Kolumne

Abensberg: Am Rande des Bierlandes Bayern

Von: Harry Sochor

Die 13.000-Einwohner-Stadt Abensberg liegt am Schnittpunkt mehrerer bayerischer Kulturlandschaften. Das Donautal mit dem legendären Kloster Weltenburg nahe des Donaudurchbruchs, das Altmühltal und die Hallertau, das weltweit größte Anbaugebiet für Hopfen, liegen fast ringförmig um die Stadt an der Abens.

Abensberger Wahrzeichen: der Maderturm – Foto: Gunterius

Der Ort kann auf eine lange Geschichte zurück blicken, wovon die sehenswerte Abensberger Altstadt zeugt, jedoch wurde die Region schon besiedelt, als der erste Grundstein für die Stadt noch in unerreichbar ferner Zukunft lag. Denn schon in der Jungsteinzeit siedelten hier Menschen und richteten sogar eine vorgeschichtliche Industriestätte ein: Der Feuerstein aus dem Abensberger Stadtteil Arnhofen war mehr als begehrt, er wurde zu Klingen, Pfeilspitzen und Bohrern verarbeitet.

Die eigentliche Stadtgeschichte beginnt im 12. Jahrhundert, als Gebhard I. die Burg Abensberg errichtete. Die Siedlung gedieh prächtig, so dass Abensberg am 12. Juni 1348 die Stadtrechte bekam. Weil damit unter anderem das Recht verbunden war, Märkte abzuhalten und eine Stadtmauer zu errichten, ließ Ulrich III. von Abensberg die Stadt befestigen.

Auch während der Napoleonischen Kriege spielte Abensberg eine – jedoch nicht kriegsentscheidende Rolle: Die französischen und österreichischen Truppen lieferten sich am 19. und 20. April mehrere Gefechte zwischen der Abens und der Großen Laaber, aus den Scharmützeln gingen die Franzosen als Sieger hervor.

Der Stadplatz mit Rathaus – Foto: Gunterius

Der bekannteste Sohn der Stadt, Johannes Thurmair wurde am 4. Juli 1477 in Abensberg geboren und gilt als der Vater der modernen, wissenschaftlichen Geschichtsschreibung. Nach seinem Studium in Ingolstadt, Wien, Krakau und Paris kehrte er in die Heimat zurück und hielt ab 1507 Privatvorlesungen in Ingolstadt. Zu seinem wissenschaftlichen Werk gehören neben einer lateinischen Grammatik aus dem Jahr 1512, eine systemmatische Darstellung der Wissenschaften, die als Anhang zu seiner Grammatik veröffentlicht wurde. Das Hauptwerk ist allerdings eine Bayerische Geschichte, die zwischen 1517 und 1522 entstanden ist.

Heute ist Abensberg vor allem für zwei Dinge bekannt:

Der Abensberger Spargel gilt als besondere Delikatesse, unter Kennern sogar als der Beste in Bayern.

Der Gillamoos ist einer der ältesten Jahrmärkte in Bayern und findet alljährlich um den ersten Sonntag im September statt. Er gilt nach dem Münchner Oktoberfest und dem Gäubodenfest in Straubing als drittgrößtes Volksfest in Bayern. Traditonell gibt sich beim Frühschoppen am Gillamoos-Montag die politische Elite ein Stelldichein. Zugleich halten in vier Zelten und im Weißbierstadel namhafte Politiker ihre Reden. Deshalb gilt der Gillamoos-Montag nach dem politischen Aschermittwoch als wichtigste öffentlichkeitswirksame Polit-Veranstaltung. Welch hohes Ansehen dieser Veranstaltung gilt, zeigt sich daran, dass sich mit schöner Regelmäßigkeit auch Bundes- und Landesminister in Abensberg zeigen.

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