Kolumne

Rückversicherer Munich Re rechnet mit Gewinneinbußen

Munich Re mit Gewinneinbußen Munich Re mit Gewinneinbußen
Munich Re mit Gewinneinbußen

Munich Re mit Gewinneinbußen

Die Münchener Rückversicherungsgesellschaft AG, auch Münchener Rück oder Munich Re genannt, fährt im Jahr 2012 herbe Verluste ein, obwohl das Geschäft insgesamt stabil verlief.

Mit den rund 4000 institutionellen Kunden in rund 150 Ländern konnte sie ihre Marktführerschaft behaupten und im letzten Jahr einen Gewinn von 3,2 Milliarden Euro verbuchen.

Insbesondere zwei Problemfelder macht der Vorstand aus, der auch personelle Konsequenzen gezogen hat. Konzernchef von Bomhard übernimmt zum Jahresende das Krankenversicherungserst- und -rückversicherungsgeschäft von Wolfgang Strassl, dessen Vertrag als Vorstand dann ausläuft und nicht verlängert wird, steigt bereits im Oktober 2013 aktiv in das Management ein. Nun sollen neue Ansätze geprüft werden.

Munich Re: NOT IF, BUT HOW

Sorgenkind Windsor Health Group (WHG)

Der gesamte Bereich Munich Health wird beeinträchtigt von der amerikanischen Erstversicherungstochter WHG, die mit ihren schlechten Ergebnissen für 2012 die Ursache für eine Abschreibung von 166 Millionen Euro war.

Damit fuhr diese Sparte einen Verlust von 92 Millionen Euro ein und auch für 2013 ist ein negatives Ergebnis nicht auszuschließen. Das US-Health-Geschäft hat im Verhältnis zu den Kosten einen viel zu geringen Gewinn eingebracht und wird nun auch aufgrund veränderter Regularien neu strukturiert.

Im Verlaufe dieses Jahres soll das Geschäft neu aufgestellt sein, aber auch alle Optionen geprüft werden, was einen Verkauf der US-Tochter WHG nicht ausschließt. Ausgebaut werden soll allerdings das US-Rückversicherungsgeschäft, von dem sich der Konzernchef mittelfristig einen Gewinn von 100 Millionen Euro verspricht. Als Rückversicherer übernimmt Munich Re Teile der Risiken ihrer Erstversicherungskunden und steht diesen beratend zur Seite. Neben den Personenversicherungen, wie beispielsweise Lebens- oder Krankenversicherungen, befasst sich der Rückversicherer auch mit Sach- und technischen Versicherungen und ist damit natürlich auch bei Naturkatastrophen außerordentlich belastet, was nur durch eine gesunde Risikostreuung erfolgreich abgefangen werden kann.

Katastrophen-Bilanz der Munich Re

Allerdings scheint die Münchener Rück mit ihren Erstversicherern nicht so viel Glück zu haben, denn auch das zweite Problemfeld ist in diesem Bereich angesiedelt: die Ergo.

Umstrukturierung der Ergo bald abgeschlossen

Die Verschmelzung der verschiedenen Organisationen der Ergo-Gruppe, die unter anderem aus den ehemaligen Versicherern Victoria, Hamburg Mannheimer und deren unterschiedlichen Vertriebsstrukturen hervorging, soll bald abgeschlossen sein.

Insbesondere die Neuorganisation des Vertriebes der zuletzt durch Negativschlagzeilen aufgefallenen Ergo soll ab 2015 eine erhebliche Einsparung mit sich bringen. Man rechnet mit 60 Millionen Euro nach Steuern, allerdings fallen auch 1.350 Arbeitsplätze weg.

Um konkurrenzfähig zu bleiben und der aktuellen Niedrigzinsphase Rechnung zu tragen, wird für den Sommer ein neues Lebensversicherungsprodukt der Ergo angekündigt. Dieses Hybridmodell aus fondsgebundener und klassischer Lebensversicherung soll eine Garantie für die Bruttobeiträge enthalten, allerdings wird die Zinsgarantie nicht mehr wie bisher für die gesamte Laufzeit gelten. Die genauen Details dieses neuen Produktes, das zum 1.7.2013 auf den Markt gebracht werden soll, werden in den nächsten Wochen geliefert.

Munich Re – Faszination Rückversicherung

Auch für die Zukunft wird aktiv an der Optimierung der Ergo gearbeitet werden, um den Versicherer dauerhaft gut zu positionieren.

Fazit

Auch der Marktführer Münchener Rück muss seine Geschäfte optimieren und im Erstversicherungsbereich neu strukturieren, um mit modernen und marktgerechten Produkten konkurrenzfähig bleiben zu können.

Insgesamt ist die Ertragslage zwar stabil, aber die beiden Baustellen WHG und Ergo werden aktiv angegangen, um die Verluste zu begrenzen. Man darf also gespannt sein, wie sich die Geschäftszahlen in den nächsten Jahren entwickeln werden. Auch der Konkurrenzkampf wird mit Spannung beobachtet.

Artikelbild Oben: ©panthermedia.net Dusan Zidar

Kommentar hinterlassen