Kolumne

Babyboom in der Oberpfalz

Von: Anja Bergler

foto-anja-22Das Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung in München gab am vergangenen Freitag die neuesten Zahlen zum Geburtenstand der ersten 3 Quartale 2009 im gesamten Bundesland Bayern bekannt. Das Ergebnis war dabei mehr als erstaunlich. In sechs der insgesamt sieben Regierungsbezirke wurden weniger Babys geboren. Nur die Oberpfalz konnte einen leichten Geburtenanstieg von 0,1 % im Vergleich zu 2008 verzeichnen.

Bayern muss wieder mehr Nachwuchs bekommen - Foto: © Sonja Mahr / PIXELIO

Bayern muss wieder mehr Nachwuchs bekommen – Foto: © Sonja Mahr / PIXELIO

Die Zahlen der anderen Regierungsbezirke sind teilweise alarmierend. So gingen in Oberbayern die Geburten um 0,4 % sowie in Mittelfranken um 0,9% zurück. Noch schlimmer traf es den Regierungsbezirk Schwaben. Hier ist sogar ein Geburtenrückgang von 5,6 % zu verzeichnen, während sich Niederbayern mit 4,6 %, Unterfranken mit 4,5 % und die Oberfranken mit 4,4 % eher im Mittelfeld befinden. Dies macht im Schnitt einen Geburtenrückgang von 2,3 % in der bayerischen Bevölkerung im direkten Vergleich mit 2008.

Das bedeutet in Zahlen ausgedrückt, dass insgesamt 76.223 Babys in den Monaten Januar bis September 2009 das Licht der Welt erblickt haben. Das sind genau 1.769 Kinder weniger als im Jahreszeitraum zuvor. Nimmt man nun, um die Statistik zu vervollständigen noch die Sterbefälle hinzu, die im gleichen Zeitraum um 1.500 auf insgesamt 90.490 gestiegen sind, wird man sehr leicht erkennen, dass die Geburten die Sterbefälle zahlenmäßig nicht ausgleichen können. Langfristig gesehen bedeutet dies einen Bevölkerungsschwund, der nicht so leicht aufzuhalten ist.

Da die Oberpfalz allerdings, ebenso wie Oberfranken, bereits jetzt schon sehr stark vom demografischen Wandel betroffen ist, sind diese Zahlen eigentlich eher erfreulich. Die Einwohner zieht es in die Ballungsgebiete, weil dort die Beschäftigungssituation nicht so angespannt ist, wie bei uns im nordbayerischen Raum. Genau diesem Problem gilt es, kurzfristig gesehen, massiv entgegenzuwirken.

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