Kolumne

SV Wacker Burghausen: sportliches Highlight in Ostbayern

Von: Harry Sochor

Mit 24 Abteilungen und fast 6.000 Mitgliedern ist der SV Wacker Burghausen einer der größten Sportvereine in ganz Deutschland. Vor allem die Erfolge der Fußballmannschaft geben dem Verein Auftrieb. War der SV Wacker schon in den 90er Jahren ein ernstzunehmender Gegner für seine bayerischen Konkurrenten, so schaffte er 2002 unter Trainer Rudi Bommer den lang ersehnten Aufstieg in die 2. Bundesliga, wo er sich auch für einige Jahre halten konnte. Weil mit diesem sportlichen Erfolg die Gemeinnützigkeit des Gesamtvereins in Frage gestellt war, wurde aus der Fußballabteilung die Wacker Burghausen Fußball GmbH. Aber auch die Ringer und Tennisspieler machten den Verein über die Grenzen Burghausens hinaus bekannt.

Wacker Burghausen

Die Stadt Burhausen verdankt ihren heutigen Status der Tatsache, dass sich die Wacker Chemie 1914 hier niedergelassen hatte. In erster Linie für die Arbeiter im Chemiewerk wurde am 13. November 1930 der Sportverein gegründet, der zunächst die Sparten Fußball, Leicht- und Schwerathletik und Schießsport anbot.

Fußballspieler konnten in Burghausen vorher beim TV Burghausen ihrem Hobby frönen. Aus diesem Verein spalteten sich die Fußballer jedoch 1922 ab und organisierten sich im 1. FC Burghausen. Der Verein trat nach acht recht erfolgreichen Jahren in der A-Klasse geschlossen dem SV Wacker Burghausen bei und bildete hier die Fußballabteilung.

Steil bergauf ging die Entwicklung des Vereins in den ersten Jahren der Gründung. So zählte man schon 1934 insgesamt 428 aktive Sportler. Die Aktiven konnten schon seit 1932 auf dem Sportplatz trainieren, der direkt vor dem Wacker-Werk angelegt wurde. Dank der hervorragenden Bedinungen schafften die Fußballer schon 1934 den Aufstieg in die Bezirksklasse. Schon in den ersten Jahren war Burghausen bekannt für seine erstklassigen Fußballer. Beispielsweise kümmerte sich der ehemalige Nationalspieler Eugen Kling vorbildlich um die Jugendarbeit.

2010/2011 war Mario Basler Trainer bei Wacker Burghausen – Foto: Florian K.

Ein geordneter Spielbetrieb blieb nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ein Wunschtraum der Aktiven. Der Platz war zu einem Gefangenenlager umfunktioniert worden und nicht viel mehr als ein wüster Acker, als ihn der Verein zurück bekam. Trotzdem arbeitete sich das Wacker-Team unermüdlich nach oben.

1965 war endlich der ersehnte Aufstieg in die Landesliga geschafft. 23 Jahre lang war Wacker Burghausen in dieser Liga – nur unterbrochen von fünf Jahren in der Bezirksliga – eine feste Größe in der Landesliga. 1993 gelang schließlich endlich der Aufstieg in die Bayernliga, und schon zwei Jahre später gelang der Durchmarsch in die Regionalliga. Der sportliche Erfolg stagnierte in den folgenden Jahren, mehrfach war sogar der Klassenerhalt gefährdet.

Doch in der Saison von 2001/02 gelang das Wunder, den Aufstieg die 2. Bundesliga hatten nämlich selbst hartgesottene Fans für unmöglich gehalten. Hier konnten sich die Kicker von Wacker Burghausen einige Jahre lang wacker schlagen, erst 2006 mussten sie zurück in die Regionalliga.

Obwohl der sportliche Erfolg für die verwöhnten Fans in den vergangenen Jahren zu wünschen übrig ließ, gab es einige Highlights in der Vereinsgeschichte: Im DFB-Pokal musste der SV Wacker Burghausen am 6. August 2007 gegen den FC Bayern München antreten. Erst im Elfmeterschießen musste sich das Team aus Burghausen gegen den Favoriten geschlagen geben.

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