Kolumne

Lehrer-Streik deutschlandweit: Warum Bayern ein Vorbild ist!

Am Mittwoch war es so weit, in vielen Teilen Deutschlands legten die Lehrer die Arbeit nieder. Die Gründe für einen Streik sind vielfältig und basieren vor allen Dingen auf der Unzufriedenheit der angestellten Lehrer. Bayern bildet in diesem Zusammenhang eine Ausnahme. Wir stellen die wichtigsten Fakten zum Lehrerstreik zusammen und werfen einen Blick hinter die Kulissen der allgemeinen Unzufriedenheit.

Lehrerstreik

Bundesweite Lehrerstreiks führen zu Unterrichtsausfall

In jüngster Vergangenheit haben vor allen Dingen die Angestellten der Deutschen Bahn mit anhaltenden Streiks für Aufsehen gesorgt. Nun ziehen auch die Lehrer nach und demonstrieren deutschlandweit für ihre Rechte. Der Fokus des Lehrerstreiks liegt auf den aktuellen Tarifverhandlungen. Laut Aussage des Spiegels streiken die Lehrer in fünf unterschiedlichen Bundesländern, so soll es in Sachsen-Anhalt und Berlin sogar zu Unterrichtsausfällen gekommen sein. Schon am Anfang der Woche gingen die Lehrer in vielen Bundesländern in den Streikmodus über. Dies ist eine Reaktion der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft – kurz GEW – auf die vorangegangenen Tarifverhandlungen. 200.000 nicht verbeamtete Lehrer fordern 175 Euro mehr Lohn im Monat. Darüber hinaus steht eine konkrete tarifvertragliche Regelung im Raum.

Die Unstimmigkeiten im Hinblick auf tarifliche Regelungen erinnern an die Streiks der Lokführer und Zugbegleiter  in jüngster Vergangenheit.

Streik als Folge ergebnisloser Tarifverhandlungen

Es kommt am 16. März und am 17. März zu weiterführenden Verhandlungen und in diesem Zusammenhang zu einer Neuregulierung. Mittlerweile geht der Vizechef des Beamtenbundes – Willi Russ – von einer Eskalation des Streiks in der kommenden Woche aus. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf Berlin, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen sowie Nordrhein-Westfalen und Bremen. Aktuelle Berichterstatter stellen eine aufgeheizte Missstimmung fest, die sich wohl nicht innerhalb weniger Tage legen wird und eine tarifliche Einigung voraussetzt.

In Sachsen-Anhalt beziehen sich die aktuellen Streiks vor allem auf die Lehrkräfte sowie die Mitarbeiter der Hochschulen. Gerade in den ersten Unterrichtsstunden kam es zu Unterrichtsausfällen.

Eklatanter Unterschied zwischen Angestellten und verbeamteten Lehrern

Die Lehrer sowie die Angestellten im öffentlichen Dienst verstehen eine Niederlegung der Arbeit als eine Folge der gegenwärtigen Ungerechtigkeit. Im Rahmen der aktuellen Tarifverhandlungen konnten bisher keine befriedigenden Ergebnisse erzielt werden. Die Forderung der Angestellten nach einer gerechten Angleichung des Lohns wurde nicht erhört.

Die Gewerkschaften fordern für circa 800.000 Beschäftigte eine Lohnerhöhung. Darüber hinaus fordern 200.000 Lehrer eine Angleichung ihres Tarifvertrags. In diesem Zusammenhang verweist die Gewerkschaft auf ein eklatantes Missverhältnis in der Bezahlung der angestellten und der verbeamteten Lehrer. Die Arbeitsleistung und die Verantwortung bleiben jedoch gleich.


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95 % verbeamtete Lehrer im Bundesland Bayern

Auch wenn die Streiks in dieser Woche noch nicht bis in das Bundesland Bayern durchgedrungen sind, haben sich mittlerweile angestellte Lehrer auch hierzulande dazu entschlossen, am Freitag in den Streik überzugehen. Diese Reaktion ist dem Aufruf der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft zu verdanken, die auch von den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg die Teilnahme an den aktuellen Tarifverhandlungen forderte. Der folgende Freitag der 13. soll zu einem schwarzen Tag für alle Arbeitnehmer werden, um den Druck auf den Arbeitgeber weiter zu erhöhen.

Lehrer streiken

Beamter versus Angestellter: Wer darf eigentlich streiken?

In Bayern verdient ein angestellter Lehrer bis zu 500 Euro weniger im Monat als ein verbeamteter Lehrer. Darüber hinaus bezahlen Angestellte im Gegensatz zum Beamten ihre Sozialversicherung aus eigener Tasche. In der Folge kassieren Angestellte weniger Rente als Beamte. Bisher kam es in Bayern zu weniger Streiks der Lehrer, da 90 % verbeamtete Lehrer und nur 5 % angestellte Lehrer an den Schulen arbeiten. In anderen Bundesländern ist das Verhältnis drastischer.

Das Recht der angestellten Lehrer

Gerade in den Bundesländern Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt lebt der Großteil angestellter Lehrer. Jeder Lehrer, der keinen Beamtenstatus genießt, hat das Recht in einen Streik überzugehen. Dieses Recht gründet auf den Art. 9 Abs. 3 des Grundgesetzes. Streiken hingegen verbeamtete Lehrer, ist in der Folge von einem Dienstvergehen auszugehen, das mit einer Disziplinarstrafe geahndet werden kann.

Fazit: Was bedeuten die Lehrer Streiks für alle Eltern?

Auch wenn es bundesweit zu Unterrichtsausfällen gekommen ist, müssen die Eltern auch fortan nicht befürchten, dass ihre Kinder unbeaufsichtigt bleiben. Darüber hinaus wird im gesamten Bundesgebiet an unterschiedlichen Tagen gestreikt. Berlin ging bereits am Dienstag in den Streik über und Nordrhein-Westfalen plante seine Streiks von Dienstag bis Donnerstag. Die Betreuung aller Kinder im gesamten Bundesgebiete ist weiterhin nicht gefährdet.

Links zur weiterführenden Information

http://www.focus.de/finanzen/news/tarifkonflikt-oeffentlichen-dienst-landesweite-streiks-mehr-als-10-000-lehrer-erwartet_id_4535882.html
http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Angestellte-Lehrer-streiken-am-Freitag-den-13-id33312672.html
http://www.spiegel.de/schulspiegel/lehrerstreik-in-fuenf-laendern-die-stimmung-ist-sehr-kaempferisch-a-1021495.html
http://www.spiegel.de/schulspiegel/lehrer-streik-4000-angestellte-legen-arbeit-nieder-a-1021909.html

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