Kolumne

St. Peter und Alexander – Das Herz des historischen Aschaffenburgs

Von: Sebastian Herbst

Mitten in der Altstadt von Aschaffenburg erhebt sich auf einer kleinen Anhöhe die Stiftskirche St. Peter und Alexander – und demonstriert schon auf diese Weise ihre Bedeutung. Um 975 wurde, nachdem eine existierende Stiftschule bereits im Jahr 974 Erwähnung fand, mit dem Bau der Basilika begonnen, was St. Peter und Alexander zur ältesten Kirche Aschaffenburgs macht.

Die Stiftskirche St. Peter und Alexander in Aschaffenburg – Foto: Johann H. Addicks – addicks@gmx.net, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode

Mit dem Erbe Herzog Ottos ging ganz Aschaffenburg inklusive des Stifts an Mainz, wo Aschaffenburg im Laufe der Jahrhunderte zunächst das Stadtrecht erhielt, dann zum Zweitsitz der Mainzer Erzbischöfe und schließlich sogar zur Verwaltungshauptstadt wurde. Diese Entwicklung ist zweifelsohne auch St. Peter und Alexander zu verdanken, die in der Funktion als Mutterkirche für das mittelalterliche Aschaffenburg eine einflussreiche und auch die wohlhabendste Institution war – ein Verhältnis, das sich bis ins 19. Jahrhunderte halten konnte, als 1801 die Kurmainz aufgelöst wurde, was den einst reichen Stift zur einfachen Stadtpfarrkirche machte, während das angehäufte Vermögen vor allem an Schulen und Universitäten, ab 1814 auch in Form des allgemeinen Schul- und Studienfonds Aschaffenburg, übergeben wurde.

Die Macht und das Vermögen, die der ehemalige Stift innehatte, spiegeln sich natürlich auch in der Architektur wieder. Eine reichhaltige Ausstattung und immer neue Umbauten und Zusatzbauten über die Jahrhunderte hinweg sorgten dafür, dass man in St. Peter und Alexander eine Vielfalt an Stilepochen erlebt, wie man sie nur selten sieht. So kommt hier jeder auf seine Kosten – ob Hobbypilger, Geschichtsfan oder Architekturfanatiker.


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