Kolumne

Besucherbergwerk Gleissinger Fels

Von: Tilman Weigel

Beim Stichwort Goldsuche denkt man an den Wilden Westen oder an den Klondike River in Alaska, an dem Dagobert Duck seine erste Million verdiente. Vielleicht auch an Südafrika, das jahrzehntelange das Saudi Arabien der Goldförderung war. Aber ans Fichtelgebirge? Dabei gibt es dort, unter dem Ochsenkopf, mit dem Besucherbergwerk Gleissinger Fels nicht nur das älteste Bergwerk Nordbayerns, sondern auch das das einzige öffentlich zugängliche Silbereisenbergwerk der Welt. Und dort kann man sich auch auf die Goldsuche begeben.

Willkommen im Besucherbergwerk Gleissinger Fels – Foto: Simone Werner-Ney

Tatsächlich gibt es etwas Gold in der Grube, abgebaut wurde hier aber Silbereisen. Das hat mit Silber nur den Namen und die Farbe gemeinsam, es handelt sich um ein Eisenerz. Das wurde ab etwa 1600 abgebaut und auch vor Ort verhüttet. Das geschah damals noch mit Holzkohle und davon gab es im Fichtelgebirge genug. Auch Wasser für die Hammerwerke gab es ausreichend und so prägten Bergbau und Eisenindustrie die Gegend mehr als drei Jahrhunderte lang.

Doch schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert war das Bergwerk nicht mehr konkurrenzfähig. Eisen konnte an anderer Stelle billiger abgebaut werden, statt Holz- wurde nun Steinkohle verwendet. 1859 wurde der Bergbau deshalb aufgegeben. Heute schürfen nur Besucher noch nach Metallen. Viel Gold gibt es nicht im Sand des Bergwerks, aber wer nichts findet, bekommt zumindest einen vergoldeten “Ausbeutetaler“.

Die meisten Besucher kommen aber wegen des alten Bergwerks. Von April bis Oktober kann man es besuchen und eine rund 75-minütige Führung mitmachen. Weil der Bergbau so früh aufgegeben wurde, entspricht die Einrichtung noch immer dem eines vorindustriellen Bergwerks. Mit Helm und Grubenlampe geht es durch alte Stollen. Wer sie durchquert sollte daran denken, dass sie vor mehreren hundert Jahren von Hand ausgehauen werden mussten.

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