Kolumne

Leben trotz schlechter Schufa – So klappt es mit Handyverträgen und Co. trotzdem

Laut dem Schulden-Atlas 2016 sind die Deutschen dabei, sich immer mehr zu überschulden. Das zieht auch nach sich, dass immer mehr Menschen negative Schufa-Einträge haben, die das Leben erheblich erschweren. Manche Lebenssituationen bringen es mit sich, dass zum einst sauberen Schufa-Score negative Einträge kommen, die zum Beispiel einem unkomplizierten Abschluss von Handy- und Telefonverträgen bis hin zum finden einer neuen Wohnung im Weg stehen. Doch trotz einem schlechten Schufa-Score ist es dennoch möglich, Verträge abzuschließen. Wir haben hier einige Informationen für euch zusammengestellt.

Leben mit Schufa | © panthermedia.net / Michael Kuelbel Leben mit Schufa | © panthermedia.net / Michael Kuelbel

Negative Schufa kann weitrechende Folgen haben

Zu einem negativen Schufa-Eintrag kann es schneller kommen, als manche denken. Nicht bezahlte Rechnungen, zu viele Kredite und zu viele Schulden, die sich mit der Zeit anhäufen, können den Schufa-Score erheblich senken. Das passiert sogar Menschen, die vorher eine lupenreiche Schufa hatten, denn jeder kann in Situationen wie Arbeitslosigkeit, Krankheit, Trennung oder Scheidung geraten, in denen die finanziellen Verhältnisse nicht mehr so rosig sind, wie sie einmal waren.

Ist der Schufa-Score einmal abgerutscht, wird es immer problematischer Verträge abzuschließen. Dazu gehören vor allem auch Handyverträge, denn die Mobilfunkanbieter führen bei einer Anfrage in der Regel immer eine Schufa-Abfrage durch. Besonders schwierig wird die Suche nach einer neuen Wohnung – vor allem dann, wenn die negativen Schufa-Einträge sich häufen.

Da ungefähr jeder Zehnte der Deutschen mittlerweile überschuldet ist, sind auch diese Fälle keine Seltenheit mehr. Allerdings gehört Bayern immerhin zu dem Bundesland mit der höchsten Zahlungsmoral und ist demnach am wenigsten verschuldet. Wenn es kaum einen Ausweg mehr gibt, hilft dann nur noch der Gang zu einer Schuldenberatung. Bei kleineren negativen Schufa-Einträgen gibt es allerdings einige Wege, trotzdem einen Handyvertrag abzuschließen.

Handy und Telefon trotz negativer Schufa

Handyvertrag trotz schlechter Schufa | © panthermedia.net / stockasso

Handyvertrag trotz schlechter Schufa | © panthermedia.net / stockasso

Die Auswirkungen, die man zuerst spürt wenn man eine negative Schufa hat, sind oftmals die Probleme beim Abschließen von Verträgen. Besonders betroffen sind davon Handyverträge, denn im Gegensatz zu einem Telefonvertrag gibt es kein Grundrecht auf einen Handyvertrag. Wer mit negativer Schufa zum Beispiel einfach nur den Telefonanbieter wechseln möchte, wird hier auch Schwierigkeiten haben, einen zu finden.

Im Zweifel kann man sich da allerdings auf das Telekommunikationsgesetz berufen, das die Grundversorgung an ein öffentliches Telekommunikationsnetz gewährleistet. Diese Grundversorgung erbringt zur Zeit in Deutschland die Telekom. Allerdings kann es auch hier bei einer schlechten Bonität der Fall sein, dass der Anbieter eine Sicherheit in Form einer Kaution verlangt, die der Kunde nach Beendigung des Vertrages zurückerhält.

Da aber auch das Handy mittlerweile ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens geworden ist, auf das man kaum noch verzichten kann, ist ein Handyvertrag auch mit schlechtem Schufa-Eintrag ein wichtiges Thema für Betroffene. Hier gibt es zum Beispiel die Möglichkeit einen Mobilfunkanbieter zu finden, der einen Vertrag gegen eine Sicherheitskaution abschließt. Eine andere Möglichkeit ist das Nutzen eines Prepaid-Tarifes. Weitere Informationen und hilfreiche Tipps dazu findet ihr auf der von uns verlinkten Fachseite.

Schulden und negative Schufa – was tun?

Wenn der Schufa-Score zum Beispiel durch Überschuldung und zu vielen nichtbezahlten Rechnungen oder sogar gerichtlichen Verfahren so schlecht ist, dass er das alltägliche Leben maßgeblich beeinträchtigt, hilft in der Regel nur noch eine Schuldenberatung. Hier werden die finanziellen Verhältnisse genau geprüft und Lösungen gesucht, wie man die Schufa wieder ins Reine bringen kann. Umfassende und professionelle Beratung bietet da zum Beispiel die Caritas an – hier kann man sich sowohl online informieren und beraten lassen als auch persönlich vor Ort.

Durch die Schuldenberatung sollen die finanziellen Verhältnisse saniert werden, in dem Schritt für Schritt die Forderungen der Gläubiger abgebaut oder Vergleiche geschlossen werden. Für den gesamten den Prozess steht einem ein geschulter Schuldnerberater zur Seite, der sich mit den Gläubigern und der Schufa auseinandersetzt, bis alle Forderungen in einem gewissen Zeitraum getilgt sind. Wenn diese Schulden getilgt sind, werden auch die Einträge in der Schufa gelöscht und neuen Verträgen, Online-Bestellungen oder der Anmietung einer neuen Wohnung steht nichts mehr im Weg.

Fazit

Das Leben mit einem schlechten Schufa-Score kann einige Hürden mit sich bringen und vor ganz neue Herausforderungen stellen. Jedoch haben in der Regel negative Schufa-Einträge auch einen Grund – wie zum Beispiel nichtbezahlte Rechnungen. Dass sich Anbieter bezüglich der Zahlungsfähigkeit von potenziellen Kunden mit einer Schufa-Abfrage absichern wollen, ist also verständlich. Das heißt allerdings nicht, dass es keine Möglichkeit gibt. Oftmals hilft es auch mit den Anbietern zu sprechen, um gemeinsam einen Weg zu finden, der für beide Seiten eine gute Lösung ist.

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