Kolumne

O´zapft is! – Das Oktoberfest in München

Von: Eranie Funderburk

Eines der größten und wohl bekanntesten Volksfeste der Welt ist das Oktoberfest in München. Seit 1810 gibt es die berühmte „Wiesn“. Das Volksfest wird immer am Samstag nach dem 15. September eröffnet und endet am ersten Sonntag im Oktober. Eingeführt wurde diese Regelung 1872. Fällt der erste Sonntag auf den 1. oder 2. Oktober, dann findet das Fest bis zum 3. Oktober statt. In diesem Jahr findet das Oktoberfest zum 179. Mal statt, und zwar vom 22. September 20112 bis 07. Oktober 2012.

So begrüßt das Oktoberfest seine Gäste heute – Foto: Dilankf

Vor 202 Jahren feierten die Münchner das Oktoberfest anlässlich der Eheschließung des Kronprinzen Ludwig und Prinzessin Therese zum ersten Mal. Nach ihrer Hochzeit am 12. Oktober 1810 wurde ein Pferderennen zu Ehren des Paares ausgetragen. Der Platz, an dem das Pferderennen stattfand, wurde zu Ehren der Prinzessin Therese auf den Namen „Theresienwiese“ getauft. Die Bevölkerung liebte das Fest und so wurde beschlossen, das Oktoberfest jedes Jahr zur gleichen Zeit zu feiern. Das Pferderennen selbst findet dabei aber nicht mehr statt. Nur während der Jubiläumsfeiern in den Jahren 1960 und 2010 gab es eine Ausnahme.

Ein Trachtenzug zur Silberhochzeit

Prächtig geschmückte Gespanne – Foto: Rufus46

Schausteller und die Wiesnwirte feiern den Start des Oktoberfestes mit dem Einzug der Wiesnwirte. Dabei werden die Festwagen und Pferdegespanne vom Münchner Kindl und dem Münchner Oberbürgermeister angeführt. Zum ersten Mal fand der Einzug der Wiesnwirte 1887 statt. Der Höhepunkt des Münchner Oktoberfestes ist der sieben Kilometer lange Trachtenumzug am ersten Wiesn-Sonntag. Den ersten Trachtenumzug erlebten die Münchner im Jahre 1835. Damals feierten König Ludwig I. von Bayern und Prinzessin Therese ihre Silberhochzeit. Auch bei diesem Umzug sind der Münchner Oberbürgermeister, das Münchner Kindl, viele Stadt- und Staatsdiener, Pferdegespanne, Kapellen, Trachten- und Schützenvereine und viele mehr mit von der Partie.

Der erste traditionelle Fassanstich fand 1950 statt. Seitdem eröffnet der amtierende Oberbürgermeister um Punkt 12.00 Uhr im Schottenhammel-Festzelt das Oktoberfest, indem er das erste Bierfass ansticht. Mit den weltbekannten Worten „O´zapft is“ ist die Wiesn dann offiziell eröffnet. Nach dem Anstich werden zwölf Böllerschüsse auf der Treppe der Bavaria abgegeben und dann beginnen die Wiesenwirte damit, das Bier auszuschenken.

Die Kriege stoppten das Oktoberfest

Das Mahnmal zum Gedenken an die Opfer des Anschlags von 1980 – Foto: Hullbr3ach

Während der Napoleonischen Kriege im Jahr 1813 wurde nicht gefeiert. Danach feierten die Menschen die Wiesn mit Schaukeln, Karussells, Losständen, Kegelbahnen und vielen anderen Attraktionen. 1850 wurde die Bavaria aufgestellt und 1853 die Ruhmeshalle eröffnet. Die Cholera-Epidemien in den Jahren 1854 und 1873 sorgten für einen wiederholten Ausfall des Oktoberfestes. Auch während des Preußisch-Österreichischen Krieges im Jahr 1866 und dem Deutsch-Französischen Krieg im Jahr 1870 fand das Oktoberfest nicht statt. 1914 bis 1918 während des 1. Weltkrieges, 1923 und 1924 während der Inflation und 1939 bis 1945 während des 2. Weltkrieges wurde auch kein Oktoberfest gefeiert. Insgesamt fiel die Wiesn 24 Mal aus.

Eine der größten Tragödien ereignete sich am 26. September 1980. Damals zündeten Attentäter eine Bombe am Haupteingang des Münchner Oktoberfestes. Bei der Explosion wurden viele Hundert Menschen leicht bis sehr schwer verletzt und 13 Menschen kamen ums Leben.

