Kolumne

Wichtige Handelswege in Bayern: die Salzstraßen

Von: Marcus Schweizer

Im Mittelalter war Salz das wertvollste Gut überhaupt, denn es war rar und fast schon überlebenswichtig. Salz machte das Fleisch haltbar, denn es gab ja keinerlei andere Möglichkeiten der Kühlung oder Aufbewahrung. Weitere Bereiche im Handwerk, in dem Salz eine wichtige Rolle einnahm, war die Herstellung von Fellen, Glas, Keramik und auch die Veredelung von Metall benötigte viel Salz. Kurzum, Salz war das Öl des Mittelalters und bedeutete Macht und Geld.

Hinweisschild bei Bad Reichenhall auf die alte Salzstraße – Foto: Thomas Then

Kein Wunder also, dass dem Salz alles untergeordnet war. Es gibt viele Städte, die dies noch verdeutlichen und das Wort Salz im Namen tragen. Eine der bekanntesten Städte ist in unserem Nachbarland Österreich wohl die Stadt Salzburg. Sie liegt an der Grenze zu Bayern, nahe Bad Reichenhall.

Daher wundert es auch nicht, dass hier, von Bad Reichenhall aus, die Salzstraße in Bayern begann, die bis nach Passau führte. Von dort führt dann der berühmte Goldene Steig, eine wichtige mittelalterliche Handelsstraße, weiter nach Böhmen. In der Tat hat das Salz und die Salzstraße im Mittelalter nicht nur Passau zu einer sehr wohlhabenden Stadt gemacht. Auf der Strecke von Bad Reichenhall an liegen zum Beispiel die Städte Saalach und Salzach, die, wie Salzburg, im Namen den Bezug zur Salzstraße erkennen lassen.

Neben der klassischen und bekannten Salzstraße gab es verschiedene Verzweigungen, eine reichte bis an den Bodensee. Der Weg führte über München und Landsberg. Auf den Wanderwegen sind heute Schilder zu finden, die den Verlauf deutlich machen. Bekannte Wege sind neben dem Goldenen Steig auch der Böhmenweg oder der Gunthersteig.

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