sogenannten sephardischen Lieder sind mit dabei. Dabei handelt es sich um Musikstücke die ursprünglich aus dem Spanien des Mittelalters kommen. Als Sephardim bezeichneten sich die Juden, die bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts in Andalusien lebten, von dort jedoch vertrieben wurden.

Zehn Tage lang kann man den jüdischen Klängen nun wieder in Fürth lauschen. Die Künstler kommen mittlerweile aus der ganzen Welt nach Franken. Darunter sind Bulgaren, Israelis und auch Kanadier – so international wie irgend möglich.

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