Kolumne

München: Geburt einer Weltstadt

Integration

Integration

Integration von Ausländern in München klappt immer besser, vor allem im Bildungsbereich und auf dem Arbeitsmarkt kann die bayerische Hauptstadt bessere Ergebnisse aufweisen. Das kommt aus dem zweiten Interkulturellen Integrationsbericht der Stadt hervor. Die meisten Münchner fühlen sich in der steigenden kulturellen Vielfalt immer wohler – bei der Befragung 2013 gaben es über 90 Prozent der befragten Personen zu.

Weltstadt mit Herz

[sws_red_box box_size="630"]Obwohl München schon viel getan hat, wenn es um die Integration von Ausländern geht, bleibt noch Einiges zu tun. Nach wie vor stellt man große Ungleichheiten fest, die abgebaut werden müssen. Die Landeshauptstadt wächst in erster Linie durch Zuwanderung aus den anderen Ländern. 2009 lebten in München rund 309.000 Ausländer, was einem Bevölkerungsanteil von 22,6 Prozent ausmachte. Ende 2012 waren es schon fast 354.000 (24,6 Prozent). Wenn man dazu noch Deutsche mit Migrationshintergrund rechnet, kommt man auf etwa 38,6 Prozent Bevölkerungsanteil mit ausländischen Wurzeln. Die stärkste Ausländergemeinde in München sind die Türken, dicht gefolgt von Griechen und Kroaten. [/sw[/sws_red_box]

Armut bei jungen Menschen

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit ausländischer Herkunft sind von Armut dreimal so häufig betroffen, wie Deutsche im gleichen  Alter. Dazu kommt es, weil ausländische Eltern oft Schwierigkeiten haben, überhaupt einen Job zu finden und sind häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen. Das hat natürlich negative Auswirkungen im Alter – der auf diese Weise erworbene Rentenanspruch reicht nicht zum Leben.

Etwa 3,4 Prozent der Deutschen im Rentenalter sind auf Sozialhilfe angewiesen, bei Ausländern beträgt der Satz rund 14,4 Prozent. Auch beim Thema Kinderbetreuung sollte man etwas unternehmen. Nur jedes Dritte ausländische Kind besucht im Alter bis zu drei Jahre ein Kindergarten, obwohl der Anteil im Schnitt bei über 50 Prozent liegen müsste. Der Grund dafür liegt wahrscheinlich darin, dass bei der Platzvergabe der Betreuungsbedarf vorrangig ist.

Spätere Einschulung

Bei der Einschulung gibt es auch Unterschiede zwischen Ausländer und den deutschen Kindern. Etwa 14,3 Prozent ausländischer Kinder werden später eingeschult, bei den Deutschen beträgt der Prozentanteil lediglich die Hälfte: 6,7 Prozent.  Das liegt vor allem an fehlenden Deutschkenntnissen der ausländischen Kinder. Eine positive Entwicklung kann man dagegen beim Thema „Übertritts-Quoten ins Gymnasium“ verzeichnen.

Wenn 2007 nur 26,3 Prozent der Kinder mit ausländischem Migrationshintergrund den Sprung ins Gymnasium schafften, waren es 2011 schon 32,1 Prozent. Es ist zwar noch von der Quote der deutschen Kinder (60 Prozent) weit entfernt, aber die Prognosen sehen vielversprechend aus.

Niedrige Arbeitslosenquote

Seit dem letzten Integrationsbericht 2010 ist die Arbeitslosenzahl in München gesunken und liegt derzeit bei 4,9 Prozent, also etwa zwei Prozentpunkte niedriger als der deutsche Durchschnitt. Arbeitslosenquote unter den Ausländern beträgt 8,7 Prozent, was erheblich weniger ist als der Bundesdurchschnitt (14,3 Prozent).

Allerdings sind Ausländer in München doppelt so häufig von Arbeitslosigkeit getroffen als die Deutschen (3,8 Prozent).

# 136 | Integration in Deutschland

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Artikelbild: ©panthermedia.net Christian Colista

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