Kolumne

Werner Heisenberg – einer der bedeutendsten Physiker aller Zeiten

Von: Tilman Weigel

Er ist sicher einer der bedeutendsten deutschen Physiker des 20. Jahrhunderts, vielleicht sogar der bedeutendste nach Albert Einstein. Bei einer 1999 durchgeführten Umfrage unter Physikern landete der 1901 in Würzburg geborene Wissenschaftler auf Rang 5 der wichtigsten Physiker aller Zeiten, hinter Einstein, Newton, Maxwell und Bohr, aber vor Galileo Galilei und Erwin Schrödinger.

Werner Heisenberg – Foto: Bundesarchiv, Bild183-R57262 / CC-BY-SA

Es geht um Werner Heisenberg. Viele kennen seine Unschärferelation vom Namen her, allerdings wissen nur wenige, was sie bedeutet. Mit Heisenberg selbst ist es ählich. Den Namen hat fast jeder schon einmal gehört, doch selbst viele Würzburger wissen nicht, dass der Nobelpreisträger in ihrer Stadt geboren ist.

Sein Vater August war Professor für Byzantistik. Nachdem er sich in Würzburg auf verschiedenen Stellen durchgeschlagen hatte, wurde er 1910 ordentlicher Professor in München, wo Werner Heisenberg Physik studierte und nach nur drei Jahren abschloss.

Nobelpreis im Alter von 31

Bereits mit Anfang 20 arbeitete er mit großen Physikern wie Niels Bohr zusammen und trug wesentlich zur Entwicklung der Quantenmechanik bei. So wesentlich, dass er dafür 1932 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet wurde. Da war Heisenberg erst 31 Jahre alt und bereits seit fünf Jahren Professor in Leipzig.

Werner Heisenberg (mitte) im Jahr 1966 – Foto: GFHund

Bereits zu dieser Zeit kam Heisenberg aber auch in Konflikt mit den Nationalsozialisten, die die moderne Physik ablehnten. Anders als Einstein und der Österreicher Erwin Schrödinger ging Heisenberg allerdings nicht ins Exil. Er blieb in Deutschland, obwohl dort seine Theorie und seine Person von nationalsozialistischen Physikern wie dem bayerischen Nobelpreisträger Johannes Stark angegriffen wurden. In einem Artikel in der SS-Zeitung “Das schwarze Korps” wurde Heisenberg als “weißer Jude” bezeichnet. Er und andere Wissenschaftler seien “Statthalter des Judentums im deutschen Geistesleben, die ebenso verschwinden müssen wie die Juden selbst.”, hieß es dort. 1936 wurde seine Berufung an die Universität München wegen seines Einsatzes für Albert Einstein zurückgezogen.

Trotzdem arbeitete Heisenberg am deutschen Atomprogramm mit. Fest steht, dass sie 1942 den Machthabern berichteten, dass der Bau einer solchen Bombe bis Kriegsende unmöglich sei. Umstritten ist, ob sie damit das Projekt bewusst bremsten oder aber tatsächlich nicht in der Lage waren, die Bombe zu bauen.

Sicher ist auch, dass Heisenberg sich nach dem Krieg gegen die atomare Bewaffnung der Bundeswehr einsetzte. Als er aber Ende der 1960er Jahre die Studentenproteste mit dem Wirken der nationalsozialistischen Studentenschaft verglich, machte Heisenberg sich wieder mal unbeliebt. In einer hochpolitischen Zeit war Heisenberg zu sehr Wissenschaftler und zu wenig Politiker. 1976 starb der Physiker 74-jährig in München.

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