Kolumne

Studiengebühren in Bayern abgeschafft! Welche Folgen wird das haben?

Studiengebühren wurden abgeschafft Studiengebühren wurden abgeschafft
Studiengebühren wurden abgeschafft

Studiengebühren wurden abgeschafft

Wer seit 2006 in Bayern studieren wollte, musste sich vorab genauestens überlegen, ob er sich dies überhaupt auch leisten kann. Nicht immer war dies der Fall, wodurch die Studiengebühren stark in der Kritik geraten sind.

Die Bedenken gegenüber den Studiengebühren waren daher auch nicht ganz unbegründet. Wer sich mit diesem Thema genauer auseinandergesetzt hat, wird schnell die größten Probleme damit erkannt haben.

So war es zum Beispiel der Fall, dass die Universitäten die Gebühren bis zu 500 Euro selbst festlegen durften. Wer jedoch dachte, dass dieser Beitrag für die gesamte Universität galt, musste oftmals feststellen, dass dies gar nicht der Fall war. War ein Kurs zum Beispiel begehrter als ein anderer, konnte die Universität speziell dafür den Höchstsatz festlegen. Wurde ein Studiengang nicht so gut besucht, konnte man hier durch einen „Rabatt“ die Nachfrage steigern. So wurde vielen Studenten die Möglichkeit genommen, den gewünschten Studiengang zu belegen und es gab wesentlich mehr „Kursbesucher aus Verlegenheit“.

Bayern-SPD will Studiengebühren abschaffen

Studiengebühren in Bayern abgeschafft

Bereits im Oktober 2012 (wir berichteten) wurde ein Volksbegehren vorbereitet, welches im Januar nun auch endlich ausgeführt wurde. Mit Erfolg! 1,3 Millionen wahlberechtigte Bürger haben sich bewusst mit ihrer Unterschrift gegen die Studiengebühren ausgesprochen.

Mit solch einer hohen Beteiligung hatte die Koalition wohl nicht gerechnet, wodurch sie nun auch zum Handeln genötigt wurden. Die FDP erlaubte dem Koalitionspartner CSU, die Studiengebühren abzuschaffen und damit gegen den eigentlichen Koalitionsvertrag zu verstoßen.

Somit können selbst finanzschwache Studenten sich endlich wieder an einer Universität einschreiben, ohne gleich Angst vor diesen Gebühren haben zu müssen. Damit entspricht die Bildungspolitik auch in Bayern wieder dem ursprünglichen Grundsatz: Bildung muss einkommensunabhängig sein! Das war mit der Studiengebühr nicht gegeben, da sich die Studenten nicht einschreiben konnten, denen die finanziellen Mittel nicht zur Verfügung standen. Zwar konnte man in der Regel mit der Universität eine monatliche Ratenvereinbarung treffen, doch auch diese Art der Bezahlung war nur für wenige eine echte Alternative, da noch die normalen Lehrmittel hinzukamen, die ebenfalls finanziert werden wollten.

Studiengebühren: Volksbegehren zugelassen – Bayerisches Fernsehen

Wegweiser für Niedersachen, Bremen & Co?

Niedersachen und wenige andere Bundesländer sind noch die einzigen in Deutschland, welche Studiengebühren erheben. Lange Zeit wurde vermutet, dass Niedersachen in der Entscheidung gegen die Gebühren schneller sein könnte als Bayern. D

er Freistaat konnte nun aber doch das Rennen machen. Jedoch wird jetzt nach dem Regierungswechsel fieberhaft daran gearbeitet, dass sich auch Niedersachen „Campus-Maut-Frei“ bezeichnen kann. Die Grünen hatten noch während der Wahl versprochen, dass direkt ein Gesetz vorgelegt würde, welches die Gebühren abschaffen solle.

Allerdings wird dieses Versprechen wohl nicht ganz eingehalten werden können. Zwar wolle man die Studiengebühren in der Regelstudienzeit abschaffen, doch könne man den Beitrag, der bei Langzeitstudenten immerhin 600 Euro pro Semester beträgt, noch nicht abschaffen. Dazu wäre anschließend ein zu großes Defizit in dem Etat. Man darf also gespannt sein, wie sich der Ausstieg aus den Gebühren sowohl für Bayern als auch Niedersachsen & Co. gestalten wird. Einfach wird es definitiv nicht, da eine Menge Geld in den Bildungsbudgets fehlen wird. Allerdings dürfen sich die Studenten in Bayern endlich wieder freuen, dass sie diesen Anstoß zum Wandel geschafft haben und damit solch ein Gesetz ändern konnten.

Tschüss Studiengebühren – Bayern

 

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Artikelbild Oben: ©panthermedia.net Matthias Kretschmann

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