Kolumne

Ultraball im Salzburger Land

Zorbing als Freizeitaktivität Zorbing als Freizeitaktivität
Zorbing als Freizeitaktivität

Zorbing als Freizeitaktivität

Ganz ohne Seil und doppelten Boden geht es zwar nicht, aber beim Stichwort „Ultraball“ sind adrenalinhaltige Kicks und Sekundenspots garantiert.

Von Neuseeland aus hat der Fun-Sport namens „Zorbing“ seinen Siegeszug um die Welt angetreten und hat auch das Salzburger Land erreicht.

Hat man es sich in der durchsichtigen Megakugel mit ihrem Durchmesser von 3,2 Meter erst einmal bequem gemacht, steht einem flotten Downhill-Ride nichts mehr im Wege. Für die Zorbonauten beginnt dann eine Action-Fahrt, die sie samt doppelwandiger Kugel rollend zu Tal befördert.

[sws_yellow_box box_size=“640″]Inhalte des Artikels
„Gib‘ Dir die Kugel!“
Die Kugel in der Kugel
Der Kugel-Tanz über Stock und Stein
Erster Test-Ride in Auckland
Megaheiße Zorbing-Events [/sws_yellow_box]

„Gib‘ Dir die Kugel!“

Im Salzburger Land sollte man dafür einen Abstecher in das von Salzburg aus 60 Kilometer entfernte Flachau einplanen, der schnellste Weg zum Downhill-Sommervergnügen führt übrigens über die Tauernautobahn A 10 bis zur Ausfahrt EXIT 66. An der bekannten Skipiste „Dampfkessel“ angekommen erlebt man schnell: In der 3-Täler-Region wird gut und gerne gefeiert, was auch am Slogan abzulesen ist: Lichtjahre voraus und immer „up to date“ – also: Bühne frei für das Flachauer Highspeedkugeln.

Die Kugel in der Kugel

Der Zorb, bekannt auch als Action- oder Ultraball, lässt sich mit dem dreidimensionalen Bewegungsablauf eines Rhönrades vergleichen und besteht aus dem reißfesten Kunststoff Polyurethan. Miteinander verbundene Spezialseile, in aller Regel weit mehr als eintausend Stück, sorgen für die gewünschte und garantierte Stabilität. Dieser Kugelraum wird von einem passenden, aber größeren Ultraball umschlossen, dessen Zwischenwände mit Luft gefüllt werden.

Mit einem Durchmesser von 3,2 Meter bietet der Zorb so viel Platz, dass ein Erwachsener darin bequem stehen oder sich bewegen kann. Die Körpergröße soll die 2-Meter-Grenze nicht überschreiten, dass maximale Körpergewicht nicht über 160 Kilogramm liegen. Außerdem muss der Zorbonaut mindestens 14. Jahre alt und in guter physischer Verfassung, sein.

Zorbing – UK

Der Kugel-Tanz über Stock und Stein

„Bitte den Gurt anlegen“, heißt es nach der garantierten Einweisung ins Zorbing und kurz danach dreht sich die Welt um die eigene Achse.

Während der Abwärtsfahrt dürfen Mutige gerne rennen, Purzelbäume schlagen oder sich als Kugel-Surfer beweisen. Und im Hydro-Zorb wird man sich sogar als rollendes Duo ganz sicher näher kommen. Nur von seinem Orientierungssinn sollte man sich hangabwärts verabschieden, um die Spots zwischen „Oben & Unten“ zu genießen. Für einen neuen Weltrekord wird es wahrscheinlich nicht reichen.

Der wurde stattdessen schon 1999 mit einer Rollgeschwindigkeit von stolzen 58,10 km/h im englischen Brighton gemessen. Der Spaß in der Salzburger Sportwelt Amadé in Flachau lässt sich übrigens bis zum 30. September 2013 auskosten, die Preise beginnen bei günstigen 25,00 Euro pro Person für den Downhill-Klassiker. Eines aber haben sämtliche Rides am Ende gemeinsam: das große WOW-Gefühl.

Erster Test-Ride in Auckland

Gute Ideen brauchen vorab eine verrückte Inspiration. Die Frage, wie es möglich sein könne ins Wasser zu gehen, ohne dabei nasse Füße zu bekommen, beantworteten 1994 die beiden Freunde Andrew Akers und Dwane van der Sluis aus dem neuseeländischen Auckland mit ihrem Zorb-Prototypen und dem ersten erfolgreichen Test-Ride über den 300 Meter langen Hügel „One Tree Hill“. Die Zuschauer waren begeistert, man erkannte das Potential dieses neuen Sportgerätes, gründete ein Unternehmen und der Erfolg gab den beiden Freunden Recht.

Die Erfolgsgeschichte hat bis in die heutige Zeit nichts von ihrer Spannung eingebüßt und erreichte 1997 das Salzburger Land und damit auch die Flachau. Und dort sorgen die bis zu rund 90 Kilogramm wiegenden Actionballs, sofern sie mit etwas kaltem Bergwasser gefüllt sind, alternativ auch für ein Gefühl wie in einer sich drehenden Wasserrutsche. Europa, China und Argentinien gelten neben dem Geburtsland Neuseeland als Hochburgen dieses ereignisreichen Sports, der ansonsten weltweit angeboten wird. Und kein geringerer als Musiker und Sänger Peter Gabriel rollte 2003 im Vorfeld seiner „Growing Up-Tour“ im Ultraball durch die Mailänder City.

Extreme Zorbing

Megaheiße Zorbing-Events

Flachau präsentiert sich auch innovativ. Beim „Zorb-Walking“ etwa, das bereits 2009 in der Fernsehshow „Schlag den Raab“ für Furore sorgte.

Bei diesem Event geht es um ein kugeliges Wettrennen durch einen auf ebenem Boden abgesteckten Parcours. Teamarbeit hingegen heißt es auf dem „Zorb-Minefield“, das von einer Mannschaft mit s.g. Minen-Luftballons gespickt wird, während Team B versucht, möglichst schnell viele Spieler von der einen zur anderen Seite des Minenfeldes zu bringen, ohne dabei die Hindernisse zu berühren.

Sich zu früh zu freuen ist keine gute Idee, da beide Mannschaften anschließend die Rollen tauschen. Fun, Action und Erlebnisse der ganz besonderen Art sind also garantiert. Und Flachau im Salzburger Land bietet zum Trendsport Zorbing auch gleich noch den stets passenden Rahmen, wenn es mal wieder heißt: „Auf geht’s zum trendigen Kickdown in der Kugel!“

Artikelbild Oben: ©panthermedia.net Joerg Hackemann

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