Kolumne

Bayerns Brezln schmecken nicht

Von: Holger Schossig

So, da ham wer den Salat, pardon, die Brezl! Was muss ich da lesen? In Bayern, im Land der Brezln, sollen selbige nicht schmecken? Na das ist doch die Höhe…

Also zumindest sagt das das “Zeit”-Magazin. Das Institut für die Qualitätssicherung von Backwaren hat nämlich die Brezl-Statistik ausgewertet und Erstaunliches festgestellt: die Goldmedaille geht an: Baden-Württemberg. Und das kommt, weil die freiwillige Bäcker-Kontrolle, die deutschlandweit agiert, Auszeichnungen für Backwaren vergibt. Dabei gingen rund doppelt so viele in unser westliches Nachbar-Bundesland, als zu uns selbst. Was soll man denn davon halten?

Schmeckt nicht, gibt´s doch gar nicht! – Foto: © Brigitte Heinen / PIXELIO

Interessant ist, dass zwar Bayern auch gute bzw. sehr gute Noten bekommen hat, allerdings keine einzige Auszeichnung nach München ging. Wäre das nicht schon schlimm genug, wurde sogar in Hamburg, dort, wo es eh kaum Brezln gibt, ein Bäcker mit der Note “1” ausgezeichnet. Sogar die Städte Wiesbaden und Heppenheim in Hessen, Dresden in Sachsen, Niederkirchen in Rheinland-Pfalz und Wenningstedt auf Sylt liegen vor uns!

Eine Schmach, die Bayern nur schwer wegstecken kann! Ein Skandal! Ein Ding der Unmöglichkeit! Können und dürfen wir uns das gefallen lassen? Oder zweifeln wir das sogar an? Also wissen Sie was? Mir schmeckt meine Brezl. Und wir haben eh das schönere Bundesland, oder? 😉

5 Kommentare zu Bayerns Brezln schmecken nicht

  1. Höchst selten kommentiere ich, in diesem Fall mache ich allerdings eine Ausnahme.

    Als gebürtiger Baden-Württemberger, der mittlerweile seit mehreren Jahren in Bayern lebt, kann ich hier ein klares Urteil fällen. Ich liebe Brezeln / Brezn. Geschmacklich liegt Baden-Württemberg in der Tat weit vorne. Ich bin kein Bäcker, aber als Konsument fallen mir folgende Unterschiede auf:

    1. Mit Salz oder ohne Salz?
    Diesen Unterschied gibt es in Ba-Wü nicht. Dort hat jede Brezel ein wenig Salz. Ohne Salz schmeckt die Brezel nicht, bestellt man “mit Salz” kann man die Brezel kaum erkennen. Beides ist für meinen Geschmack nichts.

    2. Konsistenz
    Die Ba-Wü-Brezel ist deutlich “lockerer” in ihrer Konsistenz. Die bayerische Brezn hat einen deutlich festeren Teig.

    Ihr lieben bayerischen Bäcker: Überdenkt doch einfach euer Grundrezept. Möglicherweise wäre eine Erweiterung des Brezelangebots denkbar.

    Nicht nur “mit extrem übertrieben viel Salz” und “kein Salz” anbieten, sondern auch die optionale Möglichkeit “schmackhaft mit ein wenig Salz” in das Angebot aufnehmen 😉

    Zur Rettung der bayerischen Ehre sei gesagt: Das Bier in Bayern liegt geschmacklich auf Weltklasse-Niveau 🙂

  2. Na klar schmecken Bayerns Brezn und zwar sehr gut. Finde, dass die Bayern die besten Brezn machen die es überhaupt in Deutschland gibt und am besten finde ich passt dazu frischer Krautsalat und Weisswürstchen.

    Liebe Grüsse Benni

    Mein Rezept für Brezn:
    http://www.bcproject.de/2009/05/12/laugenbrezel/

    Guten Appetit!!!!

  3. Leider wurden durch das Institut für die Qualitätssicherung von Backwaren nicht die Brezn vom Weidacher Backstüberl getestet, die wir unseren Gästen auf dem Floß zu Weißwuascht und Leberkaas reichen. Bisher gab es immer nur Lob, selbst von den verwöhnten Gaumen aus Baden-Würtemberg. Und das beste Bier hobn mia sowieso.

  4. Oider! Muss ich jetzt schon im Bayernblog erwähnen, dass wir in Bayern Breze (oder Dialekt: Brezn) sagen. Und das Wort “Weisswürstchen” geht schon gleich dreimal nicht 😛

  5. Hinsichtlich Konsistenz möchte ich dem Erstkommentierenden Michael Lang wiedersprechen: Mir ist eine festere Breze lieber – ich mag keine Luftnummern.

    In Bezug auf das aufgestreute Salz hat er allerdings recht. Es hat sich ausgehend von den Großbackbetrieben eine Unsitte verbreitet, welche mich ebenfalls stört. Es ist oft viel zu viel Salz aufgestreut.
    Deshalb kaufe ich meine Brezen bei einem kleinen Bäcker, der seine Teigrohlinge nicht aus der Fabrik bezieht.
    Ein Gruß aus Franken!

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