Kolumne

Bayern – Vom einstigen Königreich zum Freistaat Teil 2

Von: Marlene Soff

Als das einst so zerrissene Land Bayern zu einem vereinten Reich zusammengeführt wurde und so an Stärke gewann, wurde gleichzeitig auch der Grundstein für ein politisches System gelegt. Im Jahr 1806 bekam der damalige Kurfürst von Bayern die Souveränität und zeitgleich auch noch den Königstitel verliehen. Und so trat dann in diesem Jahr der frischgebackene König Maximilian I. Joseph ins Scheinwerferlicht, um Bayern zu neuem Glanz zu führen. Unter ihm wurde im Jahre 1813 dann auch der sogenannte Vertrag von Ried geschlossen, wodurch Bayern die Regionen Salzburg, Vorarlberg und Tirol wieder an Österreich abtreten musste. Im Gegenzug bekam Bayern dafür die Rheinpfalz zurück, und Bayern trat dem Deutschen Bund bei.

Nachfolger, die für Aufregung sorgten

König Ludwig I.

Dem ersten König von Bayern folgten dann über die Jahrzehnte noch einige mehr. Der direkte Nachfolger von König Maximilian I. Joseph war König Ludwig I., welcher sich sehr stark um die Bereiche Kunst und Wissenschaft kümmerte und diese in Bayern entsprechend förderte. Er machte dann auch kurzerhand die schöne Stadt München zur Hauptstadt der Kunst. Nichtsdestotrotz machte er nicht nur mit schönen Dingen auf sich aufmerksam, er galt auch als besonders streng und leitete zahlreiche Verfahren wegen Majestätsbeleidigung und auch wegen Hochverrats ein. Das kam natürlich nicht besonders gut bei der Bevölkerung an. Seine politischen Gegner bemängelten auch noch die starken Bemühungen in Griechenland sowie die Bewilligung bayrischer Staatsgelder, um eine griechische Anleihe ins Leben zu rufen. Zudem machte sich König Ludwig I. auch einen Namen, indem er zum Beispiel evangelische Menschen benachteiligte, wobei dies bei Weitem nicht die einzigen Gruppen waren, die den Zorn des Königs zu spüren bekamen.

König Maximilian II. Joseph

Besondere Aufregung entstand zudem im Jahr 1844, als König Ludwig I. den evangelischen Gustav-Adolf-Verein per Gesetz verbot und sich kurz darauf eine Affäre mit der Tänzerin Lola Montez leistete. Ab diesem Zeitpunkt war das Volk vollends verärgert und brachte dies auch in umfassenden Tumulten zum Ausdruck. Im Jahr 1848 gipfelten diese Aufläufe in der berühmten Februarrevolution, welche schlussendlich auch dazu führte, dass König Ludwig I. am 20. März 1948 seine Krone niederlegen musste. Natürlich standen willige Nachfolger schon bereit und so wurde Maximilian II. zum neuen bayrischen Oberhaupt gekrönt. Doch auch er konnte die politischen Wirren im Land während seiner Zeit als König nicht komplett ins rechte Licht rücken und so machte sich in Bayern mehr und mehr die Polizeiwillkür breit. Nichtsdestotrotz schaffte es König Maximilian II., die Beziehungen zu Österreich zu vertiefen, was auch starken Einfluss auf die Innenpolitik Bayerns hatte.

Ein Märchenkönig steht schon in den Startlöchern

Die Amtszeit von König Maximilian II. dauerte 16 Jahre, wodurch bereits im Jahr 1864 ein neuer König auf den Plan trat. Dieser sollte ein echtes Vermächtnis für Bayern werden und wird noch heute von vielen Menschen im Freistaat und auf der ganzen Welt verehrt. Die Rede ist von König Ludwig II., dem Sohn von König Maximilian II., welcher als Märchenkönig in die Geschichte eingehen sollte. Mehr dazu in Teil 3!

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