Kolumne

5 atemberaubende Höhlen in Bayern

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Seit jeher sind Höhlen für viele Menschen ein Symbol für Abenteuer und Entdeckung. Schon vor Tausenden von Jahren wurden sie von uns genutzt, um Unterschlupf zu finden. Sie waren auch ein Ort, an dem Glaube und Kultur praktiziert wurden. Ob unter- oder überirdisch: Höhlen sind auch ein wichtiges Werkzeug, um die Geologie und die Erde zu verstehen. Sie helfen uns, mehr über die Entstehung und Entwicklung bestimmter Landschaften zu erfahren. Deshalb sind geführte Höhlentouren sehr lehrreich und lohnenswert. Erlebe auch Du die Geologie und die Geschichte der Erde hautnah, in den 5 schönsten Höhlen Bayerns.

So entstehen Höhlen

Der Beginn der Entstehung von Höhlen liegt in der geologischen Entwicklung der Erde. Im Laufe von Jahrmillionen bildeten sich durch die Erosion von Gestein und Sedimenten unterschiedliche Landschaften. Dabei entstanden auch Höhlen, geformt von Wasser und Wind. Wasser ist eine der häufigsten Ursachen für die Entstehung von Höhlen. In Form von Regen, Eis und Schnee ist es oft in Kontakt mit Gestein und beginnt, es abzutragen. Diese Erosion schafft immer tiefer werdende Spalten, die als Höhlen bezeichnet werden.

Der Wind ist auch ein wichtiger Faktor bei der Entstehung dieser faszinierenden Felsformationen. Winderosion tritt vor allem in recht trockenen Gebieten auf. Dabei werden dort Sand und Staubpartikel durch die Luft getragen, die das Gestein abschleifen. Auch die geologische Aktivität trägt zur Entstehung von Höhlen bei. Vulkanische Aktivität und Erdbeben zum Beispiel verändern über Millionen Jahre hinweg Gesteinsformen. Höhlen können eine Vielfalt von Tieren beherbergen. Fledermäuse, Vögel, Insekten, Reptilien und andere Arten leben darin. Einige Tiere lagern darin sogar ihr Futter!

Doch nicht alle Höhlen sind auf natürlichem Weg entstanden. Einige sind von Menschenhand geschaffen worden, um als Unterkünfte, Lagerräume oder religiöse Zentren zu dienen. Daher sind sie seit jeher für uns von großem Interesse. Viele Menschen besuchen diesen wichtigen Teil der geologischen Landschaft, um seine Einzigartigkeit zu erleben. So auch in Bayern. Der Süden Deutschlands hat eine Vielzahl sehenswerter Grotten und Höhlen. 

Die 5 beeindruckendsten Höhlen Bayerns

Die König-Otto-Tropfsteinhöhle

Eine der schönsten Tropfsteinhöhlen Deutschlands liegt im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. Ihren Namen verdankt sie dem Tag ihrer Entdeckung, denn sie wurde erstmals am Namenstag König Ottos von Bayern im Jahre 1895 gesehen. Du kannst die Höhle im Rahmen einer barrierefreien Führung bewundern. Plane dafür mindestens 45 Minuten ein und zieh Dich warm an. In der Höhle sind es nämlich nur 8 Grad. Bestimmt wirst Du aus dem Staunen nicht mehr herauskommen, wenn Du zusammengewachsene Stalagmiten und Stalaktiten siehst. Für wenig Geld kannst Du eine Fotogenehmigung kaufen und das spektakuläre Sinterbecken ablichten. Wenn Du möchtest, kannst Du sogar Deinen Hund mitnehmen, selbstverständlich angeleint.

Die Schellenberger Eishöhle: Geheimtipp für Wanderer

Ein weiteres Höhlen-Highlight in Bayern ist zweifellos die Schellenberger Eishöhle. Sie ist die einzige ihrer Art in Deutschland, die begehbar ist – aber natürlich nicht auf eigene Faust! 1570 Meter ü.n.N. beherbergt sie grandiose Eisgebilde und imposante Hallen in den Bayerischen Alpen. Diese werden ausgeleuchtet mit alten Gaslampen, die einen warmen Schein werfen. Aber dieser Anblick bietet sich nicht jedem. Um zur Schellenberger Eishöhle zu gelangen, musst Du erst einmal eine Wanderung von mindestens 3,5 Stunden zurücklegen. Beginnend beim alten Wehrturm an der B 305 in Marktschellenberg, wanderst Du direkt an der deutsch-österreichischen Grenze.

Höhlentouren finden von Juni bis Oktober stündlich von 10 bis 16 Uhr statt; ab Oktober bis 15 Uhr. Nimm bei Deinem Ausflug unbedingt eine Mütze und Handschuhe mit! In der Eishöhle sind es stets unter 4 Grad, manchmal sogar 0.

