Kolumne

Zecken in Bayern – So schützen Sie sich und Ihre Kinder!

Es dürfte Ihnen nicht entgangen sein, dass wir uns gerade in der Zeckenhochsaison befinden. Die kleinen Plagegeister sitzen vor allen Dingen in hohem Gras und auf Ästen und warten nur darauf, dass Sie endlich vorbeigehen. Einen Zeckenbiss bemerken die meisten erst, wenn es zu spät ist. Doch wie kann man sich vor den Zecken wirklich schützen? Macht eine Impfung der ganzen Familie Sinn?

Zeckenbiss

Wie viele Personen erkranken nach einem Zeckenbiss?

Statistiken zur Ansteckung mit Borreliose sind mehr als lückenhaft, dies mag nicht zuletzt daran liegen, dass keinerlei Meldepflicht besteht. Im Gegensatz dazu gibt das Robert-Koch-Institut ein Mal im Jahr eine Fallstudie über FSME heraus. 2005 und 2006 stiegen die Fallzahlen auf 432 und 546 Erkrankte. Ansonsten ist jährlich von 238 bis 313 Fällen die Rede.


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Welche Zecken sind gefährlich?

Einer Umfrage zufolge entscheiden sich lediglich 16 Prozent für eine Impfung gegen Zecken. Im Prinzip sind nur ganz bestimme Zecken gefährlich, da einige Tiere dieser Spezies die gefährliche Borreliose übertragen können. Zu den wichtigsten Krankheiten, die Zecken übertragen, gehören Borreliose und FSME. Wird dieses Virus nicht rechtzeitig erkannt und bekämpft, kann dies zu schwerwiegenden körperlichen Folgen führen.

Das Hinterlistige an dieser Erkrankung:

Sie bemerken die ersten Symptome erst nach Wochen oder Monaten. Eine ursächliche Behandlung von FSME ist im Grunde genommen nicht möglich. Auch das schnelle Entfernen einer Zecke schützt nicht vor den FSME-Viren. Diese werden direkt nach dem Zeckenbiss übertragen. Schenken wir der ständigen Impfkommission Glauben, sollten Personen gerade in den Risikogebieten vorsorgen (Eine Übersicht finden Sie hier auf dgk.de). Die Therapie von Borreliose beschränkt sich lediglich auf die Beigabe von Antibiotika, die potenzielle Schmerzen und Symptome wiederum senken.

Zecken

Welche Impfungen machen wirklich Sinn?

Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie in Risiko-Gebieten leben oder sich nur für eine bestimmte Zeit dort aufhalten. Darüber hinaus wird eine FSME-Impfung allen Personen empfohlen, die sich berufsbedingt in Risikogebieten aufhalten, wie zum Beispiel Forstarbeiter und Angestellte der Landwirtschaft. Sind Sie betroffen, haben Sie selbst über die Krankenkasse Anspruch auf finanzielle Unterstützung bei einer Impfung.

Wie schützt die FSME Impfung?

Über eine Impfung werden den Patienten abgetötete FSME Viren injiziert, um das Immunsystem dazu zu bringen, spezifische Antikörper zu produzieren. Auf diese Weise ist der Körper in der Lage, Viren zu erkennen und an sich zu binden. Bei BabyWalz im Ratgeberbereich kann man dazu allerdings auch nachlesen, dass ebenso Allergien mit eine Rolle spielen können. Also im Zweifel immer ärtzliche Beratung einholen.

Sie erhalten eine Impfung bei Ihrem Kinderarzt oder Ihrem Hausarzt. Der beste Zeitpunkt einer Impfung ist eigentlich der Winter, denn dann ist die Zeckengefahr am geringsten und Sie können im Frühjahr auf einen kompletten Schutz vertrauen. Wobei eine Grundimmunisierung gegen FSME zu jedem beliebigen Zeitpunkt möglich ist. Kinder können ab dem ersten Lebensjahr gegen diesen Virus geimpft werden. Laut Aussage der Ärzte und der Kommission sind derzeit keinerlei schwerwiegenden Nebenwirkungen bekannt.

So schützen Sie sich vor Zecken

Die beste Methode sich gegen gefährliche Erkrankungen zu schützen, ist die eigene Achtsamkeit, gerade wenn Sie sich in Waldgebieten, auf Wiesen und in den Risikogebieten bewegen:

  • Ist es auch noch so heiß, sollten Sie Ihre Kinder ausschließlich mit langer Kleidung in den Wald lassen.
  • Greifen Sie zu festem Schuhwerk und verzichten nicht auf Strümpfe. So haben es die Zecken um ein Vielfaches schwerer, an die Haut Ihres Kindes zu kommen.
  • Ein Basecap schützt Gesicht und Hals vor Bissen.
  • Direkt nach dem Spaziergang sollten Sie Ihr Kind gründlich nach Zecken absuchen.
  • Haben Sie nun einen Zeckenbiss entdeckt, gilt es, diesen ganz vorsichtig mit einer speziellen Zeckenzange zu entfernen. Es ist notwendig, alle Teile der Zwecke und den Kopf entfernen.

Was tun nach einem Zeckenbiss?

Im Nachhinein sollten Sie den Zeckenbiss im Blick behalten. Bildet sich nach einigen Wochen ein roter Ring um den Biss herum, sollten Sie schnellstmöglich einen Kinderarzt aufsuchen. Dieser wird Ihr Kind mit Antibiotika behandeln, um schwerwiegende Folgen vorzeitig abwenden zu können. Bleiben Sie auch bei einem Spaziergang vorwiegend auf festen Wegen und vermeiden es, durch das Dickicht und hohes Gras zu gehen. Darüber hinaus hat der Handel spezifische Zeckensprays entwickelt, die für einige Stunden eine gewisse Abwehr bieten. In diesem Zusammenhang ist auf die Verträglichkeit gerade für Kleinkinder zu achten. Eine Verwendung für Sportler macht nur dann Sinn, wenn ein Spray auch schwitz- und wasserfest ist. Sprechen Sie im Zweifelsfall mit Ihrem Apotheker.

Fazit

  • Gerade wenn Sie in Risikogebieten leben oder sich dort zeitweise aufhalten, macht eine Impfung vor dem gefährlichen Virus wirklich Sinn.
  • Kinder können ab dem ersten Lebensjahr geimpft werden. Vermeiden Sie gerade in der Risikozeit Büsche und hohes Gras. Hier versteckt sich die Großteil der Zecken.
  • Suchen Sie sich und Ihre Kinder nach jedem Spaziergang gründlich ab.
  • Entfernen Sie eine Zecke so schnell wie möglich mit einer speziellen Zeckenzange.
  • Gehen die ausschließlich mit festem Schuhwerk und langen Hosen durch den Wald und verwenden – wenn möglich – ein spezielles Spray zur Zeckenabwehr.

Links zur weiterführenden Information

http://www.zeckenwetter.de/infektionen/FSME/fsme-meldewesen-in-deutschland.php
http://www.zecken.de/

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net / Margaritta Rehm