Kolumne

Weihenstephan – die älteste Brauerei der Welt

Von: Marlene Soff

Hopfen und Malz, Gott erhalt´s! Dieser Leitspruch bestimmt das Leben der meisten Bayern und ist unumwunden mit der urigen bayrischen Gemütlichkeit verbunden. Was wäre schließlich ein Besuch auf dem Volksfest, wenn man dort nicht eine zünftige Maß Bier genießen könnte? Aus diesem Grund finden sich in Bayern auch dicht gesiedelt die Brauereien, von denen jede mit besonderen Spezialitäten aufwarten kann. Eine dieser Brauereien, die Bayrische Staatsbrauerei Weihenstephan, stellt dabei die älteste Brauerei der Welt dar und kann somit auf eine langjährige Erfahrung und eine interessante Tradition zurückblicken. Vor nahezu 1.000 Jahren begann die ehemalige Klosterbrauerei ihr Schaffen und hat damit den Grundstein gelegt für eine beispiellose Erfolgsgeschichte.
Ein Geschmack, der überzeugt!

Die Brauerei Weihenstephan heute – Foto: Pahu, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode

Wer einmal ein Bier aus der Weihenstephaner Brauerei getrunken hat, ist schnell überzeugt vom guten Geschmack und den feinen Eigenheiten des Hopfensaftes. Sieht man sich einmal die Geschichte der Brauerei an, so kann man in den knapp 1.000 Jahren auf interessante Ereignisse stoßen. Den Anfang machten im Jahr 725 nach Christus ein paar Benediktinermönche, die sich zusammentaten und ein Kloster gründeten. Es wird vermutet, dass diese Mönche damals schon einen Hopfengarten angelegt hatten und diesen bereits zum Brauen verwendet haben. Ganz offiziell legten die Mönche des Klosters dann im Jahr 1040 mit dem Bierbrauen los.

Weihenstephan mit dem ehemaligen Kloster auf dem Weihenstephaner Berg – Foto: Violata

Auch wenn das Kloster dann in den folgenden Jahrhunderten immer wieder zerstört wurde, ließen sich die Klosterbrüder nicht beeindrucken und bauten mit bayrischer Beharrlichkeit ihr Kloster immer wieder auf. Ein weiterer Meilenstein des Weihenstephaner Bieres findet sich im Jahr 1516, als Herzog Wilhelm IV. von Bayern das sogenannte Reinheitsgebot über das bayrische Land brachte. Ab diesem Zeitpunkt durften nur noch Hopfen, Gerste und Wasser den Weg ins Bier antreten, was sich bis in die heutige Zeit gehalten hat.

Im Jahr 1803 erfolgte dann durch die Säkularisation die Auflösung des Klosters Weihenstephan, was jedoch dem bereits damals vorhandenen Kult um das Weihenstephaner Bier keinen Abbruch tat. Diese Wendung brachte die Brauerei in den Staatsbesitz und so wurden dann in den folgenden Jahren sogar Brauschüler in der Weihenstephaner Brauerei ausgebildet. Im Jahr 1921 wurde die Brauerei schließlich umbenannt und durfte sich ab sofort Bayrische Staatsbrauerei Weihenstephan nennen. Zwei Jahre später passte man sogar das Firmenwappen an diese Entwicklung an und brachte das bayrische Staatswappen in das Firmenmotiv ein. Bis zum heutigen Tag wird in Weihenstephan das beliebte und bekannte Bier für die bayrische Bevölkerung gebraut und es erfreut mit seinem einzigartigen Geschmack immer noch viele Menschen. Na dann Prost!


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