Kolumne

Wie trifft der Bahnstreik den Großraum München?

Spätestens heute Morgen als die Bahngleise verweist schienen und Hunderte Menschen vergeblich auf ihren Zug warteten, wurde es auch dem Letzten bewusst, es wird nun zum achten Mal gestreikt. Die GDL hat es wahr gemacht und verpasst der Deutschen Bahn und den Fahrgästen wieder einmal die rote Karte. Hört man sich unter den Reisenden um, macht sich zusehends Missstimmung breit. Rechte einfordern, JA. Den gesamten öffentlichen Verkehr in Deutschland lahmlegen, NEIN. Wie geht es nun weiter mit dem Streik, der GDL und der Situation im öffentlichen Nahverkehr in Bayern?

Bahnstreik

Wie steht es um den Streit zwischen der GDL und der Deutschen Bahn?

Der Tag war erst wenige Stunden alt, doch der aktuelle Streit der GDL hat wieder für mächtig Wirbel und Verspätungen im Bahnverkehr gesorgt. Münchens S-Bahn ist auf einigen Strecken schlichtweg überfüllt, gerade wenn es in Richtung Innenstadt geht. Man hat sich bei der S-Bahn für einen abgespeckten Fahrplan entschieden und lässt die Züge und Bahnen alle 40 bis 60 Minuten fahren. Laut Aussage eines S-Bahn Sprechers haben das Unternehmen und die Bediensteten auf Notfall umgestellt, sodass stellenweise gar keine Bahn mehr auf den Strecken eintrudelt. Zu allem Überfluss kann gegen 6:30 Uhr noch ein Stellwerkschaden dazu, der aber binnen kürzester Zeit behoben wurde.


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Aktuelle Verzögerungen und Sperrungen

Gerade die S4 in Richtung Maisach und die S5, die nach Herrsching bringt, können derzeit gar nicht abfahren, da streikende Lokführer die Bahngleise blockieren. Einzig und allein die Linie in Richtung Flughafen ist immer noch intakt. Zeitweise gingen sogar Meldungen ein, dass sich bei der Donnersbergerbrücke Personen direkt auf der Fahrbahn befinden, doch dies hat sich als Gerücht herausgestellt.

Kein Ergebnis oder eine vorzeitige Auflösung in Sicht

Dieser Streik scheint einer der längsten zu sein, den es im Kampf zwischen Weselsky’s GDL und der Deutschen Bahn geben wird. Bis zum Sonntag soll das Chaos auf den Bahngleisen in ganz Deutschland anhalten – dies stellt alle Pendler und Reisende auf die Probe. Die bisherigen Schlichtungsangebote des Chefs der Deutschen Bahn – Rüdiger Grube – werden wiederum vom Chef der Gewerkschaft der deutschen Lokomotivführer – Claus Weselsky – knallhart abgelehnt. Auf die Frage, warum alle Angebote der Deutschen Bahn abgelehnt werden, entgegnet Weselsky, dass es sich hierbei wohl um einen PR Gag handele, denn bei ihm sei bisher nichts angekommen. Es sieht nicht so aus, als würde der Streik ein vorzeitiges Ende nehmen. Angesichts dieser Missverständnisse ist wohl mit der Zunahme des allgemeinen Unmuts zu rechnen.

Was tun, wenn der Zug nicht mehr fährt?

Gerade die Fernzüge und die regionalen Bahnen wie auch die S-Bahnen sind von den weitläufigen Ausfällen betroffen. Eine lohnenswerte Alternative bilden die Fernbusse, die in diesen Tagen Rekordumsätze erzielen. Sie bringen Reisende zuverlässig und pünktlich ans Ziel. Darüber hinaus wurde ein Ersatzfahrplan herausgebracht. Im Regionalverkehr bleiben zwischen 15 % und 60 % des gewohnten Angebots erhalten. Gerade in Ostdeutschland rechnet man mit den drastischsten Ausfällen. Der Streit betrifft natürlich auch den Güterverkehr, der seit Montag lahmgelegt wurde. Bahnkunden können sich ab sofort an eine kostenlose Servicenummer unter 08000 99 66 33 wenden und nach dem aktuellen Fahrplan fragen.

Was passiert mit Ihren Reservierungen?

Können Sie eine reservierte Reise aufgrund des Streiks nicht mehr antreten, haben Sie die Möglichkeit, in jeder Agentur der Deutschen Bahn sich die vollen Kosten für diese Reise zurückerstatten zu lassen. Auch Reisende, die eine Fahrt bisher nicht angetreten haben, können sich auch nach dem Gültigkeitsdatum ihre Fahrkarte zurückerstatten lassen. Darüber hinaus stellt die Deutsche Bahn alle ICE zum Preis der Regionalzüge zur Verfügung. Bisher ist es im Hinblick auf Stornierungen und Rückerstattungen zu keiner Unstimmigkeit gekommen. Mit ein paar Umwegen geht es also auch in dieser chaotischer Streikwoche wohlbehalten, wenn auch nicht ohne Umwege, ans Ziel.

Fazit

  • Der aktuelle Streik der GDL wird bis zum Sonntag andauern. Auch die gegenwärtigen Schlichtungsversuche und Verhandlungen ergeben kein Ergebnis.
  • Die Fernbusunternehmen verzeichnen in diesen Tagen Rekordumsätze.
  • Kann ein Fahrgast seine Reise nicht antreten, erhält dieser die Reisekosten zurück. Die Rückerstattung erfolgt auch nach dem Gültigkeitsdatum.

Sie können ab sofort im ICE zum Preis der Regionalzüge fahren. Haben Sie weitere Fragen zum Bahnstreik oder zur Verfügbarkeit Ihrer eigenen Fahrstrecke, wenden Sie sich im Zweifelsfall an einen der Mitarbeiter an der kostenlosen Servicehotline.

Links zur weiterführenden Information

http://www.focus.de/finanzen/news/bahn-streik-im-live-ticker-arbeitsrechtler-gdl-will-vor-tarifeinheit-noch-pfloecke-einschlagen_id_4653517.html
http://www.netzwelt.de/news/149213-bahnstreik-gdl-beendet-streik-ersatzfahrplan-gilt.html
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Artikelbild: © panthermedia.net / Armin Karg