Kolumne

Das einzige Schloss der Habsburger steht in Günzburg

Von: Marcus Schweizer

Die Stadt Günzburg ist wohl durch das Legoland überregional bekannt. Dennoch ist es nicht die einzige Attraktion der Stadt, im Gegenteil. Eine der wirklichen Sehenswürdigkeiten der Stadt ist das Markgräfliche Schloss, das in nur drei Jahren, nämlich von 1577 bis 1580 erbaut wurde. Die komplette Altstadt wurde zur damaligen Zeit als Oberstadt erschaffen und das Schloss diente als Residenz für den Grafen.

Das Markgräflische Schloss in Günzburg – Foto: Stadt Günzburg

Erzherzog Ferdinand II. von Tirol erschuf dieses Domizil, da er die sehr gute Lage von Günzburg als Handelsstadt erkannte. Heute liegt das Schloss mitten in der Altstadt und dient als Verwaltungsgebäude für Gericht und Finanzamt.

Das Markgräfliche Schloss ist das einzige Schloss in Deutschland, das von den Habsburgern erbaut wurde. Als Besonderheit ist zu sehen, dass im Hof des Schlosses eine eigene Kirche steht. Sie entstand in den Jahren 1579/80 und gilt als einzige Kirche im Stil der Spätrenaissance in ganz Süddeutschland. Leider ist der Innenraum nicht mehr im Originalzustand erhalten, denn einst soll eine prunkvolle Ausstattung das Schloss geziert haben. Zu den Zerstörungen trug ein Feuer im Jahr 1703 bei. Im 19. Jahrhundert fanden umfangreiche Bauarbeiten statt und letztlich trugen die Bomben im zweiten Weltkrieg auch zur Zerstörung bei. Um dem Schloss einen Teil seines ursprünglichen Zustandes wiederzugeben, wurde es zwischen 2004 und 2006 restauriert. Das Schloss und die dazugehörige Hofkirche sind bei einem Stadtbummel von außen zu besichtigen.

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