Kolumne

Volker Heißmann und Martin Rassau – Fränkischer Humor der Extraklasse

Von: Holger Schossig

Ich erinnere mich noch gut: Es war 1982, ich war zwölf und in der sechsten Klasse. Unter meinen Klassenkameraden war ein gewisser Marcel Gasde, der immer wieder durch seinen Klamauk und seine Grimassen auffiel. Das missfiel den Lehrern, wir Schüler fanden es herrlich. Dieser Marcel Gasde hatte einen Freund namens Volker Heißmann, der in der Parallelklasse war. Und auch dieser Volker Heißmann schien recht lustig zu sein, denn beide spielten des Öfteren Sketche von Otto oder Dieter Hallervorden nach. Besonders die Grimassen, die Volker Heißmann dabei zog, waren schon ihr Geld wert. Nun, Geld wurde damals noch nicht verlangt, spielten die beiden doch überwiegend in Gemeindesälen und just for fun.

In so einen Gemeindesaal ging ich damals auch und schaute mir die Show an. Es war einfach Klasse! Wer hätte damals gedacht, dass fast 30 Jahre später aus genau diesem Volker Heißmann ein nicht nur in der Region Franken bekannter Entertainer, Sänger und Unternehmer wurde, der schon lange vom Nachspielen alter Sketche weggekommen ist und zusammen mit Martin Rassau ein professionelles Theater, die Comödie Fürth betreibt. Mit Martin Rassau arbeitet Volker Heißmann seit 1990 zusammen, Marcel Gasde tritt zwar nur noch ab und an auf, ist aber in das Unternehmen mit involviert.

Volker Heißmann – Foto: Stephan Kohler, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode

Von einem 50-Zuschauerraum in den Musikantenstadel

Nachdem Volker Heißmann und Martin Rassau zusammengefunden hatten, eröffneten Sie mit der Kleinen Komödie im Nürnberger Stadtparkrestaurant eine Kleinbühne mit gerade mal 50 Sitzplätzen. Schnell wurde das viel zu eng und man wich in Innenstadt aus. Dort waren immerhin 280 Sitzplätze zu finden. Doch auch das wurde schnell zu klein, denn der Erfolg wurde immer größer. 1998 dann tat sich ihnen eine Möglichkeit auf, die sie am Schopf packten: In Fürth war das Berolzheimerianum, ein unter Denkmalschutz stehendes Gebäude aus der Gründerzeit baufällig. Sie ließen es aufwendig renovieren, richteten in der ehemaligen Bibliothek eine Erlebnisgastronomie ein und machten aus dem vorhandenen Spielsaal die Comödie Fürth.

Und der Erfolg gibt ihnen Recht! Immer volles Haus, entwickelten sie sich schnell zu einem Gastspielhaus, in dem auch andere Komödianten zu sehen sind. Ob Rick Kavanian, Michl Müller oder auch das Ohnsorg Theater – die Comödie hat immer etwas zu bieten. Allen voran aber die Hausherren selbst: Heißmann und Rassau.

Waltraud und Mariechen – blouß dass´d was saggst!

Waltraud und Mariechen wie man sie kennt und liebt – Foto: Stephan Kohler, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode

Die Paraderolle schlechthin ist die Verwandlung zu den zwei alten Damen Waltraud und Mariechen, die im breitesten Mittelfränkisch zu allem etwas zu sagen haben. Das hat sich mittlerweile bis weit über die bayerischen Grenzen herumgesprochen und so müssen die beiden sehr oft auch auf Tournee gehen. Nach einem gemeinsamen Ausflug auf die Leinwand – im Jahr 2000 produzierten sie ihren ersten Kinofilm „6 auf See“ – klopfen auch regelmäßig TV-Sender an. Aus dem Programm des Bayerischen Rundfunks sind sie schon lange nicht mehr wegzudenken, beim Fasching in Veitshöchheim, der Fastnacht in Franken, sind sie eine feste Institution, und mittlerweile sind sie auch fester Bestandteil im Musikantenstadel, der in der ARD ausgestrahlt wird. Auch wenn man die beiden sicherlich nicht in der ganzen Republik so versteht, wie in Mittelfranken, für Lacher sind sie immer gut!

Man darf sicherlich noch so einiges von Volker Heißmann und Martin Rassau erwarten. Und die beiden zeigen eindrucksvoll, dass die Franken ganz und gar nicht zum Lachen in den Keller gehen, wie immer wieder behauptet wird.

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