Kolumne

Vorbereitungen auf G-7 Gipfel laufen auf vollen Touren

Die Vorbereitung für den bevorstehenden G-7 Gipfel laufen auf Hochtouren. Garmisch-Partenkirchen hat zuvor bestimmt noch nie so viele Polizisten auf einmal gesehen. Der Großteil der Geschäftsleitung vor Ort hat sich dazu entschlossen, die Ladentüren im Zuge des Gipfels geschlossen zu halten, da Ausschreitungen befürchtet werden. So ist dieser Tage vielerorts wohl eher mit einem gequälten Lächeln zu rechnen. So richtig möchte sich keine Vorfreude auf das Gipfeltreffen der wichtigsten Menschen der Welt verbreiten. Doch nicht nur Politiker werden erwartet, sondern zahlreiche Gegner des Gipfels, die ebenfalls Garmisch-Partenkirchen passieren werden.

G-7-Gipfel

Die Geschäfte bleiben wohl geschlossen

Passiert man vor Ort die einzelnen Geschäfte, ist eine gereizte Stimmung feststellen. Laut Aussage der Süddeutsche haben zahlreiche Ladenbesitzer ihr Geschäft mit einer Holzabdeckung gesichert und Schaufenster angeschraubt. So fürchten die Händler in Garmisch-Partenkirchen, Demonstranten würden im Zuge der Ausschreitungen diesen schönen kleinen Ort zerstören und auch ihre Geschäfte nicht verschonen.

Die Meinungen der Bürger zum G-7 Gipfel

Andere Einwohner, wie zum Beispiel Klaus Straßer, sehen den Gipfel nicht ganz so negativ und blicken dem Treffen der wichtigsten Menschen der Weltpolitik zuversichtlich entgegen. Im Grunde genommen ist man vor Ort eigentlich nur genervt und stellt das große Theater, das in diesen Tagen die Stadt beschäftigt, in Frage. Selbst die Banken sind an den beiden Gipfeltagen geschlossen, da gerade das Amtsgericht auf der Route der Demonstranten liegt. Die Fenster werden mit blickdichter Schutzfolie überzogen, noch dazu frisch viele Einwohner ihre allgemeinen Kenntnisse zu den Brandschutzübungen nochmals auf.

Angst vor Demonstranten bewegt Garmisch Partenkirchen

Andere Geschäfte schließen an den beiden Gipfeltagen: Dieser Entschluss geht auf die begründete Annahme zurück, dass die Angestellten nicht rechtzeitig auf der Arbeit erscheinen, da vielerorts zahlreiche Verkehrskontrollen den eigentlichen Straßenverkehr behindern. Aktuell ist von zahlreichen Straßensperrungen und Umleitungen auszugehen. Ein Weinhändler in der Ludwigstraße entgegnet, er werde seinen Laden auch an den Gipfel Tagen öffnen. Im Zweifelsfall rät er jedoch zum Einkauf vor den geschäftigen Tagen.

Die Bürgermeisterin Sigrid Maierhofer

Auch der Bürgermeisterin Sigrid Maierhofer von der SPD wirbt für einen gelassenen Umgang mit den anstehenden Ereignissen. Sie appelliert an die Geschäfte, während der Gipfeltage nicht die Türen zu schließen. So gilt Ihre größte Sorge nicht einer drohenden Zerstörung, sondern der kippenden Stimmung vor Ort. Unbegründet ist die allgemeine Missstimmung mit Sicherheit nicht, so fallen 10.000 Demonstranten auf gerade einmal 24.000 Einwohner. Überträgt man dieses Verhältnis auf München, würde eine halbe Millionen Demonstranten die Hauptstadt passieren: Grund genug für die allgemeine Unsicherheit?

Drohender Polizeieinsatz rund um geplantes Demo-Camp

In diesen Tagen fragt man sich, ob rund um den Gipfel auf Schloss Elmau ein massiver Polizeieinsatz bevorsteht. Mit einem Polizeieinsatz ist zu rechnen, wenn die Aktivisten ihr Protestcamp durchsetzen. Der eigentliche Klage gegen den Bescheid von Garmisch-Partenkirchen ging bereits am Freitag beim Verwaltungsgericht München ein. So hatte die Marktgemeinde das geplante Camp der Gipfelgegner verboten, und begründete die Entscheidung mit dem aktuellen Hochwasserschutz – der auf diese Weise nicht mehr gegeben wäre. Doch laut Aussage des Merkurs verkündete jüngst Benjamin Ruß – Sprecher der Aktivisten und der Onlineredaktion – man werde am Montag mit dem Aufbau des Lagers beginnen. Polizeipräsident Robert Heimberger hingegen äußerte in einem Interview, dass er genügend Mittel besitzt, dieses Vorhaben zu beenden. So wird die Polizei vor Ort keinerlei Lager dulden, wenn diese nicht ausdrücklich genehmigt wurde. Derzeit sind bereits auf dem Schloss ca. 10.000 Polizeibeamte im Einsatz. Mit Beginn des Gipfeltreffens soll sich deren Zahl nochmals verdoppeln.

Fazit

  • Sicherlich ist mit einem hohen Aufkommen von Polizisten zum G-7-Gipfel auf Schloss Elmau zu rechnen. Die ortsansässige Bürgermeisterin des Ortes Garmisch-Partenkirchen fürchtet derzeit um das Kippen der Stimmung ihrer Bürger und Bürgerinnen.
  • Der Großteil der Ladenbesitzer vor Ort hat sich dazu entschlossen, den eigenen Laden zu schließen und gegen Übergriffe der Demonstranten abzusichern. Die Angst bezieht sich vor allen Dingen auch die einrückenden Demonstranten, die quer durch Garmisch-Partenkirchen ziehen. Ein Vorhaben, in der Nähe des Ortes ein Camp einzurichten, wies die Marktgemeinde entschieden zurück mit der Begründung des aktuellen Hochwasserschutzes.
  • Auch hier prallen zwei Welten aufeinander. Wir sind weiterhin gespannt, wie die Vorbereitungen auf eines der wichtigsten Gipfeltreffen voranschreiten und hoffen auf einen friedlichen Ablauf, ohne gewalttätige Übergriffe, sodass Garmisch Partenkirchen schon bald wieder zur gewohnten Idylle übergehen kann.

Links zur weiterführenden Information

http://www.merkur.de/lokales/garmisch-partenkirchen/g7-gipfel-2015-schloss-elmau-polizei-warnt-g7-gegner-protestcamp-5060451.html
http://www.sueddeutsche.de/bayern/g-gipfel-ein-ort-macht-dicht-1.2500816

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