Kolumne

Privatisierung von Trinkwasser | Welche Folgen?

Trinkwasserprivatisierung Trinkwasserprivatisierung
Trinkwasserprivatisierung

Trinkwasserprivatisierung

Derzeit sind die Gemeinden und Städte in Deutschland grundsätzlich ganz alleine für die Trinkwasserversorgung Ihrer Bürger verantwortlich.

Teilweise wird in den Städten und Kommunen die Trinkwasserversorgung schon von privaten Anbietern und teilweise von den Stadtwerken erledigt. Nun soll für die Trinkwasserversorgung der Kommunen, die EU-Vergaberichtlinien geändert werden.

Konzessionen für Dienstleistungen sollen europaweit zur Ausschreibung kommen. Dadurch könnten private Anbieter in den Markt einsteigen können und für eventuell fallende Preise sorgen. Doch genau das Gegenteil befürchten die Kritiker. Es könnte zwar Trinkwasser vorerst zu Dumpingpreisen angeboten werden, ob jedoch die Wasserqualität dann noch dauerhaft tragbar sein wird, ist die entscheidende Frage. Die Kontrolle der Qualität des Wassers für die Bürger könnte sich sehr schwierig gestalten. Bürger erwarten ja letztendlich ordentliche Trinkwasserqualität, welches den hygienischen Vorgaben hier in Deutschland entspricht. Keine Privatisierung der Wasserversorgung

Keine Privatisierung der Wasserversorgung

Jedoch liegt die Entscheidung über diese Neuerungen nicht bei den Städten und Kommunen, denn diese können die Wasserversorgung nicht steuern. Ganz alleine bei der EU liegt die Entscheidung, wie es mit der Trinkwasserversorgung bei uns weiter geht.

Die Folgen der Trinkwasserprivatisierung

Zusätzlich zu der genannten erschwerten Trinkwasserkontrolle kommt es noch zu anderen Folgen für das Land Bayern und seine Bürger. So müssten beispielsweise die entsprechenden Stadtwerke, wegen der auf sie zukommenden Bürokratie, komplett neu umstrukturiert werden.

Es würde zu vielen unnötigen und hohen Kosten und natürlich auch entsprechenden Zeitaufwand kommen. Das derzeit vorhandene Trinkwassernetz in Bayern bietet seinen Bürgern ein sehr hohes Maß an Sicherheit und Qualität des Trinkwassers.

Damit die Trinkwasserversorgung weiterhin in solch einem Maße vorhanden bleibt, wollen die Städten und Kommunen, dass die Wasserversorgung so bleibt, wie sie nunmal jetzt ist. Mit dem wesentlichen Lebensmittel der Bürger soll nicht gespielt werden und es soll zu keinem frei handelbaren reinen Wirtschaftsgut werden. Die Qualität und Sicherheit des Trinkwassers könnte stark darunter leiden. Man will sich ja schließlich sicher sein, dass man auch weiterhin mit ordentlicher Trinkwasserqualität versorgt wird.

Angst um Ausverkauf des Wassers – ServusTV

Geänderte Richtlinien

Neben den Befürchtungen der sinkenden Trinkwasserqualität, und den explodierenden Kosten für die Umstrukturierung der Stadtwerke, gibt es noch weitere Bedenken. Das Wasser kann sogar vielleicht als Spekulationsobjekt werden.

Es kann nämlich passieren, dass durch die Privatisierung der Trinkwasserversorgung der Wasserpreis von dem Börsenkurs abhängig gemacht wird. Dadurch, dass die Aktionäre natürlich Geld verdienen wollen, könnten zudem notwendige und vorbeugende Sanierungen ganz einfach nach hinten geschoben werden.

Beziehungsweise werden diese erst gar nicht erledigt, weil diese nicht in das Konzept des schnellen Gewinns passen. Dadurch, dass die Rohre durch die fehlenden Sanierungen verrotten, wird das Trinkwasser letztendlich verschmutzt. Um dies zu kompensieren, wird dann von den Versorgern ein sehr hoher Anteil an Chlor zum Einsatz gebracht. Das gechlorte Wasser ist dann zwar wieder sauber, jedoch entspricht es nicht den jetzigen vorkommenden Trinkwasserstandards. Das kann letztendlich nicht der Sinn und Zweck der ganzen Sache sein, dass die Bürger, die Kommunen und Städte von den angedachten neuen Richtlinien bei der Vergabe von Trinkwasser leiden.

Untermain Trinkwasserprivatisierung

Artikelbild Oben: ©panthermedia.net Sven Weber

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