Kolumne

Abtei Münsterschwarzach – ein uraltes Kloster mit lebendiger Bruderschaft

Von: Ingrid Neufeld

Das Kloster Münsterschwarzach wurde schon 780 nach Christus gegründet und liegt mitten in Weinbergen an der Mündung der Schwarzach in den Main. Münsterschwarzach ist eines der ältesten Klöster in Franken. Es ist ein beeindruckendes Gebäude, bei dem vor allem die vier massiven Türme der Klosteranlage auffallend ins Auge stechen.

Das Kloster in Münsterschwarzach – Foto: Störfix

Gegründet wurde das Kloster von der dritten Frau Karls d. Großen. 844 wurde eine Tochter Karls des Großen, namens Theodrada Äbtissin. Zunächst war es ein Nonnenkloster. Als  877 die letzte karolingische Äbtissin starb, gaben die Nonnen das Kloster auf und zogen nach Zürich.

Daraufhin wurde das Kloster von Benediktinermönchen übernommen. Es erlebte Zerstörung, Verwaisung und Wiederaufbau. Seit 1914 ist das Kloster eine Abtei.  Noch heute leben die Mönche nach der Regel des Hl. Benedikt. Das benediktinische Leben hat eine klar strukturierte Tagesordnung, in der Gebet und Arbeit, Einsamkeit und Gemeinschaft, Schweigen und Reden ihren festen Platz haben.

Trotzdem leben die Mönche in diesem Kloster nicht zurückgezogen und weltfremd. So unterhält die Abtei eine Reihe von Werkstätten und Betriebe, in denen Mönche und säkulare Mitarbeiter Klosterprodukte herstellen und auch Lehrlinge ausbilden.  Der klostereigene Vier-Türme-Verlag ist vor allem durch die Produktionen von Pater Anselm Grün sehr bekannt, dessen Schriften in aller Welt gelesen werden.

So sah die Basilika im 18. Jahrhundert aus, Modell von Baltasar Neumann – Foto: FA2010

Dazu kommen eine Druckerei, eine Buchbinderei, verschiedene Werkstätten  und die FAIR Handel GmbH. Die Mönche widmen sich schon seit vielen Jahren dem fairen Handel, wodurch die Produzenten in den Dritte-Welt-Ländern einen Preis erzielen, der ihnen das Überleben ermöglicht.

Eine große Bedeutung kommt der Missionsarbeit zu. In Afrika tragen die Mönche durch den Bau von Brunnen dazu bei, dass Menschen sauberes Wasser bekommen. In Tansania sorgen sie in 16 Kindergärten dafür, dass die Kinder eine tägliche Mais-Ration erhalten, um nur einige Projekte zu nennen.

Doch die Abtei in Münsterschwarzach präsentiert sich auch zu Hause offen, so sind Gäste willkommen und können in einem wechselnden Programm verschiedene Angebote wahrnehmen. Seelsorgegespräche, geistliche Begleitung und Beichte sind ebenfalls selbstverständlich.

Sollte jemand Mönch werden wollen, gibt es sogar die Möglichkeit, dieses Leben auf Zeit auszuprobieren. Dass die Gottesdienste für Besucher jederzeit miterlebt werden können, versteht sich von selbst. Gäste sind willkommen und können sich in der Klosterkirche, dem Missionsmuseum sowie einem Teil der Betriebe und Läden umschauen.

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