Kolumne

Traunstein: eine neue „alte“ Stadt

Von: Harry Sochor

Wie so viele andere Orte im ostbayerischen Raum verdankt auch Traunstein seine Entstehung maßgeblich dem lukrativen mittelalterlichen Salzhandel zwischen Österreich und Böhmen. Heute gilt Traunstein als attraktives Zentrum des Chiemgaus rund um das „bayerische Mittelmeer“ mit attraktiven Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Von der historischen Bausubstanz ist allerdings nicht mehr viel erhalten, weil die Stadt im Laufe der vergangenen Jahrhunderte mehrfach von Bränden heimgesucht wurde.

Der Stadtplatz mit Jacklturm – Foto: Mario Becker

Heute ist Traunstein mit seinen knapp 19.000 Einwohnern, etwa zehn Kilometer östlich des Chiemsees und rund 15 Kilometer nördlich der Chiemgauer Alpen gelegen, der Hauptort des Chiemgaus.

Eine menschliche Besiedelung lässt sich in der Region Traunstein seit etwa 790 nachweisen, aus dem 10. Jahrhundert sind außerdem Wehranlagen bekannt. Erstmals erwähnt wird der Ort in einer Urkunde aus dem Jahr 1245, der unter der Herrschaft der Wittelsbacher planmäßig ausgebaut wurde. Damit hatte die Burg an der Traun, was der Name ursprünglich bedeutet, eine Kontrolle über den strategisch günstig gelegenen Flussübergang über die Traun an der wichtigen Salzstraße von Salzburg nach München.

Großen Wohlstand brachte der Stadt im 17. Jahrhundert die Produktion von Salz, nachdem Hofbaumeister Hans Reiffenstuehl eine Soleleitung aus Bad Reichenhall errichten ließ. Vom 30-jährigen Krieg, der den Kontinent verheerte, blieb Traunstein weitgehend verschont, jedoch traf der Spanische Erbfolgekrieg die Stadt umso heftiger. In dieser Zeit kam es zu einem verheerenden Brand, der 1704 große Teile der Stadt verwüstete.

Der Namensgeber der Stadt: der Traunstein – Foto: Mons Maenalus

Rund 100 Häuser fielen den Flammen in der Nacht vom 25. auf den 26. April 1851 zum Opfer, darunter so wichtige Bauten wie Rathaus, Landgericht, Kirche, aber auch die meisten Tore und Türme der Stadt. Den Bürgern gelang es aber, die Stadt innerhalb von wenigen Jahren wieder aufzubauen.

Die nächste Welle der Zerstörung suchte Traunstein während des Zweiten Weltkrieges heim, als die Stadt viermal das Ziel amerikanischer Bombenangriffe wurde. Beim Bombardement am 25. April 1945 wurde das gesamte Bahnhofsviertel zerstört, 100 Menschen starben bei diesem Angriff.

Als Zentrum des Chiemgaus bietet Traunstein seinen Besuchern natürlich nicht nur hervorragende Gelegenheiten zum Einkaufen, sondern auch zahlreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Zu den wichtigsten kulturellen Einrichtungen zählen beispielsweise das Heimatmuseum und das Kulturzentrum im Stadtpark. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen unter anderem die Überreste der Stadtbefestigung und die früheren Wohn- und Sudhäuser der Salinenanlage.

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