Kolumne

München – Die Landeshauptstadt von Bayern

Von: Eranie Funderburk

Wenn man einen Amerikaner, einen Japaner und einen Australier fragen würde, welche Stadt in Deutschland er oder sie auf jeden Fall einmal in seinem Leben besuchen möchte, dann wird jeder von ihnen ganz bestimmt die Stadt München nennen. Die Bewohner der Landeshauptstadt von Bayern gelten als gastfreundlich und weltoffen und nicht umsonst kommen jährlich etwa 10,5 Millionen Besucher nach München. 4,45 Millionen Besucher stammen aus dem Ausland (Quelle: Jahresbericht 2009 des Tourismusamts München).

Doch was ist es, was diese Stadt von den vielen anderen Städten unterscheidet?

Marienplatz, Rathaus und Frauenkirche – Foto: Wolfgang Pehlemann

München ist die größte Stadt in Bayern und die Drittgrößte in ganz Deutschland. Der Name der Stadt stammt vom Begriff „Apud Munichen“, welches übersetzt bei den Mönchen heißt. Zum ersten Mal erwähnt wurde sie als „Munichen” im Augsburger Schied. Der Augsburger Schied ist ein Dokument, den Kaiser Friedrich I. Barbarossa am 14. Juni 1158 verfasst hat und der Stadt damit das Markt-, Münz-, und Zollrecht übereignete. Etwa 1,35 Millionen Menschen leben inzwischen in der Stadt. Insgesamt erstreckt sich die bayerische Metropole auf einer Fläche von ca. 31.000 Hektar mit insgesamt 25 Stadtbezirken. Feldmoching-Hasenbergl, Hadern, Ludwigsvorstadt, Isarvorstadt und Maxvorstadt, Pasing, Schwabing und Trudering-Riem sind nur einige, die zur bayerischen Landeshauptstadt gehören. Seit 1506 gilt München als die Hauptstadt Bayerns. Heute ist sie Sitz des Landratsamts München, Sitz des Erzbistums München und Freising, Zentrum der Planungsregion sowie der Europäischen Metropolregion München und sie ist eine kreisfreie Stadt.

Die Isar auf dem Weg durch München – Foto: Bernd Reuschenberg

Durch die Stadt hindurch fließt die Isar. Sie bewegt sich auf einer Strecke von fast 14 Kilometern von Südwesten nach Nordosten. Die Würm, der Hachinger Bach, der Eisbach und der Auer Mühlbach fließen ebenfalls durch die Stadt. Auch befinden sich sehr viele Seen in der Nähe. Mitten in der Stadt findet man zum Beispiel den Kleinhesseloher See. In der näheren Umgebung können die Bewohner im Sommer nach Herzenslust unter anderem im Hinterbrühler See, in der Langwieder Seenplatte und der Dreiseenplatte baden.

Die Alpen sind manchmal näher als man denkt

München selbst befindet sich im Alpenvorland. Bei guter Wetterlage (Föhn) kann man die Alpen ganz klar sehen. Entstanden ist das Voralpenland durch die Gletscher, die während der Eiszeit durch dieses Gebiet zogen. Die sogenannte Münchner Ebene liegt direkt am Isar-Vorlandgletscher. Aufgrund der Gletscherbewegungen entstanden große Höhenunterschiede, die sogar innerhalb der Stadt messbar sind. Aufgrund der Nähe zu den Alpen und der Lage, gibt es in München ein sehr wechselhaftes Wetter. Oft weht der Föhnwind durch die Stadt und bringt sehr warme und trockene Luft mit sich. München ist auch die Stadt, in der es die heftigsten Unwetter und den meisten Schnee im Winter gibt. Um München herum gibt es viele schöne Wälder unter anderem das Dachauer Moos, den Perlacher Forst, das Erdinger Moos und den Forstenrieder Park.

München im Zeichen der Zeit

München in einem Kupferstich von 1650

1175 wurde die erste Stadtmauer errichtet. Erweitert wurde diese von Herzog Ludwig IV. Er galt ab 1328 auch als römisch-deutscher Kaiser. Die Farben Schwarz und Gold wurden in der Zeit um 1314 als Stadtfarben übernommen. Das war die Zeit, als Herzog Ludwig IV in München residierte. Die Hussiten, eine reformatorische böhmische Bewegung, belagerten um 1429 die Stadt und so wurde der äußere Ring ein weiteres Mal verstärkt.

