Kolumne

Lifelogging beim Reisen und im Alltag | Ein neues Hobby im Trend?

Lifelogging als neuer Trend Lifelogging als neuer Trend
Lifelogging als neuer Trend

Lifelogging als neuer Trend

Seien wir mal ganz ehrlich! Was von dem was wir tun, ist eigentlich wirklich noch privat? In Sachen Privatsphäre hat sich in den vergangenen Jahren doch so einiges geändert. Es gibt zwar viele, die dagegen vorgehen, in dem sie sich von sozialen Netzwerken distanzieren, aber die meisten hat das Facebook- und Twitterfieber schon lange gepackt.

Vor allem bei Jugendlichen ist es schon zum Hobby geworden, alles Mögliche zu veröffentlichen, um damit so viele Likes oder Kommentare wie möglich zu bekommen.

Es hat sich ein gesellschaftliches Online-Leben entwickelt. Ob der letzte Ausflug, das neue Auto, das neue Smartphone – alles wird ins Netz gestellt. Man postet oftmals auch, wo man mit wem an welchem Tag war und macht noch ein nettes Bild dazu. Es gibt inzwischen sogar Unternehmen, bei denen man seine „Likes“ kaufen kann. Die Message ist: Wer im Trend sein will, der teilt sein spektakuläres Leben mit der Öffentlichkeit. Da ist die Idee einer Kamera, die einen stets bei jedem Schritt begleitet, nicht mal so abwegig. Der neue Trend trägt den Namen „Lifelogging“ und ist aber auch wesentlich mehr als nur Posen für die Öffentlichkeit.

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Lifelogging – jeden Moment auf Kamera festhalten?!

Hinter dem Lifelogging steckt in erster Linie die Idee, jeden Moment mit seiner Kamera festzuhalten – ohne aber gleich ein riesen Gerät ständig mittragen zu müssen. Ein schwedisches Unternehmen hat dafür sogar schon eine Kamera entwickelt, die so klein ist, dass man sie überall am Körper anbringen kann.

Diese 5Megapixel-Kamera macht von sich aus Aufnahmen, um keinen besonderen Moment mehr entgehen zu lassen. Alle 30 Sekunden wird ein Bild geschossen, um das ganze Leben aufzuzeichnen.

Durch GPS können dabei Standort und Uhrzeit festgehalten werden, sodass auch die nachträgliche Zuordnung an Ort und Zeit kein Problem darstellt. Das ist auch insofern hilfreich, weil das Lifelogging immer mehr auf Reisen und vor allem bei Kurztrips eingesetzt wird, um damit möglichst viele Erinnerungswerte zu schaffen. In Zeiten, wo es wirklich tolle last-minute-Angebote bei Tchibo und bei ähnlichen Anbietern richtig günstig zu buchen gibt, verreisen jetzt auch die Jüngeren immer mehr.

Lifelogging auf Reisen im Fokus

Lifelogging auf Reisen im Fokus

Vor allem das Ausland und aber auch die südlichen Regionen in Bayern sind dabei besonders nachgefragt. Die bei den Kurzurlauben entstandenen Fotos werden dann natürlich gerne gezeigt, da hier viele Urlaubserinnerungen festgehalten werden konnten.

Diese Bilder können anschließend, dank spezieller Apps (die es sowohl für Androidhandys, als auch fürs iPhone gibt) auch automatisch zeitlich eingeordnet werden.

Sie werden dabei mit Hilfe einer Timeline angeordnet und so kann man auch schnell auf besondere Momente zugreifen und diese dann bei Bedarf sogar direkt Onlinestellen. Das ständige Posieren, bis man dann endlich das eine Foto hat, um es mit der Öffentlichkeit zu teilen, hat mit Lifelogging also ein Ende. Eine kleine Kamera sorgt dafür, dass nie wieder ein Augenblick vergessen wird.

Es geht bei dem neuen Trendhobby auch viel mehr darum, das eigene Leben in Bildern festzuhalten, als es zu veröffentlichen. Dennoch geht die Tendenz dahin, durch die Kamera zu zeigen, was für ein tolles und aufregendes Leben man doch hat. Das Hochladen von Fotos auf sozialen Netzwerken, mit Details zum Ort und zu der Uhrzeit, wird ja schließlich auch vereinfacht. Die sogenannten Memoto-Kameras, die das Lifelogging erst so richtig möglich machen sollen, sind übrigens ab 2013 erhältlich und sollen um die 249 US-Dollar kosten.

Memoto Lifelogging Camera

Ist Lifelogging eine gute Idee?

Die Frage, ob man sein ganzes Leben in Bildern festhalten möchte, werden die meisten wahrscheinlich mit „ja“ beantworten. Im Grunde spricht auch nichts dagegen, solange solche Erinnerungen auch privat gehalten werden.

Der Trend geht jedoch immer mehr dazu, diese mit der gesamten Öffentlichkeit zu teilen. Vor allem Jugendliche stellen ihr Leben immer mehr zur Schau, um Anerkennung und Zustimmung erhalten zu können.

Von daher ist stark davon auszugehen, dass das Lifelogging zum Volkssport werden könnte.

Dabei muss natürlich auch jeder selbst entscheiden, wie viel Privates man in der Öffentlichkeit preisgeben möchte. Im Prinzip ist Lifelogging aber eine wirklich tolle Idee.

Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar. Ich kann keine Garantie oder Gewährleistung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der gemachten Angaben übernehmen. Diese Schilderungen sind reine Erfahrungswerte und beruhen auf meinen persönlichen Erlebnissen und Einschätzungen. Dieser Artikel stellt nur meine eigene Meinung dar!

Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net Markus Gann
Mitte-Links: ©panthermedia.net Christoph Dieterle

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