Kolumne

Uli-Hoeneß-Urteil heute: Wandert der Bayern-Präsident ins Gefängnis?

Hoeneß

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Die Steuerschulden von Uli Hoeneß sind viel höher, als man geglaubt hat, und belaufen sich auf etwa 27,2 Millionen Euro. Diese Summe hat die Verteidigung vom FC Bayern-Boss anerkannt. Noch zu Prozessbeginn hat die Staatsanwaltschaft Hoeneß vorgeworfen, 3,5 Millionen Euro hinterzogen zu haben. Und nun ist der Steuerschuld so in die Höhe gewachsen. Heute erfahren wir, ob Uli Hoeneß ins Gefängnis muss, eine Bewährungsstrafe bekommt oder ob es zu einer Einstellung des Prozesses kommt.

Strafe im schlimmsten Fall

[sws_grey_box box_size="630"]Schon ab einer Steuerhinterziehung von einer Million Euro ist laut Gesetzgeber eine Gefängnisstrafe vorgesehen. Eine Bewährungsstrafe ist nur dann möglich, wenn „gewichtige Milderungsgründe“ vorliegen. Zu den Gründen könnte zum Beispiel das Geständnis, die etwas verunglückte Selbstanzeige oder die sofortige Wiedergutmachung des Schadens zählen. Bei einfacher Steuerhinterziehung droht den Steuersündern eine Geldstrafe oder bis zu fünf Jahren Haft. [/sw[/sws_grey_box]

Der Fall Hoeneß ist aufgrund der Höhe der hinterzogenen Steuern ein besonders schwerer Fall geworden, wofür man mit einer Haftstrafe von sechs Monaten bis zehn Jahre rechnen muss.

Im besten Fall eine Einstellung

Im Falle einer Verurteilung müsste Hoeneß höchstwahrscheinlich nicht sofort ins Gefängnis wandern, eine Revision des Urteils würde gleich danach zum Bundesgerichtshof gehen. Verteidigung von Uli Hoeneß geht nach wie vor davon aus, dass seine Selbstanzeige weiterhin gültig ist. Alle Zahlen sollten in diesem Dokument enthalten sein, so der Anwalt Hanns W. Feigen.

Wenn man davon ausgeht, könnte das Verfahren heute noch eingestellt werden und Hoeneß würde ohne Strafe davon kommen. Nach Meinung der Experten ist dieses Szenario allerdings eher unwahrscheinlich.

Wie kam es zu solcher Steuerschuld?

Hoeneß spielte an der Börse bei Devisen-Spekulationen, dabei ging es um kaum vorstellbare Summen Geld. Einmal sollte er nur an einem Tag unglaubliche 18 Millionen Euro verzockt haben. Auf seinem Schweizerkonto lagerten 155 Millionen Euro. Den Grundstock für dieses Vermögen bildeten 20 Millionen D-Mark, die Hoeneß früher von dem damaligen Adidas-Chef  Robert Louis-Dreyfus erhalten hat.

Die über 130 Millionen Euro Gewinn müsste der Bayern-Präsident ganz normal versteuern müssen, auch dann, wenn er nur noch Verluste verzeichnen konnte. Dazu kam es aber nicht. Erst Anfang des Monats hat er dem Landgericht München II die lückenhaften Unterlagen über seine Geschäfte in der Schweiz vorgelegt. Nach erfolgter Auswertung wurde die Steuerschuld von 3,5 auf 27,2 Millionen Euro nach oben korrigiert.

Mannschaft steht hinter ihm

Dieses Thema beschäftigt natürlich auch den Klub. Kapitän Philipp Lahm erklärte nach dem 1:1 gegen den FC Arsenal und dem Viertelfinaleinzug in der Champions League: „Na klar ist das innerhalb der Mannschaft auch Thema“. Sportvorstand Matthias Sammer sagte beim Pay-TV-Sender Sky: „Die Mannschaft solle immer daran denken, was Uli für uns geleistet hat“.

Prozess gegen Uli Hoeneß: Bayern-Präsident mit einem Bein im Gefängnis? | FC Bayern München
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Artikelbild: © panthermedia.net / Aleksandar Radovanovic

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