Von 1468 bis 1488 wurde der Dom zu Unserer Lieben Frau, auch Frauenkirche genannt, gebaut.  1589 gründete Wilhelm V., Herzog von Bayern das Hofbräuhaus. Als Kurfürstliche Residenzstadt galt München ab 1623. Neun Jahre später belagerten die Schweden die Stadt und nur aufgrund der hohen Zahlung eines Lösegeldes und der Bereitstellung von Geiseln, entging München einer totalen Zerstörung durch die Besatzer.

Der Englische Garten – Foto: Lux Tonnerre

1759 gründete Maximilian II. Joseph von Bayern die Bayerische Akademie der Wissenschaften. Die Gründung des Englischen Gartens folgte dann im Jahre 1789.

Der Königsplatz, die Ludwigstraße und die Residenz wurden während der Regierungszeit von König Ludwig I. von Bayern, von Friedrich von Gärtner und Leo von Klenz gestaltet. Man kann noch heute den Einfluss des Klassizismus an den Bauten erkennen.

Der „Maximiliansstil” entstand dann in der Zeit der Regentschaft von Max II. von Bayern. Im Baustil der englischen Gotik entstanden damals die wundervollen Prachtbauten in der Maximilianstraße. Die Prinzregentenstraße, das gleichnamige Theater und Schwabing wuchsen heran und Prinzregent Luitpold von Bayern sorgte für einen kulturellen und wirtschaftlichen Aufstieg der Stadt. Gerade die Kunst und viele Künstler hielten sich in dieser Zeit in München auf und prägten nicht nur die Stadt, sondern die ganze Welt mit ihren künstlerischen Werken.

Obwohl die jüdische Bevölkerung seit 1185 in München ansässig war, erlebte sie zwei Mal eine Verfolgung und Vertreibung aus der Stadt. Von 1442 bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts wurden alle Juden aus Bayern verbannt. Erst 1806 sorgte Maximilian I. Joseph, der erste König des Königreichs Bayern dafür, dass den Juden die Rechtssicherheit gewährt wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg verschlechterte sich die Situation für die jüdischen Bewohner wieder. Insgesamt war die Situation für alle Münchner nicht einfach. Die Lebensmittel waren knapp und der Einfluss der NSDAP wurde immer größer. Vor 1933 zählte man noch 12.000 jüdische Bürger und Bürgerinnen. Am 30. April 1945 waren es nur noch 84 Juden.

Die Großmarkthallen von München nach einem Bombenangriff 1943

Während der Bombardierungen des Zweiten Weltkrieges wurde München stark zerstört. Man baute die Stadt nach ihren historischen Vorlagen wieder auf und mittlerweile zählt München zu einer der größten Städte für die Bereiche Hightech, Dienstleistungen, Medien, Banken und Versicherungen.

Zu sehen gibt´s in München mehr als genug

Auch kann man in München eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten und Museen besuchen. Sogar als Messestadt hat sich München etabliert. Eine gut ausgebaute S- und U-Bahn-Strecke, die für die Olympischen Spiele, die im Jahre 1972 stattfanden, gebaut wurden, bringt die Menschen nicht nur in die ganze Stadt, sondern auch ins nahegelegene Umland. Auch das Shoppen in der Stadt ist ein Erlebnis, vor allem deshalb, weil Teile der Innenstadt zu Fußgängerzonen deklariert wurden. Besonders attraktiv ist die Nähe zum Franz-Josef-Strauß-Flughafen, der 1992 seinen Betrieb aufnahm.

Der Viktualienmarkt – Foto: Chris 73

Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt sind der Marienplatz mit dem Neuen und dem Alten Rathaus, die Peterskirche, die Heilig-Geist-Kirche, der Viktualienmarkt, Schloss Blutenberg mit seiner Schlosskapelle, die Burg Grundwald, die Michaeliskirche, die Alte Akademie, das Hofbräuhaus, Schloss Fürstenried, die Asamkirche, der Friedensengel, die Bavaria und vieles mehr.

Auch ist es in München möglich, viel Kultur zu erleben. Das Münchner Schauspielhaus, das Prinzregententheater, das Völkerkundemuseum, das Nationalmuseum, das Haus der Kunst, die Alte- und Neue Pinakothek und viele weitere Museen und kulturelle Sehenswürdigkeiten bieten den Bewohnern und den Besuchern Münchens eine breite Palette an Events und Ausstellungen.

Auch finden das ganze Jahr über wechselnde Veranstaltungen statt, die viele Gäste anlocken. Das Filmfest München, die Opernfestspiele, der Tanz der Marktfrauen, das Derblecken auf dem Nockherberg und das Münchner Oktoberfest sind die bekanntesten Termine.

München ist wirklich eine Stadt, die vieles zu bieten hat und das 365 Tage im Jahr.

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