Kolumne

Wie Bayern beinahe zu Österreich gekommen wäre

Von: Tilman Weigel

München als österreichische Provinzhauptstadt? Horst Seehofer als Landeshauptmann eines österreichischen Bundeslandes? Nicht vostellbar? Und doch wäre es beinahe so gekommen!

Vielen Bayern ist bekannt, dass nach der Niederlage Baierns und Frankreichs im Spanischen Erbfolgekrieg gegen die Engländer und die kaiserlichen Truppen in der Schlacht von Höchstädt im Jahr 1704 Baiern unter dem Einfluss der Österreicher stand. Die im Gefolge ausgebrochenen Aufstände und die Sendlinger Mordweihnacht sind fester Teil der bayerischen Erinnerung.

Ob Bayern glücklich wäre, wenn es heute zu Österreich gehören würde, darf bezweifelt werden…

Baiern bekam bekanntlich seine Souveränität trotz der Niederschlagung des Aufstandes zurück. Doch keine 100 Jahre später, im Jahr 1777 starb die baierischen Linie der Wittelsbacher aus. Das Land fiel an die pfälzische Linie der Wittelsbacher.

Die aber war nur teilweise glücklich über das Erbstück. Schließlich lag das Gebiet weit entfernt von den eigenen Stammlanden am Rhein. Zumal wenn man bedenkt, dass Franken damals noch nicht zu Bayern gehörte. Die Situation war nicht neu, schließlich gehörte die Oberpfalz schon lange den Pfälzer Wittelsbachern. Aber das machte die Situation nur bedingt angenehmer. Schließlich war die Exklave durch die Erbschaft jetzt größer als die eigentliche Kurpfalz.

Kurfürst Karl Theodor wollte Baiern deshalb wieder los werden. Er schlug den Habsburgern einen Tausch vor: Bayern sollte an Österreich fallen, dafür erhielten die Wittelsbacher die Österreichischen Niederlande, die auf dem Gebiet der heutigen Staaten Luxemburg und Belgien lagen. Der Tausch hätte für beide Seiten Vorteile gehabt. Die Wittelsbacher hätten ein zusammenhängenderes Staatsgebiet erhalten und für die Österreicher lag Baiern weitaus günstiger als die spanischen Niederlande.

Nicht auszudenken wie Bayern heute aussehen würde. Doch die Preußen fürchteten, dass Österreich dadurch hätte zu mächtig werden könnte. Den Österreichern wiederum war die Aussicht auf den Tausch einen Konflikt mit Preußen wert. So blieb weitgehend alles beim Alten. Da die Gebiete im heutigen Bayern allerdings weitaus größer waren als die Pfalz, verlegten die Wittelsbacher ihre Residenz von Mannheim nach München und so wurde die Isarmetropole statt zur österreichischen Provinzhauptstadt zur Millionenstadt.

2 Kommentare zu Wie Bayern beinahe zu Österreich gekommen wäre

  1. Schade eigentlich. Skiurlaub im eigenen Land und zur Klassenfahrt zum Landesherrn nach Wien statt nach München. Wäre schön gewesen. Ganz zu schweigen von der Vorstellung des selbstherrlichen München als Provinzstadt. Und die Wiener könnten auch nicht zentralistischer und hochnäsiger sein als die Münchner.

  2. Wer erlebt, wie arrogant die Münchner geraubte fränkische Kunstgegenstände verwahren und noch nicht einmal als Leihgabe den Beklauten zurück geben wollen, muss sagen: Leider, leider, ist die Geschichte anders verlaufen.
    Besonders dreist ist, dass die „Kunstexperten“ in München sich jetzt über die Kritik der Politik beschweren und das als ungehörig bezeichnen. Das sollte mal umgekehrt ein Politiker über Künstler sagen.

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