Kolumne

Warum ist Bayern ein Freistaat?

Von: Marcus Schweizer

Bayern ist ja bekanntlich ein Freistaat, rühmt sich mit diesem Namen und auch damit, dass es mal ein eigenständiges Königreich war. Doch was ist dran an der Namensgebung? Schaut man, wie die Bezeichnung Freistaat Bayern ursprünglich entstanden ist, könnte so manchen Urbayern das Gesicht rot anlaufen.

Seit 1918 – mit Unterbrechung – ist Bayern ein Freistaat

Das entscheidendes Jahr für die Entstehung des Freistaates Bayern war 1918. Nach dem 1. Weltkrieg hat Kurt Eisner in seiner Proklamation Bayern als Freistaat ausgerufen. Man bedenke, dass Eisner in der USPD war, was der heutigen Linken gleichkommt. Das soll die Wurzel der schwarzen Hochburg sein? Doch schauen wir weiter! Vor 1918 war der Begriff weitaus weitläufiger gedacht, da galt der Begriff Freistaat nämlich als eigener Staat, unabhängig vom heiligen Reich deutscher Nationen. Es zeugte auch von einer anderen Staatsform, nämlich einer Republik. Zu dieser Zeit, im 18. und 19. Jahrhundert, regierten wahre Könige das Land Bayern. Bekannt ist heute noch Ludwig II. und sein Märchenschloss Neuschwanstein.

Das Wort Republik benutzte Eisner 1918 auch in seiner Proklamation. Während des Zweiten Weltkrieges wurde Bayern als Bestandteil des Deutschen Reiches eingegliedert. Hier fanden geschichtliche Ereignisse wie Hitlers Putsch statt, Anschläge auf Hitler und hier war es auch, wo Hitler in den Wirtshäusern seine Reden schwang. Wie auch immer, Bayern war kein Freistaat mehr. Doch dies änderte sich dann nach 1945. Wieder war es ein Linker, diesmal Wilhelm Hoegner von der SPD, der sich dafür einsetzte, dass Bayern ein Freistaat wurde. Statt Königen hat Bayern nach dem zweiten Weltkrieg nur noch Ministerpräsidenten, wie alle anderen Bundesländer von Deutschland.

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