Kolumne

Wohnen in Bayern

Von: Holger Schossig

Ich wohne ja schon mein ganzes Leben im schönen Freistaat. Um es noch etwas genauer zu sagen, in Franken. Da sind Franken ja eigen. Aber das soll nun nicht Thema sein. Ich bin natürlich auch schon viel in Deutschland herumgekommen, dabei habe ich festgestellt, dass für mich persönlich eine Großstadt wie Berlin, Hamburg oder Köln zum Wohnen nicht in Frage kommt. Schon Nürnberg war mir zu groß, weswegen ich seit über 25 Jahren in Fürth wohne. Eine Stadt, die viel Grün zu bieten hat, in der man alles bekommt, was man zum Leben braucht, in der man aber auch bestens wohnen kann. Ob mitten in der Innenstadt oder auch etwas außerhalb – schön finde ich es hier überall.

Viele Fachwerkhäuser, wie hier in Unterfranken, werden in Bayern als Denkmalschutzimmobilien verkauft – Foto: Stadt Haßfurt

Bisher wohnten wir in einem Altbau inmitten der Stadt. Viele Jahre lang, und es hat uns gefallen. Doch nach über zehn Jahren im dritten Stock einer Innenstadtwohnung sollte etwas anderes her. Zuerst suchten wir nach kleinen Einfamilienhäusern. Da gab es zwar viel, das Richtige war aber nicht dabei. Unser Makler machte uns dann auf schicke Denkmalschutzimmobilien aufmerksam – und da erschloss sich uns ein ganz neues Feld an Wohnmöglichkeiten.

Früher hab ich mich mit solchen Dingen kaum auseinandergesetzt. Hörte man Denkmal, dachte man sicherlich zuerst nicht an ein Wohnhaus. Denkmal war ein Gebäude, das man besichtigen konnte, mehr aber auch nicht. Doch auch kleine Fachwerkhäuser und sogar alte Fabrikgebäude werden unter Denkmalschutz gestellt und zu Wohnzwecken vermietet oder verkauft. So kamen uns zahlreiche schöne Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert unter, die uns gut gefielen. Leider war die Lage nicht immer so, dass wir dann doch zugeschlagen haben. Verliebt haben wir uns in ein altes Fabrikgebäude, in dem früher Spiegel hergestellt wurden und das kernsaniert wurde. Aus den großen Produktionshallen wurden viele tolle Lofts, die großzügig, hell und leider auch sehr teuer waren – zumindest für unseren Geldbeutel.

Wir haben uns schließlich doch für das gewöhnliche Einfamilienhaus entschieden, allerdings nur zur Miete. Denn das „Wohnen in einem alten, denkmalgeschützten Fabrikgebäude“ hat es uns schon angetan. Diesen Traum wollen wir uns irgendwann noch einmal erfüllen.

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