Kolumne

Das Freilichtmuseum Finsterau – Reise in die Vergangenheit

Von: Tanja Ranzinger

Die Menschen in Bayern sind auf ihre Geschichte stolz. Gerade deshalb versuchen viele, das Alte festzuhalten und für die nachfolgende Generation zu erhalten. Anders ist es nicht zu erklären, warum man sich die Mühe macht, Bauerhöfe, welche eigentlich schon längst verfallen und vergessen wären, aufwendig abzubauen und an anderer Stelle wieder zu errichten. Zusammengetragen, um etwas versteckt hinter den Wäldern des Nationalparkes, recht nah an der böhmischen Grenze ein Dorf zu errichten, welches die alte Zeit wiederspiegelt.

Bauernhof von anno Dazumal – Foto: Freilichtmuseum Finsterau/Massing

Sicherlich fragen Sie sich nun, von was ich hier rede. Ich meine das Freilichtmuseum Finsterau. Dort wurde ein Fleckchen Erde gefunden, auf dem man ein typisches bayerisches Dorf errichtet hat. Zu jedem Dorf gehörte früher ein Wirtshaus, eine Schmiede und idyllische Bauernhöfe und Bauernhäuser. Diese standen da nicht immer. Nein, sie wurden aus dem gesamten Bayerischen Wald zusammengetragen, um sie letztendlich dort wieder aufzustellen, damit sie der Nachwelt erhalten werden können.

Die Stube, so spartanisch wurde damals gelebt – Foto: © Freilichtmuseum Finsterau/Massing

Eröffnet wurde das Museum im Jahr 1980, damals stand gerade erst einmal der Kapplhof, welcher mehrmals umgebaut, repariert und erweitert wurde. Dabei wurde allerdings strikt darauf geachtet, dass das Bild des Waidlerhofes aus dem 17./18. Jahrhundert nicht verändert wurde. Zum Dorf gehört auch der Tanzerhof , welcher ebenfalls in mühevoller Kleinarbeit abgetragen und im Freilichtmuseum wieder aufgebaut wurde.

Das größte Projekt, welches sich im Museum befindet, ist der Petzi-Hof. Erstmalig wurde ein Bauernhof in dieser Größe und den dazugehörigen Gebäuden als Ganzes in das Freilichtmuseum Finsterau übertragen. Ursprünglich stammt der Petzi Hof aus Pötzerreut. Zusammen mit dem Wohnhaus aus dem Jahre 1704 gehören auch das Inhaus, das Austragshaus, der Backofen, der Kuhstall, der Ochsenstall und der Stadel dazu. Der Stadel ist dabei das jüngste Gebäude und stammt aus dem Jahr 1927.

Gebacken wurde noch im Freien – Foto: © Freilichtmuseum Finsterau/Massing

Die Besucher dürfen hier ein lebendiges Dorf erwarten. Das heißt, dass man nicht nur die historischen Gebäude betrachten kann, nein, Handwerker führen ihre Kunst vor. So sieht man, wie vor langer Zeit Nägel gemacht wurden, oder wie hart die Arbeit damals für die Bauern war. Schnell werden dabei Kindheitserinnerungen geweckt, wenn man die bunten Gärten sieht oder den Blick über die Felder und Wiesen schweifen lässt. Zünftige Feste mit Musik und fröhlichen Menschen machen das Museumsdorf zu einem beliebten Treffpunkt. Genau wie früher sitzt man im Dorwirtshaus „Ehrn“ bei frischen Krapfen und Kaffee oder einer Maß Bier zusammen.

Sie haben gefallen gefunden am Freilichtmuseum? Dann sollten sie auch im Freilichtmuseum in Massing oder im Museumsdorf Bayerischer Wald in Tittling vorbeischauen.

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