Kolumne

Weiden i.d. OPf – im Herzen der Oberpfalz

Von: Anja Bergler

foto-anja-21Neben Regensburg, Cham und Amberg gibt es noch eine weitere Stadt, die zu einem besonderen Aushängeschild für die Oberpfalz wurde. Weiden i.d. OPf. – das Tor zum bekannten Oberpfälzer Wald, befindet sich mit seinen rund 45.000 Einwohnern, unweit der Landesgrenze zur Tschechischen Republik und ist in östlicher Richtung nur etwa 100 km von Nürnberg entfernt. Weiden gilt als idealer Ausgangspunkt für zahlreiche Unternehmungen in der gesamten Region und hat sich auch außerhalb Bayerns bei den Besuchern und Touristen einen Namen gemacht.

Weiden hat eine bewegte Geschichte

Der Markt ist Mittelpunkt in Weiden - Foto: btr

Der Markt ist Mittelpunkt in Weiden – Foto: btr

Bereits im Jahr 1241 wurde Weiden erstmals urkundlich erwähnt. Durch den Schnittpunkt zweier sehr bedeutender Handelswege entstand hier ein sehr großer Umschlagplatz für hochwertige Waren und Güter. Knapp 300 Jahre später, im Jahr 1536 wurde die aufstrebende Stadt von einem verheerenden Brand fast vollständig zerstört. Auch der 30-Jährige Krieg hinterließ seine deutlichen Spuren. Weiden wurde von den Schweden eingenommen und komplett verwüstet. Doch selbst die Pest kurze Zeit später konnte den kontinuierlichen Aufstieg von Weiden nicht aufhalten. Im 18. Jahrhundert gab es einen neuerlichen Aufschwung durch den Bau der Eisenbahnlinie, der ab dem Jahr 1863 Weiden mit den wichtigsten Handels- und Umschlagplätzen verband.

Dienstleistung, Handel und Wissen in der Oberpfalz

Auch heute noch zählt Weiden mit einer direkten Autobahnanbindung zur A93 und der Nähe zur A6 zu einem der größten Dienstleistungs- und Handelszentren in der Oberpfalz. Seit einigen Jahren ist Weiden auch Hochschulstadt. Zusammen mit der Stadt Amberg wurde die HAW (Hochschule Amberg Weiden) gegründet. Studenten aus ganz Deutschland belegen hier ihr Studium für angewandte Wissenschaften.

Bekannte Weidener Unternehmen sind unter anderem der Bekleidungshersteller Witt Weiden, die Zentrale von ATU (Auto-Teile Unger) sowie die Porzellanhersteller Bauscher Hotelporzellan und Seltmann Weiden. Die Firma Seltmann feiert übrigens im Jahr 2010 ihr 100-Jähriges Firmenjubiläum.

Das weiße Gold – die Porzellanstadt Weiden

Die imposante Kirche St. Josef - Foto: © Dorothea Deubzer / PIXELIO

Die imposante Kirche St. Josef – Foto: © Dorothea Deubzer / PIXELIO

Die Geschichte des Porzellans (die Neue Sammlung) und der legendären Porzellanstraße wird im Internationalen Keramikmuseum ausgestellt und dem geneigten Besucher nähergebracht. Auf rund 1.000 qm  befinden sich zahlreiche Porzellan-Schätze längst vergangener Zeiten, die freundlicherweise von einigen bayerischen Staatsmuseen zur Verfügung gestellt wurden.

Beherbergt ist das Museum im „Waldsassener Kasten“, einer liebevoll sanierten Klosteranlage im Barockstil. Hier ist auch die bekannte Regionalbibliothek untergebracht. Regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen zeigen Porzellanerzeugnisse aus der ganzen Welt und aus allen Epochen, beginnend vom Rokoko bis hin zur Neuzeit. Ein Teil dieser einmaligen Sammlung stammt auch aus dem Seltmann Familienbesitz selbst und zeigt Porzellanerzeugnisse aus dem frühen 19. Jahrhundert sowie der Qing-Dynastie.

Eine Altstadt mit Flair

Das Untere Tor, der östliche Eingang zur Innenstadt

Das Untere Tor, der östliche Eingang zur Innenstadt

Sehenswert ist bei einem Besuch in der Max-Reger-Stadt auf jeden Fall die historische Altstadt. Im Mittelpunkt steht hier das Alte Rathaus, das zwischen den Jahren 1539 – 1545 erbaut wurde. Zweimal am Tag ist hier ein wunderschönes Glockenspiel zu hören. Dies stammt aus einer Schenkung aus dem Jahr 1983. Auch Teile des früheren Prangers an der Nordecke sind noch erhalten. Umrahmt wird die Altstadt mit ihrer Fußgängerzone und dem zentral gelegenen Brunnen, sowie der St. Michaels-Kirche vom Oberen und Unteren Tor, sowie Teilen der Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert. Zahlreiche Geschäfte und Gastronomiebetriebe laden zum Bummeln und Verweilen ein.

Recht stolz ist man auch auf das jährlich wiederkehrende Storchenpaar, das sein Nest auf dem Dach des Rathauses gefunden hat. Das Klappern der roten Schnäbel und die Tiefflüge der Tiere gehören einfach zum Stadtbild dazu.

Kunst, Kultur und Freizeit

Allgemein wird in Weiden der Kulturgedanke recht groß geschrieben. Zahlreiche Veranstaltungen, wie das Weidener Bürgerfest, Kunst-Ausstellungen regionaler Künstler, Serenaden im Max-Reger-Park oder Theater- und Musical-Darbietungen in der neuen Max-Reger-Halle, bereichern Einwohner und Gäste gleichermaßen. Natürlich kommen auch die Freizeitaktivitäten in Weiden nicht zu kurz. Neben der Thermenwelt und dem Eisstadion gibt es auch noch zwei Freibäder. Das Schätzlerbad sowie das Stadtbad bieten im Sommer großen und kleinen Wasserratten die nötige Abkühlung. Die gesamte Region verfügt darüber hinaus auch über wunderschöne Rad- und Wanderwege, die dazu einladen, die Stadt selbst, und die angrenzenden Landkreise Neustadt/WN, Tirschenreuth und Schwandorf näher kennenzulernen.

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