Kolumne

Wunsiedel – das Zentrum des Fichtelgebirges

Von: Sebastian Herbst

Nicht nur die meisten Bayern, sondern auch viele Deutsche kennen die oberfränkische Kreisstadt Wunsiedel. Das liegt einerseits an ihrer zentralen Lage im Fichtelgebirge, von wo aus man die gesamte Naturlandschaft erkunden kann, sowie an den Luisenberg-Festspielen, die alljährlich im Sommer im ältesten Freilichttheater Deutschlands und damit auch gleichzeitig vor dem größten Felsenlabyrinth Europas aufgeführt werden.

Der Bürgerpark – Foto: Stadt Wunsiedel

Andererseits verdankt Wundsiedel seine Bekanntheit auch einem eher traurigen Ereignis, nämlich dem alljährlichen Rudolf-Heß-Gedenkmarsch, an dem Tausende von Neonazis aus ganz Europa den NS-Politiker als Märtyrer feierten. Nach einem bereits gescheiterten Verbot zur Jahrtausendwende ist dieser Aufmarsch jedoch seit 2005 endgültig untersagt, der etwas zweifelhafte Ruf wird der sonst so schönen Kreisstadt jedoch anhaften bleiben.

Die Geschichte Wunsiedels, wobei der Name übrigens von „Wunne“ = Waldwiesenland und „Sedel“ = Edelsitz herrührt, kann sich eigentlich sehen lassen. 1163 das erste Mal erwähnt, konnte der Ort, der im Jahr 1326 das Stadtrecht erlangte, Zerstörungen durch Hussiten und Böhmen dank gewonnener Schlachten entgehen. Erst die seit Mitte des 15. Jahrhunderts immer wiederkehrenden Brände, vor allem aber der Großbrand 1834, sorgten für einen umfangreichen Neuaufbau, der der Stadt das klassizistische Stadtbild verlieh.

Das Felsenlabyrinth – Foto: Stadt Wunsiedel

Wer jemals schon in Wunsiedel war, merkt also, die Stadt ist wirtschaftlich vor allen Dingen auf Tourismus ausgelegt. Wie sollte es auch anders sein, überzeugt es doch durch ein malerisches Stadtbild mit Bauwerken wie der Spitalkirche St. Maria sowie auch durch außerstädtische Sehenswürdigkeiten wie dem Katharinenberg, dem bereits erwähnten Felsenlabyrinth oder dem Schloss Bernstein. Und dann ist da ja auch noch ganz schlicht und einfach das Fichtelgebirge, das als Besuchermagnet schon einen vollkommen ausreichenden Dienst erfüllt. Auf jeden Fall ist sie einen Besuch allemal wert, die nordbayerische Kreisstadt. Vielleicht im Frühjahr oder Herbst. Denn da ist es nicht zu warm für ausgedehnte Wanderungen, die ja wohl obligatorisch im Fichtelgebirge sind.

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