Kolumne

Ostertraditionen in Bayern

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Die Ostertraditionen in Bayern lehnen immer noch stark an kirchliche Traditionen der katholischen Kirche an. Je nach Gegend in Bayern haben sich ganz eigenständige Oster-Traditionen entwickelt.

Das gemeinsame „Gerüste“, um das sich die bayrischen Osterbräuche entwickelt haben, bildet die sogenannte „Heilige Woche“ von Palmsonntag bis Ostermontag.

Die vierzigtägige Fastenzeit ist bis heute noch eine „staade Zeit“. Eine stille Zeit, in der traditionell z.B. nicht kirchlich geheiratet wird. Die Altäre in den Kirchen sind geschlossen, und seit dem Passionssonntag auch die Kreuze verhüllt. Die ersten bäuerlichen Arbeiten müssen getan werden und sind mit manchem Volksglauben verbunden. „Wenn es Karfreitag dem Herrn ins Grabe regnet, dann vergibt das Jahr kein Regen nicht.“ Das heißt, dass es ein regenarmes Jahr geben soll.

raditioneller Osterschmuck und Osterbrunnen in Franken

Urtümlich und religiös-weltanschaulich geprägt

In der Fränkischen Schweiz werden seit alters her die Brunnen über und über mit Eiern und Palmzweigen geschmückt. Denn die Fränkische Schweiz ist arm an Wasserläufen und das Wasser versickert schnell im Boden.

So mischt sich ein uralter Fruchtbarkeitsglaube mit einem typischen Osterbrauch. Das Ei als Zeichen für neues Leben soll die Fruchtbarkeit des Bodens unterstützen. Aber auch den Auferstehungsglauben bezeugen: „Wie das Küken aus dem Ei geschlüpft, so ist Jesus aus dem Grab gehüpft.“

In vielen Pfarreien wurde an Palmsonntag ein Esel in der Prozession mitgeführt. Entweder eine Holzfigur auf Rädern oder der Priester ritt auf einem echten Esel. In Lohr am Main geht seit vielen Jahrhunderten die große schweigende Karfreitagsprozession zu den dumpfen Klängen einer großen Trommel. Es ist ein Brauch der Handwerkerzünfte, kein kirchlicher Brauch. An Gründonnerstag wurden die sogenannten Antlaßeier gefärbt und an der Spitze aufgepickt, damit im Osterkorb auch wirklich bis ins Innere bei der Speisenweihe am Ostersonntag der Segen eindringen kann. Antlaß ist der alte bayrische Ausdruck für Entlassung aus der Sünde. Den bei schweren Kirchenstrafen wurden früher die Sünder aus der Kirche für die Zeit bis zum Gründonnerstag ausgeschlossen und erst bei der Feier des letzten Abendmahls wieder zugelassen.

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Hausbräuche bis in unsere Zeit hinein

In vielen Gemeinden wird zum Gründonnerstag das Heilige Grab aufgebaut und mit farbigem Wasser gefüllten Kugeln kunstvoll beleuchtet. Viele Gemeinden wetteiferten früher, wer das schönste Heilige Grab hatte.

Alle drei Jähe wird ein prunkvolles, fast die ganze Kirche einnehmendes Heiliges Grab in Höglwörth hinter Traunstein aufgebaut. Die Glocken schweigen ab dem Gloria am Gründonnerstag. Sie sind nach altem Volksglauben nach Rom geflogen. An Karfreitag war das Fasten gar so streng, dass man sogar das Herdfeuer hat ausgehen lassen.

Es wurde erst wieder mit dem Feuer von Osterkerze angezündet. Nach der Osternacht ist das Fasten vorbei. Jetzt durften auch endlich wieder Eier gegessen werden, denn sie galten als flüssiges Fleisch und darauf musste ja 40 Tage verzichtet werden. Der Osterhase spielte in der bäuerlichen Ostertradition keine Rolle. Das war eher eine Erfindung der Stadtmenschen und so gibt es bis heute ein Osterhasenmuseum in München, in der Nähe vom Isartor. Auf dem Land hält man es da bis heute eher mit dem Eierlauf und dem Eisstockschießen.

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Artikelbild Oben: ©panthermedia.net MP 2

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