Kolumne

Das Freilichtmuseum Massing – ausgezeichnet mit dem Bayerischen Museumspreis

Von: Tanja Ranzinger

Das Freilichtmuseum Massing ist eines von drei Freilichtmuseen in Niederbayern. Gegründet wurde es 1969 von Michael Osterholzer als erstes Museum dieser Art in Bayern. Die Menschen im Wald sind stolz auf ihre Geschichte und was sie in der Vergangenheit geleistet haben. Ein großes Anliegen ist es den „Waidlern“, dass die Kindeskinder sehen können, wie es früher einmal war, als es noch keine Waschmaschine gab und die Kinder noch mit Stöcken und Holzschiffchen spielten. Man nicht gelangweilt vor dem Fernseher oder der Spielekonsole abhing, sondern seinen Eltern bei der täglichen Arbeit helfen musste. Fragt man die Alten, sagen sie zwar, dass es eine harte Zeit war, aber auch eine sehr schöne.

Der Heilmeierhof – Foto: Hans Eichinger, Freilichtmuseum Massing

Das Freilichtmuseum gibt es seit über 40 Jahren. Der Schusterödhof aus dem Jahre 1969 war der erste Hof, welcher im Freilichtmuseum errichtet wurde. Dieser aus dem Rottal stammende Vierseithof ist der Innbegriff eines niederbayerischen Bauernhofes. Mühevoll wurde er umgesiedelt. Im Freilichtmuseum sind allerdings noch viele andere Höfe zu besichtigen. Unter anderem der Kochhof, welcher ebenfalls ein Vierseithof aus dem Jahr 1930 ist. Das Freilinger Häusl ist eines der ältesten Bauernhäuser welches im Freilichtmuseum steht. 1988/89 wurde das kleine Holzhaus, welches aus Freiling bei Wurmannsquick stammt, übertragen.

Freilichtmuseum erhält Museumspreis

Spartanisch eingerichtete Schlafkammer – Foto: Hans Eichinger, Freilichtmuseum Massing

Mit dem Bayerischen Museumspreis wurde das Freilichtmuseum Massing 2007 für seine umfangreiche Sammlung von alten Textilien, Keramiken und landwirtschaftlichen Geräten ausgezeichnet. Interessant sind die unterschiedlichen Themenausstellungen, welche jährlich bis zu 25.000 Besucher anziehen.

Wer das Museum besucht, taucht in eine längst vergangene Zeit ein. Schauen Sie zu, wie früher gebuttert oder wie richtiges Bauernbrot im Steinbackofen gebacken wurde. Angebote gibt es viele im Museumsdorf Massing. Wie wäre es mit einem Schultag anno 1900? Die Kinder kennen den Schultag ihrer Oma nur aus Erzählungen. Aber selbst einmal auf den engen knarrenden Schulbänken zu sitzen und mit dem Griffel auf der Schiefertafel zu schreiben ist schon ein besonderes Erlebnis. Zumal es dort auch noch eine echte Museumslehrerin gibt, welche zwischen Fleißbildchen und Rohrstock einen Einblick in die alte Schulzeit in Bayern ermöglicht. Aber keine Angst, der Rohrstock hat schon lange ausgedient.

Noch viele weitere Attraktionen werden den Besuchern geboten, aber am besten wird es sein, Sie schauen einfach selber vorbei und genießen einen wundervollen Tag im Freilichtmuseum Massing.

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