Kolumne

Maximilian I. Joseph – Bayerns erster König

Von: Tilman Weigel

Er war der erste bayerische König. Doch ausgerechnet er wurde gar nicht in Bayern geboren. Mit ganzem Namen hieß er Maximilian I. Maria Michael Johann Baptist Franz de Paula Joseph Kaspar Ignatius Nepomuk und kam 1756 in Schwetzingen bei Mannheim zur Welt. Er entstammte einer Pfälzer Seitenlinie, für den bayerischen Thron war er deshalb auch gar nicht vorgesehen.

Maximilian I. Joseph – bayerischer König aber kein Bayer!

Stattdessen wurder er Graf von Rappoltstein. Der Titel war nicht viel wert, denn das Elsass war bereits über 100 Jahre zuvor von Frankreich annektiert worden. Die Grafschaft hatte zunächst eine beschränkte Autonomie, doch damit war nach der französischen Revolution Schluss. Auch in den deutschsprachigen Gebieten wurden die alten Herrscher entmachtet und die Verwaltung zentralisiert.

1795 wurde er Herzog von Pfalz-Zweibrücken, doch wieder kamen ihm die Franzosen in die Quere. Die hatten mittlerweile auch dieses Gebiet besetzt und Maximillian musste ins Exil. Damit kam Maximillian erstmals für längere Zeit ins heutige Bayern, nämlich nach Ansbach. Das freilich war damals noch nicht bayerisch.

Doch dann starb Kurfürst Karl Theodor, der trotz zweier Ehen keinen Thronfolger hinterlies. Aus dem Herrscher ohne Land wurde Kurfürst Maximilian IV. Joseph. Obwohl die Franzosen zweimal seine Machtansprüche zunichte gemacht hatten, war er den westlichen Nachbarn freundlich gestimmt. Immerhin war er in Straßburg aufgewachsen und diente als Oberst im französischen Militär. Die einfache Bevölkerung im Elsass sprach zwar weiterhin deutsch, aber Verwaltung und Militär waren französisch geprägt.

Unter Maximilian erhielt Bayern seine Verfassung

Mit der französischen Revolution und der Idee einer Republik konnte sich der Herrscher freilich nicht anfreunden, doch andere Ideen übernahm er nicht zuletzt auf den Rat seines Ministers Maximilian von Montgelas hin. Bayern wurde ab 1802 säkularisiert und die Kirche verlor Besitztümer und Privilegien. 1808 bekam das Land sogar eine Verfassung.

In den napoleonischen Kriegen stellte sich Bayern auf die Seite der Franzosen. Die dankten es ihm, indem Bayern zum Königreich wurde. Aus Kurfürst Maximilian IV. wurde König Maximilian I. Weniger profitierte die Bevölkerung von dem Bündnis. Allein Napoleons Rußlandfeldzug kostete 3.000 bayerischen Soldaten das Leben, in Tirol bekämpften Aufständische um Andreas Hofer Bayern und Franzosen.

Dafür konnte Maximilian I. sein Reich stetig erweitern. Er verlor zwar 1801 die linksrheinischen Gebiete an Frankreich und musste die Herzogtümer Jülich und Berg abgeben. Dafür erhielt er 1803 durch den Reichdeputationshauptschluss zahlreiche vormals kirchliche Gebiete wie Freising oder Würzburg.

Die Akademie der Bildenden Künste in München – Foto: David Kostner

Bis 1815 erhielt Bayern zahlreiche weitere Gebiete, vor allem in Franken und Schwaben aber auch in Altbaiern wie etwa 1810 die ehemalige Freie Reichstadt Regensburg. Weil Maximilian zehn Tage vor der Völkerschlacht bei Leipzig die Seiten wechselte und die Gegner Napoleons unterstützte, durfte er die eroberten Gebiete auch nach der Niederlage der Franzosen behalten.

Doch Maximilian I. führte nicht nur Krieg. 1808 gründet er die Akademie der Bildenden Künste in München, er lies München umbauen und war in der Bildungspolitik aktiv. Allerdings nicht immer segensreich. Die Nürnberger Universität in Altdorf wurde geschlossen, die älteste bayerische Universität in Ingolstadt musste nach Landshut umziehen.

1825 starb Maximilian I. in München und Bayern war nun noch fast 100 Jahre lang ein Königreich. Der König beim Watten (Kartenspiel) trägt sogar bis heute seinen Namen, er wird umgangssprachlich Max genannt.

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