Kolumne

Auerbach – zwischen Truppenübungsplatz und Kloster

Von: Holger Schossig

Der Name Auerbach ist in Deutschland zweimal zu finden. Einmal ist es der Ortsame für die große Kreisstadt im Vogtland, zum anderen liegt im nördlichsten Zipfel des Landreises Amberg-Sulzbach ebenfalls eine Stadt, die Auerbach heißt. Damit keine Verwechslungen auftreten, hat sie das Anhängsel “in der Oberpfalz“.

Die Innenstadt mit Rathaus und Johannes-Kirche – Foto: Oxensepp

Die Geschichte der Stadt geht bis in frühe 12. Jahrhundert zurück, als der Bamberger Bischof Otto der Heilige ein Benediktinerkloster mit dem Namen Michelfeld gründete. Dieses lag rund drei Kilometer vom Ort Urbach entfernt. Da mit den Jahren das Treiben der Kaufleute und Händler rund um das Kloster solche Ausmaße annahm, dass man es nicht mehr bewältigen konnte, wurde der Markt kurzerhand nach Urbach verlegt. Der Ort wuchs und wuchs immer mehr, erhielt im Laufe der Zeit auch noch ein “A” und ein “E” mit in seinen Namen und schon hieß er Auerbach.

Als die Armee kam

In der Geschichte Auerbachs sind einige Besetzungen und Zerstörungen zu verzeichnen, so während des Hussitenzugs 1430 und auch während des Dreißigjährigen Kriegs von 1618 bis 1648. 1634 kam dann noch eine große Pestepidemie dazu. Von all diesen Rückschlägen konnte sich die Stadt immer wieder erholen und wuchs mit der Zeit an.

Die ehemaligen Gruben Maffei I und II, hier im Jahr 1950 – Foto: Gerdl

Ein einschneidendes Ereignis fand dann im Jahr 1936 statt. Der nahegelegene, ehemalige Schießplatz wurde durch das NS-Regime und die Aufrüstung der Wehrmacht erheblich erweitert. Auerbach verlor dabei einen großen Teil des östlichen Hinterlandes, sein Amtsgericht und sogar 24 Orte. Noch heute ist der Truppenübungsplatz Grafenwöhr dort zu finden, auf dem unter anderem Einheiten der United States Army Europe und der United States Air Forces in Europe Übungen abhalten. Der Truppenübungsplatz heißt seit 2006 Joint Multinational Command Training Center. Durch die Truppenübungen direkt vor der Haustür ist Auerbach somit nicht immer die ruhigste Gegend.

Bekannt wurde Auerbach aber auch durch seine Eisenerzvorkommen, die bis 1987 in den Gruben Maffei I und II in Nitzlbuch abgebaut wurden. 86 Jahre lang förderte man Eisenerz zutage. Heute ist im ehemaligen Stollen das Bergbaumuseum Maffeischächte zu finden.

Ach ja, und das Kloster, was wurde aus dem? Wie viele Klöster, so wurde auch Michelfeld während der Säkularisation 1803 aufgehoben. Die Gebäude sind noch alle vorhanden, aus der Klosterkirche wurde die Pfarrkirche. Heute ist in den weitläufigen Anlagen die Regens-Wagner-Stiftung untergebracht, die sich um die Betreuung und Förderung behinderter Menschen kümmert.

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