Kolumne

Augusta Vindelicorum – Vom Militärlager zur Stadt

Von: Anke Becker

Augusta Vindelicorum war, bevor es zur Stadt Augsburg heranwuchs, ein Militärlager der Römer. Es wurde im Jahre 15 v. Chr. erbaut und sicherte die neu eroberten Gebiete. Das besetze Gebiet gehörte dem keltischen Volksstamm der Vindelicer. Die Eroberung fiel in die Regierungszeit von Kaiser Augustus und so wurde das Lager an den Flüssen  Wertach und Lech ihm zu Ehren „Augusta“ genannt. „ Vindelicorum“ geht dementsprechend auf die Vindelicer zurück.

Kaiser Augustus gründete die Stadt Augsburg – Foto: Andreas Wahra

Im Laufe der Jahre entwickelte sich aus der militärischen Keimzelle eine Stadt, indem sich zunächst eine normale Siedlung zur Militärbasis hinzugesellte. Ab circa 100 n. Chr. wurde Augusta Vindelicorum zur Hauptstadt der Provinz Raetia. Die Stadt erlebte eine Hochphase bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. Es entstand eine Stadtmauer rund um Augsburg und es wurden immer mehr Häuser aus Stein gebaut. Aus dieser Blütezeit stammen auch Ausgrabungen wie der Marktplatz der Stadt und eine römische Therme (Äußeres Pfaffengäßchen).

Augsburg profitierte vor allem davon, dass es an einem Hauptverkehrsknoten lag. Hier kreuzten sich verschiedene Römerstraßen, die nach Mainz, Cannstatt, Bregenz, Salzburg und Verona führten. Die Via Claudia Augusta verlief direkt durch Augsburg. Sie verband die Provinz Raetia mit dem Eroberer Italien. Von der ursprünglichen Straße ist in Augsburg allerdings fast nichts mehr übrig geblieben: In der Stadt erinnert die breite Maximilianstraße noch an die große Verbindungsstraße. Außerdem ist ihr Verlauf vom Roten Tor aus bis nach Haunstetten nachvollziehbar. Relikte aus der Blütezeit des römischen Augsburg findet man im Römischen Museum in der Dominikanergasse.

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