Hendl, Bier und gute Laune

Das Bier schmeckt – Foto: senator86

Die erste Hendlbraterei nahm 1881 den Betrieb auf. Die Brauereien begannen Bierhallen aufzubauen und immer mehr Schausteller nahmen am Volksfest teil. Ende des 19. Jahrhunderts waren mehr und mehr Touristen auf der Wiesn zu Gast. Inzwischen kennt jeder auf der ganzen Welt das Oktoberfest und wer einmal während des Oktoberfestes nach Deutschland reist, für den ist ein Besuch auf dem Oktoberfest Pflicht. Jedes Jahr reisen über sechs Millionen Menschen aus allen Ländern dieser Welt nach München, um ein Mal beim Oktoberfest mitzufeiern.

Beim 100. Jubiläum im Jahr 1910 flossen 12.000 Hektoliter Bier. Mittlerweile fließen pro Jahr 60.000 Hektoliter. 2010 wurde im Rahmen des 200. Jubiläums das Historische Oktoberfest gefeiert. Auch in diesem Jahr haben die Gäste des Oktoberfestes die Chance die historischen Attraktionen zu bewundern. Die Münchner Brauereien servieren dort ein dunkles Bier, das sie gemeinsam nach einer Vorlage einer historischen Rezeptur gebraut haben. Die „Oide Wiesn“ wird auch in Zukunft eine feste Institution des Oktoberfestes sein.

Etwa 200 Schausteller sind jedes Jahr auf dem Oktoberfest mit dabei. Die größten Attraktionen sind das Willenborgs Riesenrad, die Hexen- oder Illusionsschaukel, das Teufelsrad, der Schichtl und Pitts Todeswand. Der Olympia Looping und die Achterbahn sind die modernsten Fahrgeschäfte, die besonders beliebt sind.

Ohne Bierzelt kein Fest

14 Bierzelte gibt es auf der Wiesn – Foto: Andreas Steinhoff

Natürlich möchte jeder Besucher eines der 14 bekannten Bierzelte besuchen. Die Plätze sind meist schnell ausgebucht. Deshalb ist es ratsam mindestens ein halbes Jahr vor dem Oktoberfest einen der begehrten Plätze im Hippodrom, Hofbräuzelt, Augustiner oder eines der anderen bekannten Bierzelte zu reservieren. Wer es nicht schafft, einen Platz zu ergattern, hat die Möglichkeit, andere Gastronomiebetriebe zu besuchen. Insgesamt findet man 35 Zelte auf der Theresienwiese. Bier fließt reichlich und man hat die Wahl zwischen Augustiner, Löwenbräu, Hofbräu, Paulaner, Spaten-Franziskanerbräu und Hacker-Pschorr. Um 22.30 Uhr wird das letzte Bier ausgeschenkt und um 23.30 Uhr schließen alle Bierzelte und der Volksfestbetrieb endet. Wer weiterfeiern möchte, sollte sich aufmachen zur After Wiesn in den verschiedenen Münchner Discotheken.

Dirndl und die Krachlederne

Das Oktoberfest ist Anziehungsmagnet für Millionen Besucher – Foto: Bernhard J. Scheuvens

Richtig gekleidet ist man auf dem Oktoberfest, wenn man in Tracht erscheint. Frauen tragen Dirndl und Männer Lederhosen. Übrigens sollten Frauen darauf achten, wie sie die Schleife der Schürze tragen. Sitzt die Schleife links, dann heißt es, dass sie Single ist. Ist die Schleife rechts, dann heißt es für die Männer „Finger weg!“, denn diese Frau ist in festen Händen. Trägt eine Frau die Schleife in der Mitte, dann ist die traditionelle Bedeutung, dass sie noch Jungfrau ist. Meist tragen die Frauen die Schleife aber nicht aus diesem Grund mittig, sondern weil sie einfach nicht wissen wie sie die Schleife tragen müssen. Ist die Schleife nach hinten gebunden, dann ist die Dame eine Kellnerin oder eine Witwe.

Und für alle, die jetzt Lust bekommen haben, auch mal über das Oktoberfest zu schlendern, heißt es jetzt: Hotels in München suchen und vor allem rechtzeitig buchen!

1 Kommentar zu O´zapft is! – Das Oktoberfest in München

  1. Ich hätte da ein paar schöne Videos zum Thema Oktoberfest anzubieten:
    1) Ein Pfarrer, der kellnert:
    http://youtu.be/UJdh6PwqAtk

    2) Der Schausteller-Seelsorger Fuchs
    http://youtu.be/_7VwbmmbGCA

    3) Der katholische Theologe, dem die Hexenschaukel gehört
    http://youtu.be/GSCFsOjLWCc

    Viel Spaß beim zuschauen, die sind alle heuer wieder dabei!

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