Kolumne

Studiengebühren in München

Studiengebühren in München Studiengebühren in München
Studiengebühren in München

Studiengebühren in München

Am 18. Mai 2006 verabschiedete der Bayerische Landtag ein neues Hochschulgesetz. Damit wurden zum Sommersemester 2007 Studiengebühren eingeführt, deren Höhe die Hochschulen selbst bestimmen können.

Der Mindestsatz für Universitäten und Kunsthochschulen in Bayern wurde auf 300 Euro festgelegt – an Fachhochschulen beträgt er lediglich 100 Euro pro Semester.

Als Höchstsatz gelten 500 Euro. Während die Studiengebühren in fast allen Bundesländern nach und nach wieder abgeschafft wurden, blieben sie in Bayern bestehen. Damit werden Studenten an Münchner Hochschulen auch weiterhin Semester für Semester zur Kasse gebeten. 

[sws_green_box box_size=“640″]Bei ihren Studiengebühren bewegen sich die Münchner Hochschulen meist nur knapp unterhalb des gesetzlich erlaubten Satzes. So verlangt die Hochschule München beispielsweise 430 Euro plus 42 Euro Rückmeldegebühr. [/sws_green_box]

Bei der Technischen Universität München sind es sogar 500 Euro. Dazu kommen 42 Euro Studentenwerksbeitrag. Zudem gibt es in München viele private Hochschulen, deren Studiengebühren die der staatlichen Institute weit übersteigen. Bei der Macromedia Hochschule werden für ein Bachelorstudium sieben Raten zwischen 4.750 Euro und 5.250 Euro fällig – die genaue Höhe ist abhängig vom Studiengang. Bei der Munich Business School kostet das Bachelorstudium sogar 850 Euro im Monat. Zusätzlich wird eine Prüfungsgebühr von 1.700 Euro erhoben.

Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch verteidigt Studiengebühren

Studiengebühren in einigen Fällen umgehen

Unter bestimmten Bedingungen können sich Münchner Studenten über einen bestimmten Zeitraum hinweg von den Studiengebühren befreien lassen.

Dies ist beispielsweise möglich, wenn sie ein Urlaubs- oder Praktikumssemester absolvieren. Auch eine Befreiung während eines Praxisjahres ist möglich – dazu muss es jedoch Bestandteil der Prüfungsordnung sein. Einigen Studenten werden die Gebühren auch vollständig erlassen. Dazu gehören Schwerbehinderte oder Eltern eines minderjährigen oder behinderten Kindes.

Wer mehr als zwei kindergeldberechtigte Geschwister hat, muss ebenfalls keine Studiengebühren zahlen. Dasselbe gilt für Hochschüler, deren Eltern bereits für ein weiteres Kind Studiengebühren zahlen. Münchner Hochschulen können zudem bis zu zehn Prozent ihrer Studenten die Studiengebühren erlassen. Im Rahmen dessen wählen sie meist Studierende, die überdurchschnittliche Leistungen erbringen oder besonderes Engagement an der Hochschule zeigen.

Studiengebühren – Volksbegehren in Bayern

Nicht von Studiengebühren abschrecken lassen

Während viele Proteste gegen die Abschaffung der Studiengebühren lange ungehört blieben, überschritt ein von den Freien Wählern angestoßenes Volksbegehren im Januar 2013 erfolgreich die notwendige 10-Prozent-Marke.

Nach langer Diskussion beschloss die schwarz-gelbe Koalition, auf einen Volksentscheid zu verzichten, sodass der Gesetzesentwurf vom Landtag beschlossen werden kann. Mit den Stimmen von CSU und der Opposition stehen die Chancen gut, dass die Studiengebühren im Wintersemester 2013/2014 abgeschafft werden.

Während sich Münchner Studenten an staatlichen Hochschulen bald keine Sorgen mehr über Studiengebühren machen müssen, haben Studierende an privaten Instituten weiter das Nachsehen. Hier reichen das BAföG und ein kleiner Nebenverdienst bei weitem nicht aus. Kann die Gebühr auch mit Unterstützung der Eltern nicht aufgebracht werden, ist meist ein Kredit die einzige Lösung. Besonders günstige Konditionen für Studenten bietet die staatliche KfW Bankengruppe. 

[sws_green_box box_size=“640″]Der KfW-Förderkredit für Studenten ist bei einigen Münchner Sparkassen und Banken sowie dem Studentenwerk der Landeshauptstadt erhältlich. Eine weitere Möglichkeit sind Stipendien, welche fast alle privaten und staatlichen Münchner Hochschulen sowie verschiedene Stiftungen anbieten. [/sws_green_box]

Entgegen der weitläufigen Meinung werden diese nicht nur nach Leistung vergeben. Auch soziales Engagement oder ein überzeugendes Motivationsschreiben können den Weg zum begehrten Stipendium ebnen.

Tschüss Studiengebühren – Bayern

Artikelbild Oben: ©panthermedia.net Matthias Kretschmann

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