Kolumne

Augsburger initiieren ein Bürgerbegehren für ihr Stadtbad

Von: Marcus Schweizer

foto-marcus-25 Hohe Wellen schlägt der geplante Verkauf des Alten Stadtbades in Augsburg. Die Stadt wollte sparen und so stand das Bad mit hohen Unterhaltskosten auf dem Kostenplan. Doch bevor ein Beschluss gefasst werden konnte, machten die Augsburger mobil und streben nun ein Bürgerbegehren an.

10.000 Unterschriften müssen gesammelt werden, damit dieses Begehren den Bürgern die Entscheidungshoheit erlaubt. So wurde prompt ein Stand vor dem Stadtbad errichtet, wo schon in der ersten Stunde 180 Unterschriften geleistet wurden. In wenigen Tagen haben bereits mehr als 1.000 Menschen unterschrieben. Bürger halten mit dem Auto an oder kommen extra ans Stadtbad, um ihre Unterschrift zu leisten.

Der Badespaß könnte schon bald vorbei sein - Foto: © Stephanie Hofschläger / PIXELIO

Der Badespaß könnte schon bald vorbei sein – Foto: © Stephanie Hofschläger / PIXELIO

Die Augsburger sind sehr geübt, was Volksbegehren betrifft. Schon in der Vergangenheit gab es viele Initiativen, die den politischen Entscheidern das Fahrwasser unterm Kiel entzogen hatten. Das ist auch nicht verwunderlich, denn es geht das Gerücht um, dass ein Interessent für den Kauf des Stadtbades ein Bekannter des Kämmerers sein soll. Jedenfalls stoppten die Augsburger auch schon das Projekt Mobilitätsdrehscheibe Kö, verhinderten 2004 den Verkauf des städtischen Abwasserbetriebes oder ließen den schon begonnenen Bau der Treppe am Fünffingerlesturm abreißen. Die Kosten für ein Bürgerbegehren belaufen sich auf etwa 250.000 Euro, die unter anderem für die Eröffnung von Wahllokalen anfallen würden. Mit dem Geld könnte man wohl auch das Stadtbad weiter unterhalten. Jedenfalls sieht es momentan so aus, als ob der Verkauf auch ohne Bürgerbegehren von der Streichliste kommt.

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