Kolumne

Realisierter Waldnaturschutz im Guttenberger Wald bei Würzburg

Von: Karola Schmitt

Verspürt der Würzburger den Wunsch nach gesunder Waldluft, Vogelgezwitscher und hoch gewachsenen Buchen, Eichen und Fichten, kann er zwischen dem Irtenberger Wald, dem Guttenberger Wald und dem Gramschatzer Wald wählen. Alle diese drei Waldgebiete befinden sich in unmittelbarer Nähe der Hauptstadt des Regierungsbezirks Unterfranken. In der Gegend um Würzburg direkt am Main bestimmen die Weinberge das Landschaftsbild. Ein dichter Wald ist dagegen eher die Seltenheit, weshalb sich diese Waldbezirke als Naherholungsgebiete etablierten.

Die Lage

Naherholungsgebiet für viele Würzburger – Foto: Wolfgang Pehlemann, Wiesbaden

Der Guttenberger Wald befindet sich von Würzburg aus in südwestlicher Richtung und stößt mit seiner nordöstlichen Grenze direkt an Würzburg an. Am Rande des Forstgebietes liegen zudem die Gemeinden Reichenberg, Geroldshausen, Kirchheim, Kleinrinderfeld, Kirst und Höchberg, die alle zum Landkreis Würzburg gehören. Die gesamte Fläche des Guttenberger Waldes umfasst mehr als 18 Quadratkilometer, wobei ein separates, kleinflächiges Waldstück nördlich der Gemeinde Kirchheim dazu gezählt wird. Ein 280 Meter breiter Steifen, auf dem sich der zu Kleinrinderfeld gehörende Ortsteil Maisenbachhof befindet, trennt die beiden Areale voneinander. Die Bezeichnung des Forstes entstammt den Reichsrittern von Guttenberg, die unter anderem auch Lehensträger der Hochstifte Würzburg waren.

Waldreservat „Waldkugel“

Totholz wird hier bewusst liegen gelassen – Foto: Alexander.stohr

Im Würzburger Stadtwald nehmen Naturnähe und Nachhaltigkeit eine besonders hohe Relevanz ein. Für aktiven Waldnaturschutz wurde im Jahr 1999 das Naturwaldreservat „Waldkugel“ geschaffen. 2002 folgte die Auszeichnung als Naturschutzgebiet. Trotz Fortführung der Waldbewirtschaftung werden ein Biotopbaum- und ein Totholzkonzept praktiziert. 26 Hektar umfasst die Fläche, in der abgestorbene Bäume nicht mehr entfernt werden. Ein bestens funktionierendes Waldökosystem profitiert vom Moderholz, das seine Nährstoffe an den Kreislauf der Natur zurückgibt, viel Wasser speichert und zahlreichen Tierarten einen Lebensraum bietet. Mit dem Liegenlassen der Kronen der gefällten Bäume wird der Totholzanteil im geschützten Waldgebiet noch zusätzlich erhöht. Zu den Biotopbäumen gehören auch Bäume mit sogenannten Kandelaberkronen, die sich für Habichte und Bussarde zum Bau ihrer Horste hervorragend eignen.

Methusalembäume

Die Verwirklichung des Naturschutzes im Guttenberger Wald sieht auch die Erhaltung von Methusalembäumen vor. Gemeint sind damit besonders außergewöhnliche Bäume, denen die Möglichkeit gegeben wird, uralt zu werden. Sie sollen unseren Nachfahren als Anschauungsobjekte für einen natürlich alternden Wald dienen. Außerdem sind die alten Bäume bei Fledermäusen, Spechten und vielen verschiedenen Käferarten überaus beliebt.

Forsthaus Guttenberg

Auf gekennzeichneten Wanderwegen im Guttenberger Wald finden Naturfreunde Entspannung und Erholung. Das Forsthaus Guttenberg mit seinem einladenden Biergarten sorgt für das leibliche Wohl. Ein dort befindlicher Walderlebnispfad und eine Minigolfanlage bieten den Besuchern weitere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Eine Buslinie von Würzburg führt direkt in den Guttenberger Forst und ins Forsthaus Guttenberg.

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