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Kolumne

Naturschutz contra Stromgewinnung

Von: Marcus Schweizer

foto-marcus-23Der Energielieferant EON ist am Bau eines weiteren Wasserkraftwerkes am Lech interessiert und hat dafür einen Antrag auf Wasserrecht bei der Stadt eingereicht. Vorgesehen ist der Bau eines Kraftwerkes, das eine Jahresleistung von 28.000.000 Kilowattstunden Strom erzeugen soll. Diese Menge reicht für etwa 8.000 Haushalte aus.

Nahezu unberührte Natur am Lech - nur wie lange noch? - Foto: © Heinz Dahlmanns / PIXELIO

Nahezu unberührte Natur am Lech – nur wie lange noch? – Foto: © Heinz Dahlmanns / PIXELIO

Richtig prekär wird die Angelegenheit aber erst durch die kritische Lage, in der das neue Wasserkraftwerk nach den Plänen von EON gebaut werden soll. Gerade in einem Naturschutzgebiet ist der Platz, an dem das Projekt angesiedelt werden soll. Das hat gute Gründe, denn es ist der einzige Abschnitt des Lechs in ganz Bayern, der noch naturbelassen ist. Das Kraftwerk würde den letzten Abschnitt nehmen, in dem der Lech frei fließen kann. Besonders scharf wird die Situation dadurch, dass auch das Trinkwasser von dort kommt. Hinzu kommt, dass sich in dem Naturschutzgebiet ein großer Artenreichtum wiederfinden lässt.

So ist es nicht verwunderlich, dass der Widerstand gegen das Projekt enorm hoch ist. Heinz Paula, Mitglied des Bundestages in der SPD, führt die Gegenbewegung Schutzgemeinschaft Lech als Vorsitzender an. Zu hoch seien die Risiken, auch das Trinkwasser zu gefährden. EON sucht dagegen den Dialog und versucht die Gegner zu überzeugen. Das Argument des Energielieferanten ist die entwickelte Technik, mit der kein Risiko für Trinkwasser und Umwelt bestehen würde. Auch könnte das Gebiet mit Naturschutz weiter aufgebessert werden, da schon Bauarbeiten in Gange sind. Mal sehen, ob auch noch das letzte Stück des Lechs inmitten eines Naturschutzgebietes verbaut wird. Die Augsburger Initiativen werden sicherlich nicht so einfach nachgeben.

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