Kolumne

Bayern könnte demnächst größer werden

Von: Holger Schossig

foto-holger-211Senden ist eine Stadt mit 22.000 Einwohnern im Regierungsbezirk Schwaben. Die Stadt liegt direkt an der Iller und auch direkt an der Grenze zu Baden Württemberg. Hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Doch genau hier könnte sich demnächst entscheiden, ob der Freistaat Bayern größer wird oder vielleicht auch kleiner.

Wo liegt nun die wahre Grenze - im Fluss oder daneben? - Foto: © peps22 / PIXELIO

Wo liegt nun die wahre Grenze – im Fluss oder daneben? – Foto: © peps22 / PIXELIO

Wie, größer oder kleiner? Es gibt doch schließlich festgelegte Grenzen. Oder etwa doch nicht? Nun ja, Grenzen gibt es schon, doch die sind nicht immer so genau, wie es vielleicht den Anschein hat. Da gibt es Messdaten in Bayern und Messdaten in Baden Württemberg. Ob oder wie diese zusammenpassen, das soll nun geklärt werden.

Der Grund ist der, dass die Europäische Union Ungenauigkeiten in den Landkarten nicht duldet. Sie möchte einheitliche Werte von den jeweiligen Ländern erhalten, um das Gebiet der Europäischen Union genau vermessen zu können. Und da ist gerade das schwäbische Senden ein Dorn im Auge. Hier verläuft nämlich die Grenze mitten durch den Stadtteil Ay.

Früher war es einfach, da verlief die Grenze genau durch die Iller. Doch Anfang des 19. Jahrhunderts haben sich diese Grenzen immer wieder durch den Tausch von Herrschaftsgebieten verschoben. Die Folgen sieht man jetzt: Die Grenzen sind ungenau und müssen nun neu vermessen werden. Das kann zur Folge haben, dass Bayern entweder größer wird oder sich verkleinert. Oder vielleicht passiert auch gar nichts und die ganze Aufregung war umsonst. Aber eines ist klar: Hergeben werden wir bayerisches Gebiet nicht so ohne Weiteres!

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