Das Schulerloch im Altmühltal

Nur wenige Kilometer von Kelheim und dem Weltenburger Kloster entfernt liegt die Tropfsteinhöhle Schulerloch. Sie begeistert Schaulustige immer wieder mit ihren einmaligen Felsformationen, unter anderem dem Becherstalagmit – weltweit eine absolute Rarität. 1,5 Millionen Jahre alt, stammt sie aus der Jurazeit und diente einst Neandertalern als Unterschlupf. Heute finden darin sogar Konzerte statt, die Besucher mit unvergleichlicher Akustik verblüffen. Führungen finden halbstündlich statt und dauern auch eine halbe Stunde. Auch im Schulerloch ist es frisch, sodass eine dicke Fleecejacke zum Überziehen nicht schaden kann. Schau bei Deiner geführten Erkundungstour gut hin: Hier und da erhaschst Du einen Blick auf eine schlafende Fledermaus. Einige bedrohte Arten sind hier zu Hause, und im Winter gehört das Schulerloch ganz ihnen.

Die Teufelshöhle bei Pottenstein

Eine weitere Jurahöhle kannst Du im Landkreis Bayreuth besichtigen: die Teufelshöhle. Wenige Kilometer südlich von Pottenstein liegt ihr Eingang, auch “Tor zur Unterwelt” genannt. Und das, obwohl sie 400 Meter ü.n.N. liegt! Sie ist die größte Höhle der Fränkischen Schweiz und beherbergt atemberaubende Steinformationen. Bezieht man alle menschengemachten Stollen und Gänge um sie herum mit ein, ist sie 3 Kilometer lang. Schnell wird klar: Nicht umsonst ist die circa 100 Millionen Jahre alte Teufelshöhle ein Publikumsliebling. Neben Lesungen in der Eingangshöhle finden hier auch sogenannte Untertagekuren statt. Sie soll vor allem Atemwegserkrankungen durch die reine Höhlenluft lindern.

Möchtest Du die Teufelshöhle besuchen, halte Dir einen Sonntag 11 bis 15 Uhr frei. Im Moment werden nur dann Führungen angeboten. Ab dem 1. April gibt es dann wieder mehr Optionen. In der Zwischenzeit haben auch hier Fledermäuse die Höhle für sich.

Die Sophienhöhle bei Rabenstein

Von Pottenstein aus hast Du es nicht weit zu unserem nächsten Ziel: der Sophienhöhle. Sie liegt südwestlich von Bayreuth und wurde schon 1490 erstmals beurkundet. Zu dieser Zeit versuchten Bewohner der Gegend, in ihrem Vorraum Salpeter zu fördern. Überhaupt schien die Höhle eine rege Nutzung erfahren zu haben, denn es wurde sogar Keramik darin gefunden. Mehr als 350 Jahre nach ihrer Beurkundung fanden Entdecker die Haupthöhle. Mit ihren wunderschönen Tropfsteinen in verschiedenen Rot- und Braunnuancen begeistert sie seit jeher Besucher. Sie messen bis zu zwei Meter im Durchmesser! Dieser schützenswerte Mikrokosmos ist das Zuhause von 35 Spinnen- und Insektenarten.

Möchtest Du ihn erkunden, machen eine Lichtshow und entspannte Musik Deine Tour zu einem perfekten Erlebnis. Das Tolle daran: Du kannst sogar ohne Führung durch die Sophienhöhle gehen! Möchtest Du dennoch einen Guide, sei samstags und sonntags zur Mittagszeit dort  – Dein Hund muss aber zu Hause im Körbchen bleiben.

Eine Höhlentour in Bayern

Bei Deinem Urlaub in Bayern solltest Du unbedingt eine dieser beeindruckenden Höhlen besichtigen. Sie geben Dir einen Einblick in die imposante Geologie des Landes und zeigen Dir eine außergewöhnliche Tierwelt. Erst verschlägt es Dir vielleicht den Atem, doch dann atmest Du die reine, frische Höhlenluft. Beachte stets, dass Du in die meisten Höhlen nicht allein gehen darfst – zu Deiner eigenen Sicherheit.

FAQ – Höhlen in Bayern

Wo in Bayern gibt es Höhlen?

In ganz Bayern gibt es imposante Höhlen; von Altmühltal bis in die Oberpfalz und ins Berchtesgadener Land.

Welche Höhlen in Bayern sind besonders sehenswert?

Wir empfehlen Dir, die König-Otto-Tropfsteinhöhle, die Schellenberger Eishöhle und das Schulerloch zu besichtigen. Aber auch die Teufelshöhle und die Sophienhöhle sind von beeindruckender Schönheit.

Wie entstehen Höhlen überhaupt?

Höhlen können durch Wind- und Wassererosion entstehen, aber ebenso durch Menschenhand. Auch Vulkanausbrüche und Erdbeben können ihre Entstehung begünstigen.

Quellen