Kolumne

Beim Neandertaler zuhause – Die Tropfsteinhöhle Schulerloch in Essing

Von: Marlene Soff

In der heutigen Zeit kann man es sich im Grunde genommen gar nicht mehr vorstellen, dass die Menschen der Urzeit in Höhlen leben mussten, auch wenn so manch eine Wohnung ebenfalls eher einer Höhle gleicht. Nichtsdestotrotz hatten die Menschen früher einfach keine andere Wahl und so nutzen sie eben die Wohnungen der Natur. Eine der am besten erhaltenen und auch schönsten Höhlen dieser Art findet sich im urigen Niederbayern, genauer gesagt in Essing. Das Schulerloch, wie die Höhle auch genannt wird, zählt zu den imposantesten Tropfsteinhöhlen der heutigen Zeit und bietet den Besuchern im Halbstundentakt die Möglichkeit, auf Tuchfühlung mit dem Leben eines Neandertalers zu gehen. Doch das ist bei Weitem noch nicht alles, was es im Schulerloch zu entdecken gibt.

Eine komplett andere Welt erkunden

Das Tropfsteinwasserbecken – Foto: Höhlenverwaltung Schulerloch

Ein Besuch im Schulerloch zeigt einem nicht nur die Faszination Höhle an sich sehr eindrucksvoll auf, sondern auch noch viele andere Facetten. Wie der Name Tropfsteinhöhle schon sagt, gibt es dort einige wirklich interessante Tropfsteine zu sehen, die über viele Jahrtausende hinweg entstanden sind. Des Weiteren hat auch eine Tropfsteinhöhle eine wirklich artenreiche Flora zu bieten. So finden sich dort neben den Steinen auch noch viele sehr schöne Pflanzen, Blumen und sogar Bäume. Selbstverständlich finden sich in der Höhle auch noch einige Verweise auf die ehemaligen Bewohner. Dazu zählen die Neandertaler genauso, wie verschiedene eiszeitliche Tiere, welche in dieser Höhle einen Unterschlupf gesucht haben. Neben den einfachen Führungen hat sich die Höhlenverwaltung übrigens in den letzten Jahren auch noch einige Besonderheiten einfallen lassen, um die Besucher immer wieder neu zu überraschen. So können Kinder dort zum Beispiel ihren Geburtstag feiern, es werden Sinnes- und Intensivführungen angeboten und es gibt ein paar Ausstellungen sowie ein Museum. Außerdem werden seit Neuestem auch noch Konzerte im Inneren der Höhle veranstaltet, welche ein unvorstellbares Klangerlebnis bieten.

Warm anziehen und eintauchen

Ein Erlebnis für Groß und Klein: die Sinnestour – Foto: Höhlenverwaltung Schulerloch

Entscheidet man sich zu einem Besuch im Schulerloch, sollte man sich in jedem Fall warme Kleidung anziehen, da es, unabhängig von der Temperatur draußen, in der Höhle lediglich neun Grad hat. Das feuchte Klima der Tropfsteinhöhle macht es dann noch einmal ein wenig kälter. Wer sich jedoch gut einpackt, kann unbetrübt die Geheimnisse der Höhle erkunden und dazu die regelmäßigen Führungen nutzen. Es sollte jedoch noch erwähnt werden, dass das Schulerloch von November bis März geschlossen ist, da zu diesem Zeitpunkt unzählige Fledermäuse dort ihr Winterquartier aufschlagen. Und die brauchen nun mal ihre Ruhe.

Kommentar hinterlassen